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| Pablo IV | iiyama MT-9017T |
 
 

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Pablo IV

 
Wie auch schon für die gute alte Picasso II gibt es jetzt auch einen Pablo fuer die Picasso IV. Mitte Dezember konnten wir eines der ersten Exemplare mit Videodaten füttern.

Es weihnachtet sehr...

Es war ein schönes Packerl von VillageTronic per Nachnahme (die österreichische Post ist auch nicht mehr das, was sie mal war: rechnen 245 DM mit 1374 ATS um, tststs :-))) ), drin war eine Mini-Platine und viel Papier.

Brav wie ich bin, lese ich zuerst das Manual (engl./dt. kombiniert) und fang' gleich zum Suchen an: kein Y/C-FBAS-Adapterkabel und keine Regristrierungskarte. Der Rest, Pablo, Handbuch und Installdiskette, ist aber vorhanden. Zusätzlich ist ein Zettel dabei, auf dem steht, wie man sich ein SVHS-auf-FBAS-Kabel selber schnitzen kann.

Aber: Rein mechanisch paßt das Ding gar nicht auf die PIV, weil über dem zentralen Chip auf dem Pablo ein großes Stück Alu pickt, daß sich mit dem Elko, der auf der PIV direkt drunter ist, beißt. Schlecht!

Es kostet einige Überwindung, auf der ebenfalls neuen PIV gleich zum Löten anzufangen (es ist eigentlich nur der stehende Elko umzubiegen oder durch einen liegenden gleicher Kapazität zu ersetzen), aber auch andere Leute konnten sich schon überwinden und die Karten haben es überlebt...

Natürlich macht sowas keine guten Eindruck, aber das ganze Packerl scheint eine Alpha-Version zu sein, da auch die Außenaufschrift nur aus einer beigelegten Kopie besteht...

Innereien

Ganz anders hingegen die ja eigentlich alleinig wichtigen Fähigkeiten dieses Add-Ons: der SVHS-Ausgang auf der PicassoIV wird aktiviert und bei entsprechend eingestelltem Screenmode erscheint an einem angeschlossenen Monitor auch ein schönes Bild. Das hat sogar etwas mit dem gemeinsam, was man auf dem Monitor zu sehen gewohnt ist.

Bevor man allerdings in den Screenmode-Preferences geeignete Modi auswählen kann, muß erst die dazugehörige Software installiert werden. Dank Commodores genialem Installer ist das aber keine Hexerei. Sollte das FlashROM auf der PicassoIV noch eine ältere Version beinhalten, wird es gleich erneuert, damit der Pablo auch von der PicassoIV erkannt wird. Ebenso muß mindestens V1.27 von Picasso96 installiert sein, damit die softwareseitige Einbindung des Pablo funktioniert.

Mit dem neuen FlashROM-Inhalt hat man auch gleich ein neues Bootmenü gewonnen: Hält man beim Systemstart oder bei einem Reset eine Shift-Taste gedrückt, erscheint ein Menü der PicassoIV, in dem man unter anderem die Grunddaten des Pablo einstellen, sowie den eingebauten Flickerfixer auf Default-Werte zurücksetzen kann. Sollte auch noch eine Concierto oder sonstiges auf der PIV stecken, so gibt es dafür eigene Untermenüs.

Im Preferences-Verzeichnis kommt ein neues Programm für den Pablo dazu. Das bietet genau die gleichen Möglichkeiten wie das entsprechende Untermenü im PIV-Bootmenü: Auswahl der gewünschten Ausgabenorm (PAL B/G/I, PAL M, NTSC, NTSC-EIA) und Wahl der Signalart (SVHS, FBAS). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, zur Flimmerverminderung eine lineare Interpolation über 2 oder 3 Zeilen durchzuführen, die aber klarerweise z.B. Schrift stark verschwimmen läßt. Ebenfalls kann man die Position des dargestellten Bildes verschieben. Sollte das Bild zu hell oder zu dunkel sein, lassen sich auch noch Lastwiderstände an den RGB-Leitungen dazuschalten. Zu guter Letzt kann man auch ein Farb- oder Graustufentestbild darstellen.

Farbkleckse

Die Modi für den Pablo stehen nach einem Reset ganz normal zur Auswahl zur Verfügung. Wer das Klacken eines Relais wie bei der PicassoII bei der PicassoIV schon vermißt hat, kommt mit dem Pablo wieder in den Genuß sanfter Mechanik: denn nur wenn der ausgewählte Screenmode vom Pablo darstellbar ist, wird das Signal an den Ausgang durchgeschaltet.

