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MYST - The Surrealistic Adventure That Will Become Your World.Soeben sind Sie auf das superspannende Buch "Myst" gestoßen. Sie wissen nicht, woher es kommt, wer es geschrieben hat, und auch nicht, wie alt es ist. Beim Lesen machen Sie Bekanntschaft mit einer wundervoll beschriebenen Inselwelt. Aber es ist ja doch nur ein Buch, oder? Sie kommen am Ende des Buches an und legen Ihre Hand auf eine Seite. Plötzlich löst sich Ihre Welt im Dunkel auf und macht der beschriebeben Inselwelt Platz. Sie sind jetzt hier, wo immer dieses Hier auch sein mag. Und so bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, Ihre Umgebung immer weiter zu erforschen... Es ist eine Insel, rundherum nur Wasser, ein versunkenes Schiff neben einem Pier und ein paar seltsam anmutende Bauten, weit und breit aber kein Lebewesen zu sehen. Zwischen den Bäumen hindurch verläuft ein Pfad, gedankenverloren hebt man einen achtlos weggeworfenen Zettel auf und weiß doch nicht, was man tun soll, denn was, bitte schön, ist ein Bildgenerator, wo ist das Vorzimmer und was sollen all die vielen Hebel auf der Insel???? Ein Stück weit entfernt im Wasser steht eine Art Uhrturm, davor einige Drehräder, wie um Leitungen abzusperren... Man denkt, man ist in einer Fantasy-Welt und erwartet schon bald Ritter und Burgen zu finden, doch dann stößt man auf ein Raumschiff... Was es damit alles auf sich hat? Finden Sie es heraus, und vor allem: finden Sie wieder nach Hause, denn sonst kann es Ihnen ergehen wie Atrus... Man wandert durch eine Welt gerenderter Standbilder, zwischendurch durch kleinere und größere Quicktime-Movies, die in den Bildern zum Beispiel Windmühlen bewegen oder Wasser plätschern lassen, aufgelockert. Dazu passendes Windrauschen, Summen eingeschalteter Maschinen, und, was das Beste daran ist: keine nervige Tüdelü-Musik-Untermalung, die ja nun auch in der Welt, in der wir uns jetzt zu bewegen glauben, nicht einfach da ist. Es ist eine schön simulierte Welt (oder sind es mehrere Welten oder nur unterschiedliche Zeiten?), in die man sich hineinversetzt glaubt und wenn man seinen Amiga auch brav an seine Stereoanlage angeschlossen hat, in einem dunkleren Zimmer sitzt und sich hineinnsinken läßt, so glaubt man doch wirklich, in dieser Welt umherzuirren. Erst mit der Zeit kommt man drauf, daß alles seine Bedeutung hat. Wenn man nur genug sucht, oder auch nur nachdenkt (warum zum Teufel zündet ein nicht brennendes Streichholz das Papier nicht an????), bekommt man zu jedem einzelnen Rätsel (eigentlich ist es ja nur ein großes Rätsel, aber viele kleine Unklarheiten) immer alle Informationen. Man braucht nichts zu erraten, irgendwo findet sich der Hinweis. Und hat man mal einen Fehler gemacht, oder denkt nur, es sei einer, kein Problem: Sackgassen gibt es keine, man kommt immer wieder dorthin, wo man hinwill, auch wenn es nicht gleich offensichtlich erscheint. Es macht seinem Namen alle Ehre, denn mystisch ist die ganze Stimmung, eigen das Gefühl, daß man bekommt, wenn man auf einem Zahnarztsessel liegt und die Sterne beobachtet. Genauso mystisch kommt es in einer schön gestylten Schachtel daher. Drinnen ist nicht viel: eine CD mit Hülle, ein paar Werbezettel und eine Registrierungskarte, auf der man auch angeben kann, welches andere Spiel man gerne für den Amiga umgesetzt hätte. Die Installation an sich ist dank des Installers kein Problem und kann zwischen 5MB und 310MB auf der Platte belegen. Dank des genialen Konzeptes, daß zuerst auf der Platte gesucht wird und erst bei Nichtfinden von der CD geladen wird, kann man einfach Files von der Platte löschen oder dazukopieren, und somit den verwendeten Plattenplatz fast dynamisch anpassen. So habe ich daher alle 626MB der CD auf eine eigene Partition kopiert und kann nun die ganzen Quicktime-Movies in ungestörter Qualität betrachten, während mein zweifach CD-Laufwerk dafür gerade zu langsam ist. Auf einem 68030 mit 40MHz und PicassoII mit Picasso96 werden die Filme ziemlich ruckelfrei abgespielt und mittels (auch mitgeliefertem) AHI auch diverse Soundkarten unterstützt. Vorzüglich funktioniert natürlich auch die Ausgabe über die Paula mittels AHI. Selbst auf meinem System, daß für