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TurboPrint Professional 6Sie wollen einen Drucker an Ihren Amiga anschließen? Na, nichts leichter als das: Kabel an Drucker und die parallele Schnittstelle am Amiga angesteckt, beide eingeschaltet, aus den Preferences den richtigen Druckertreiber ausgewählt und - was? Sie finden ihren Drucker nicht? Der Ausdruck liegt weit unter den Fähigkeiten Ihres Druckers? Tja, dann brauchen Sie wohl Turboprint... Am Amiga gibt es derzeit wohl nur zwei professionelle Methoden, um an ansprechende Ausdrucke zu gelangen: Studio und TurboPrint. Letzteres wird hier ein bißchen in die Mangel genommen. Die Version 6 gibt es in zwei Ausführungen: als Vollversion und als Update. Da ich schon gute Erfahrungen mit der Version 4 sammeln konnte, bestellte ich das entsprechende Update. Für Benutzer der Version 5 gibt es ein eigenes Angebot. Mit der Lieferung bekommt man einen neue Diskette mit der ganzen Software und ein Handbuch, daß sich als Update zum Handbuch der Version 4 herausstellt. Darin sind, sehr gut auch für Laien in der Drucktechnik verständlich, die Grundlagen und die Verwendung des Systems beschrieben. Das Grundprinzip hat sich zur Version 4 nicht wirklich verändert: Turboprint implementiert einen neuen Druckertreiber in den Preferences, den man dann aus allen Programmen heraus anwählen kann, die die Preferences unterstützen. Möglich sind damit dann Drucke bis zur höchsten Qualität, die der entsprechende Drucker liefern kann (bei meinem Stylus Color etwa 720x720 dpi in voller Farbtiefe). TurboPrint ist das einzige Drucksystem für den Amiga, das einen 24bit printer.driver beinhaltet und somit wirklich in TrueColor und nicht nur in 12bit (also diese 4096 Farben der Original-Workbench-Treiber) ausdrucken kann. Für Programme, die direkt auf prt: zugreifen, funktioniert das wunderbar. Wer allerdings direkt auf par: die Daten rausschreibt umgeht das Treibersystem wunderbar und darf sich dann nicht wundern, wenn das Ergebnis nicht den Wunschvorstellungen entspricht. Die gravierendste Änderung zur Version 4 fällt beim GrafikPublisher ins Auge, der nun fast schon ein DTP-Programm ersetzt. Man kann nicht nur, wie bei V4, einfach eine Grafik in beliebiger Größe irgendwo auf der Seite plazieren, sondern deren gleich mehrere, auch überlappend und eben frei skalierbar. Dazu können (ebenfalls als Grafikobjekt frei skalier- und plazierbar) Textobjekte dazu ins Bild gesetzt werden und somit eine Seite (oder auch mehrere) bis zum Letzten durchgestaltet werden. Dabei kann zusätzlich noch ausgewählt werden, ob Text und/oder Hintergrund transparent sein sollen. Sogar in Blocksatz lassen sich Textblöcke einbinden. Das Fenster des GrafikPublishers unterstützt volles Drag&Drop, sodaß man Icons von Bildern einfach hineinwerfen kann. Die erstellten Seiten können als Projekt abgespeichert werden, wobei die eingebundenen Bilder darin nur als Link auf den Pfad auf der Platte, an dem das Bild effektiv liegt, vermerkt werden. Die einzelnen Bilder auf der Seite können in den Hintergrund geklickt oder in den Vordergrund geholt werden, die Seiten lassen sich in eine andere Reihenfolge bringen, löschen, kopieren, einfügen, usw. Jedes einzelne Bild läßt sich unabhängig von den anderen nicht nur in Größe und Position anpassen, sondern auch in seinen Helligkeits-, Kontrast-, Gamma-, Farb-, Schärfe- und RGB-Einstellungen beeinflussen. Die veränderten Bilder können dann auch wieder als IFF, PPM oder Sunraster abgespeichert werden. Ebenso können die Bilder frei gedreht werden, wie auch nur Ausschnitte daraus verwendet werden können. Die Qualität der Umrechnungen ist durchwegs sehr gut und die Ergebnisse der Ausdrucke den Erwartungen mehr als entsprechend. Wenn man passendes Papier verwendet, die Qualität der Berechnungen und des Drucks hochschraubt und entpsrechend viel Zeit beim Ausdruck voraussetzt, lassen sich hervorragende Ergebnisse erzielen, die ihresgleichen suchen. Der Grafikpublisher kann entweder direkt auf der Workbench, oder aber auf einem 8bit- oder 24bit-Screen laufen, wobei klarerweise nur bei ersterer Methode das Drag&Drop funktioniert. Ob nun ein CyberGraphX- oder Picassso96-System verwendet wird, ist irrelevant, es funktioniert so und so. Nur auf 8bit-Screens von Picasso96 rendert die Textfunktion nicht richtig (was auch im Handbuch bemerkt wird). Dieser kleine Fehler ist natürlich nicht schön, aber fast zu verschmerzen, da im Ausdruck diese Fehler nicht auftreten. Richtig schön wird es aber erst, wenn der Grafikpublsiher auf einem eigenen 24-Bit-Screen läuft, auf dem dann die ganzen Bilder farbkräftig glänzen und der schön im Blocksatz gerenderte Text fließend um die Bilder herumläuft... Für die Bilder gibt es die Möglichkeit, sie mittels des PhotoOptimizers ganz automatisch oder auch benutzerdefiniert auf