Die Auflösung beträgt grundsätzlich 640x480, nur in PAL B/G/I gibt es einen Overscan-Modus mit 800x600 Pixeln, der auch wirklich den Bildschirm voll ausfüllt, sollte nicht irgendsoein dahergelaufener Bastler die Bildgeometrie am Fernseher verstellt haben....

Läuft der Amiga im PAL-Modus (eingestellt im Bootmenü oder per Jumper am Motherboard), stellt der Pablo auch nur den PicassoIV:PAL-Modus dar, genauso im NTSC-Modus. Die Darstellung kann in bis zu 24 Bit erfolgen, es sind also TrueColor-Anims ganz einfach mit einem Videorecorder aufnehmbar.

Die Qualität des Ausgangssignals ist für den Heimgebrauch auf jeden Fall schon fast zu gut, denn sogar bei meiner Testkonfiguration (Pablo -> Adapterkabel auf Cinch -> Videorecorder -> Antennenkabel -> Fernseher) konnte in PAL Overscan (eben diese 800x600-Auflösung) topaz 8-Schrift am Fernseher einwandfrei entziffert werden. Es ist natürlich unscharf, aber bei diesem Signalweg durchaus verständlich.

Die Interpolation zur Flimmervermeidung funktioniert einwandfrei, sie ist ja auch in der Hardware implementiert, natuerlich mit dem Nebeneffekt, daß das Ganze unschärfer wird...

Da die mitgelieferten Versionen der Software (P96 und PicassoModeTNG) nun doch zu alt waren, installierte ich gleich eine neue Version beider Teile drüber und mußte mit Verwundern feststellen, daß meine Pablo-Modi verschwunden waren. Erst eine Neuinstallation von der Pablo-Disk brachte sie wieder zutage. Schuld daran war, daß ich bei der Installation von P96 ein Update der Screenmodi-Datenbank angewählt habe und somit die gespeicherten Modi verloren gingen. Tja, wohl selber schuld...

Sowohl mit Picasso96Mode als auch mit PicassoModeTNG lassen sich die Pablo-Modi anwählen und bearbeiten (naja, eigentlich sind fast alle Parameter gesperrt, denn würde man diese ändern, hätte man kein der Norm entsprechendes Signal mehr). Interessanterweise könnte man mit Picasso96Mode die Parameter doch verändern, denn dieses Programm kennt keinen Pablo und sieht die Einträge als normale Screenmodi an. Hier ist also Vorsicht geboten. Dafür lassen sich mit PicassoModeTNG die Namen der Screenmodi nicht nach eigenen Wünschen anpassen, zumindest habe ich es nicht fertiggebracht, dem Programm beizubringen, daß es die neuen Modi so abspeichern soll, daß sie nach einem Reset in Screenmode zur Verfügung stehen...

Buchstabensalat

Das Handbuch präsentiert sich in VillageTronic-üblicher Machart mit Spiralbindung. Die erste Hälfte enthält den englischen Teil, danach ist die deutsche Version des Handbuchs eingebunden.

Sowohl einige Grundlagen über Fernsehnormen, warum zum Beispiel kein SECAM darstellbar ist, als auch die Einbau- und Installationsanleitungen sind klar und strukturiert aufgebaut und auch für Elektronik-Laien gut verständlich. Das Ganze wird von einer Liste möglicher Fehler und deren Behebung abgeschlossen, so daß man mit dem Pablo eigentlich nur seine Freude haben wird können.

Was bleibt viel zu sagen? Pablo angesteckt, eingeschaltet, funktioniert. Einfach schön! Mit diesem kleinen Stück "Platine mit Klumpat drauf" hat Village Tronic den Weg, den sie beim Pablo für die PicassoII gegangen sind, konsequent fortgesetzt und ein ordentliches Stück Hardware produziert!

Visionen

Wird es denn einmal eine Paloma geben, so kann man auch Videodaten einlesen und somit wird (zumindest lt. Pablo-Handbuch) aus der PicassoIV ein digitales Genlock, das als "kleines" Goodie auch Normwandlungen durchführen können soll. Vor allem aufgrund der hardwaremäßig implementierten Interpolations-Funktion dürften NTSC-to-PAL-Wandlungen somit von ansprechender Qualität sein. Sobald dieses weitere Add-On erhältlich sein wird (voraussichtlich Mitte Februar 1998), folgt ein Bericht hier in der AmigaScene.


Oliver Gerler ...........


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