diese Art Anwendung doch die untere Grenze darstellt, ist "Paula:Fast 14bit stereo++ calibrated" ohne Probleme abzuspielen und es klingt (zumindest für meine Ohren) erstaunlich gut, was die Paula da produziert. So etwas wie eine auführliche Spielanleitung oder ein Handbuch sucht man aber vergebens, denn die einzige Dokumentation besteht aus einem dickeren Inlet in der CD-Hülle. Mehr ist aber auch nicht notwendig, denn die Steuerung (vollständig mit der Maus) ist sehr intuitiv und bedarf eigentlich keiner Erklärung. Gewöhnungsbedürftig hingegen ist die Art, wie Spielstände abgespeichert werden. Spielstände? Wo gibt es auf dieser Insel ein Spiel? Grundsätzlich kann man nur den aktuellen Stand speichern und dann wieder aufrufen, es gibt keine Auswahlmöglichkeit für mehrere Spielstände, die ist aber auch garnicht möglich, da es keine Sackgassen gibt und man immer weiterspielen kann, auch wenn man noch nicht alle momentan auf einer Insel vorhandenen Rätsel gelöst hat und trotzdem sich wieder fortbewegt. Beim Laden kommt man auf die Insel, auf der man sich beim Speichern befunden hat, allerdings immer an einen bestimmten Ort. Das überrascht zunächst, doch wenn man nachschaut, ist der Stand der Dinge wirklich so wie beim Speichern, auch wenn man beim Speichern an einem ganz anderen Ort auf dieser Insel war. Myst ist ein Spiel, daß mehr ist. Es ist eine Simulation, die Wirklichkeit wird. Es ist ein vollständig neuartiges Spielkonzept, mit dem zum Beispiel eingessene Rollenspieler so ihre Anfangsprobleme haben werden. Denn nichts ist so offensichtlich, wie es scheint. Eine Uhr, die man einstellen kann, ist nicht nur einfach eine Uhr, sie birgt sicher ein Geheimnis, daß man zu lüften hat, aber damit lassen sich wieder ganz andere wichtige Informationen gewinnen. Und stellt man etwas so ein, wie es offensichtlich ist, heißt das noch lange nicht, daß es auch so gemeint ist. Weiß man etwas noch nicht, heißt das nur, daß man noch nicht genug gesucht hat... Es ist eine Wohltat, zu sehen, daß für unseren geliebten Amiga auch wieder Spiele programmiert werden und dann auch gleich noch in solch einer wunderbaren Qualität. Kein Wunder, daß Myst schon auf PCs die Leute zu fesseln verstand, nur auf einem Amiga spielt es sich schöner :-))) Das Spiel selbst läuft vollständig auf einem eigenen Screen im Multitasking, schaltet man auf die Workbench zurück, hört man im Hintergrund immer noch das Meeresplätschern und Windrauschen. Sehr stimmungsvoll. In der Dokumentation zum Spiel steht, daß es unter CyberGraphX lauft, aber auch wenn man Picasso96 auf seinem System installiert hat, kann man Myst auf einem P96-Screen laufen lassen. Die Auflösung sollte nur 640x480 bei 8bit betragen, sonst gibts böse Fehler oder Pixelmüll. Ich konnte jedenfalls keinen anderen Modus zum Funktionieren überreden... Laut Specs der Homepage von Myst läuft das Spiel aber auch unter 24 bit sowie unter AGA mit einer Auflösung von mindestens 640x400. Als Goodie gibt es dazu einen 14 minütigen Quicktime-Film "The Making of Myst", der doch eine beachtliche Länge von 64MB besitzt. Mit der Myst-Quicktime-Eingine ist dieser Film allerdings nur von der CD zu betrachten. Wenn man ihn auf die Platte kopiert, versucht der Player zuerst, das komplette File ins RAM zu laden, was aber bei nur 16MB FastRAM nicht wirklich funktioniert. Im Vergleich zu QT, einem QuicktimePlayer aus dem Aminet, ist die eingebaute MovieEngine doch einiges langsamer und sie hat vor allem das Problem, daß zeitweise Audio und Video auseinanderlaufen, was eigentlich bei Quicktime gar nicht passieren können dürfte. Richtig interessant wird das Spiel auf mindestens einem 68040er, dort kommt die Stimmung dann so richtig in Schwung, denn die Nachladezeiten mit meinem 030er sind zwar sehr kurz (im Sekundenbereich), fallen aber doch als Unterbrechung auf... Auf den Seiten von ClickBOOM gibt es neben ein paar Screenshots der Amiga Version auch zusätzliche Infos und eventuelle UpdateMöglichkeiten. Am Besten ist das Ganze aber immer noch im englischsprachigen Teil der Anleitung beschrieben: Myst is real. |
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Oliver Gerler ........... |
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