bestmögliche Druckqualität hin anzupassen. Diese Option funktioniert mit den vorgegebenen Einstellungen (jeweils auf den verwendeten Drucker angepaßt) schon sehr gut, so daß hier eine Anpassung durch den Benutzer grundsätzlich nicht erforderlich ist. Zur photogetreuen Darstellung von Bildern im Ausdruck ist es wichtig, daß die Farben möglichst gut mit dem Original übereinstimmen, dazu gibt es die TrueMatch-Farbkorrektur, die in TurboPrint 6 ihre Verfeinerung gefunden hat. Für jeden Drucker läßt sich nun eine eigene TrueMatch-Datei laden, auf daß die Farben dem Original immer näher kommen. Neu in V6 ist nun die Möglichkeit, eine TrueMatch-UCR durchzuführen. UCR steht für "Under Cover Removal", einem Fachbegriff aus der Drucktechnik. Fast alle Farbdrucker arbeiten mit den 4 Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Aus den Grundfarben Cyan, Magenta und gElb lassen sich nun bereits nach der subtraktiven Farbmischung alle Farbtöne erzeugen. Schwarz wird zusätzlich eingesetzt, um den Kontrast zu verbessern, reinere Grautöne zu erhalten, Farbe zu sparen und um im Textdruck die Geschwindigkeit zu steigern. Dieses Ersetzen von Grundfarben durch Schwarz wird eben Under Cover Removal genannt, den Grad der Ersetzung gibt man in Prozent an. In Turboprint4 nun wurde Schwarz immer dort gedruckt, wo es mnöglich war (=100%), oder eben gar nicht verwendet (=0%). Dies hat die Nachteile, daß Mischfarben manchmal weniger leuchtend werden und die Rasterung gröber erscheint, da die schwarzen Pixel wesentlich stärker ins Auge fallen als die farbigen. Seit Turborprint5 kann man diese Ersetzung nun prozentual angeben, beziehungsweise automatisch aus der dem Drucker entsprechenden TrueMatch-Datei entnehmen lassen. Ebenfalls neu in V6 ist der Druckerspooler TurboSpool. Er speichert die Druckdaten eines Programms auf der Platte zwischen und reicht dann erst die Daten an den Drucker weiter. Daher steht die Anwendung fast sofort wieder zur Verfügung und es kann weitergearbeitet werden, während noch der Ausdruck läuft. Turbospool selber ist als Commodity implementiert und dementsprechend einfach zu bedienen. Mit ihm können die einzelnen Druckaufträge nicht nur betrachtet werden, sondern auch in ihrere Reihenfolge verschoben, angehalten oder abgebrochen werden. Genauso können einzelnen Aufträge aus der Warteschlange herausgelöscht werden. Genauso, wie man es sich von einem Druckerspooler eben auch erwartet. Zusätzlich kann auch der Drucker resetiert werden, wobei allerdings auch die Warteschlange gelöscht ist, was ja eigentlich nicht erforderlich wäre. In einem eigenen Kapitel wird im Handbuch auch noch darauf eingegeangen, wie ein Spooler effektiv einzusetzen ist und was man wie machen sollte. In der Theorie klingt das Ganze auch sehr schön, leider funktioniert es nicht so ganz einfach, da der Spooler bei mir regelmäßig absemmelte (Wurschtsemmel des Monats?!), den Grund dafür konnte ich aber nicht wirklich feststellen. Ohne Spooler läuft das ganze Drucksystem ziemlich gut, dennoch aber nicht ganz so stabil wie unter V4, das wird aber auch daran liegen, daß es eben noch V6.0 ist und ich aber ein Arbeiten mit V4.3 gewohnt bin. Genauso ist auch der Grafikpublisher nicht immer ganz stabil und zeigt noch ab und zu manchmal äußerst interessant in Szene gesetzte Abstürze, die man einem Amiga gar nicht zutrauen würde. Da Irseesoft aber bisher immer recht flott Updates nachgeschoben hat, dürfte das nicht allzulange ein Problem bereiten (bin ja auch selber schuld, wenn ich mir ne x.0-Version zulege!). Wie auch schon bei V4 gibt es natürlich auch bei der neuen V6 die Möglichkeit, Hardcopies einfach auf Tastendruck zu erstellen. Wer diese Funktion schon kennt, braucht nicht umlernen, denn sie ist gleich geblieben: ob nun ganze Screens direkt gedruckt oder per Maus ausgewählte Bereiche nur gespeichert werden sollen, es funktioniert ganz einfach per Tastenkombination. Die Screenshots zu diesem Artikel sind alle auf diese einfache Art entstanden. Für alte Benutzer ebenfalls nichts Neues ist die Poster-Funktion, bei der aus "kleinen" Bildern ganz große werden können. Neu ist allerdings, daß auch einzelne Posterteile nachgedruckt werden können. Laut Handbuch sind bereits viele rechenintensive Routinen von TurboPrint auf PPC-native Code umgesetzt und sollten somit nun bei Anwahl des entsprechenden Buttons erheblich schneller laufen. Aufgrund von kurzfristigen Änderungen der ppc.library durch Phase5 konnten diese PPC-Routinen aber nicht mehr in V6.0 integriert werden, werden aber voraussichtlich ab Februar von der Homepage von Irseesoft zum Downloaden sein, außer wenn dauernd Anfragen dazu kommen, denn dann dauert es noch länger. |
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Oliver Gerler ...........
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