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Amiga Scene Interview am 03.01.98Interviewpartner WER IST ALCATRAZ ? CD: Es sollte besser heißen "Wer war Alcatraz" und auch das ist nicht ganz richtig. Genau genommen sollte es heißen "Wer war Alcatraz entertainment software". Aber wie auch immer wir bestanden damals aus fünf Leuten. Nein eigentlich bestand die österreichische division aus fünf Leuten, daneben gab´s noch die deutsche, schweizer und norwegische division. Aber wie gesagt, das war ALCATRAZ nicht Alcatraz entertainment software. Also die glorreichen fünf waren:
OKAY, ICH DENKE DAS WAR AUSFÜHRLICH GENUG. WIE HAT DENN DAS GANZE BEGONNEN? CD: Also irgendwann bin ich nach Graz in ein Studentenheim gezogen zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon meinen AMIGA 500, und da man als Student der Telematik eh nix anderes zu tun hat als sich mit Computern zu beschäftigen, na ja vielleicht ein bisserl weggehen und was trinken am Abend, so war das naheliegend. Also hab ich irgendwann begonnen einen 8-wegescroller zu schreiben. Nur so zum Spass, um ein bißchen Programmierübung zu bekommen. AO: Ja und irgendwann sind wir dann zusammen in eine WG gezogen. CD: Genau, und irgendwie war das Programmieren des 8-wegescrollers bereits in Richtung Actiongame weitergewachsen. Aber so mit A500´er und zweiter Floppy coden is ziemlich öd, also suchten und fanden wir einen AMIGA-shop! Der Rest der Geschichte ist dir ja bekannt. OH-JA! - ABER WIR WOLLEN SIE TROTZDEM ERZÄHLEN, OKAY! CD: Okay, also die Aufrüstung der Programmierresourcen. Der A500 wurde ausgestattet mit einer Blizzard 68000/14MHz, 2MB Fast-RAM/0,5MB Shadow-RAM Turbokarte, OS 3.0 im Shadow-RAM und einer GVP A500HD8+ SCSI-Festplatte mit 80MB!! Das Teil hat damals über 8.000,- Schilling gekostet. GUT, DIE HARDWARE WAR JETZT VORHANDEN, WIE GING´S WEITER? CD: Also begonnen mit CEDRIC - sprich dem 8-wegescroller - haben wir zu Ostern 1993. AO: Dann ist uns leider oder zum Glück MAX-Design mit der Oldtimer-Umsetzung dazwischengekommen. CD: Genau! Im Sommer 1994 sind wir zwei mit Sack und Pack nach Schladming gefahren, um die Amigaumsetzung für den Oldtimer zu machen. Das sollte eigentlich nur zwei Monate dauern, hat dann aber doch etwas länger gedauert. AO: Ja so kann man das wohl sagen! Am 20.12.1994 um vier Uhr früh waren die 15 Stück Master- Disks fertig. CD: Dann ging´s mit dem CEDRIC munter weiter. Genauso wie mit dem Hardwareaufrüsten. Es kam ein AMIGA 1200/170MB dazu, nachdem der erweiterte AMIGA 500 nicht mehr so funktionierte wie er sollte. Dieser wurde dann mit Unterstützung von PROsystem mit einer Blizzard A1200/4 erweitert. Und meinen alten Philips CM 8833 Monitor hatte ich gegen einen A1960 getauscht. AO: Ich hatte damals einen A4000/40 in Wien bei einem Händler bestellt, aber innerhalb eines halben Jahres nicht bekommen. So hab ich das Teil eben auch bei PROsystem gekauft. Mit 4MB Fast-RAM und 120MB Festplatte!!! - Unglaublich!! CD: Nach einigen kleineren und größeren Schwierigkeiten - Uni, Bundesheer, Grafiker, Lebensunterhalt verdienen - war dann im Dezember 1995 der Release von CEDRIC. CEDRIC WURDE VON NEO RELEASED, EUER KONTAKT BESTAND ABER ZU MAX-DESIGN, WIE GING DAS? AO: Da stochert jemand in alten Wunden herum! CD: Naja, das war so. Nachdem sich unser 8-wegescroller zu einem ziemlich gutes Actiongame weiterentwickelt hatte, dachten wir uns, daß wir unser Spiel auch verkaufen sollten. Also haben wir irgendwie MAX-design in Schladming gefunden und angerufen. Danach sind wir im November 1993 zu MAX gefahren, um ihnen unsere Demoversion zu zeigen. MAX wollte unser Spiel dann auch verkaufen. Zu der Zeit, als wir in Schladming die Oldtimerumsetzung programmierten, gab es bei MAX einen Typ, der für den Vertrieb in Deutschland zuständig war - Bruno Litfin. Wir haben mit ihm einen Vertrag über CEDRIC unterzeichnet, was im nachhinein betrachtet ein schwerwiegender Fehler war. Er sprang dann bei MAX design ab, was jetzt harmloser klingt als es war, und ging mit unserem Vertrag zu NEO. Und darum gab´s den CEDRIC bei NEO. WAS ICH SCHON IMMER WISSEN WOLLTE, WiE FUNKTIONIERT DAS EIGENTLICH MIT DER BEZAHLUNG FÜR DIE PROGRAMMIERER? AO: Ahh, einen weitere Wunde gefunden! CD: Im Normalfall gibt´s zwei Varianten - wir haben beide ausprobiert und sind mit beiden baden gegangen. Variante eins: Werksvertrag, haben wir bei der Oldtimerumsetzung gemacht. Wir vereinbarten eine Leistung die wir erbringen mußten und bekamen dafür eine Bezahlung. Das aus den zwei geplanten Monaten dann tatsächlich sechs geworden sind war Pech - für uns. Variante zwei: Lizenzvertrag, haben wir bei CEDRIC so gemacht. Das Programmierteam bekommt einen Anteil an jedem verkauften Stück. Angeblich sind vom CEDRIC etwas mehr als 1500 Stück verkauft worden. Können wir aber nicht überprüfen! DANACH HAT SICH BEI EUCH ALSO EINIGER FRUST AUFGESTAUT, GENUG UM DEN HUT ´DRAUFZUHAUEN? CD: Aber nein! Wir haben das eher als Lehrgeld gesehen, das man sowieso irgendwann zahlen muß. Wir haben dann im Zuge das 3D-Wahns begonnen eine, dem Können des AMIGAs gerechte, 3D-engine zu entwickeln und unsere Hardware weiter ausgebaut. In meinem AMIGA 1200 steckt jetzt eine Blizzard A1230 III mit 16 MBund eine 850 MB Festplatte; zum Spielen gibt´s noch immer meinen alten Philips CM8833 und für alles andere hab ich einen Samsung 17GLSi. AO: Mein A4000 steckt mittlerweile in einem microniK Tower, hat eine GVP G-Force 040 mit 40MHz, 24 MB RAM, eine Picasso II, CD-ROM, 1,2GB und 340MB Festplatte und einen A1942 Monitor. CD: Decpac und Maxon C sind als Softwareumgebung bei uns im Einsatz. WAS MACHT IHR ZUR ZEIT? CD: Naja, also nachdem es mit dem AMIGA in den letzten zwei Jahren sichtlich bergab gegangen war, begann halt auch bei uns die PC Ära! Seit Mitte 1996 wird an einer beachtlichen 3D-engine gearbeitet. Mit allerlei Schnick-Schnak wie Lensflares, Gravitation und andere physikalische Spielereien. Aber keine Panik, jetzt gibt´s ja die PPC-Karten und wir basteln schon an einer Umsetzung für AMIGA´s mit PPC- Aufrüstung. AO: Das das alles systemkonform und sauber, sprich hardwareunabhängig und mit Grafikkarteneinbindung läuft versteht sich von selbst. GUT, DANN SIND WIR JA MAL GESPANNT, WAS DA AUF UNS ZUKOMMT. ICH DANKE EUCH FÜR DIESE INTERVIEW! AO: Okay! Können wir jetzt was trinken geh´n?? |
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Peter Wolf ...........
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