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| ISDN MAster II | Blizzard PPC 603e |
 
 

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ISDN Meisterlich!

 
Ein Situationsbericht vom Betrieb der ISDN Master II im ISDN Netz der PTA. In Deutschland wurde ja schon öfter darüber geschrieben, hierzulande war ISDN am Amiga aber kaum bekannt. Da stellt sich natürlich die Frage, ob ISDN gleich ISDN ist, sprich ob sich die ISDN Master auch im österreichischen Postnetz bewährt. Eines gleich vorweg - sie tut es.

 
Wir bei der Point Design haben seit ca. einem Monat die ISDN Master als "Alles- in-allem-ISDN-Lösung" in einem Amiga 3000 im Einsatz. Die Zorro 2 Steckkarte ersetzt neuerdings ein ISDN-Telefon und die Anrufbeantworter. Außerdem dient sie als Schnittstelle ins Internet (mit Miami 3.0). Die ISDN Karte läßt sich also für zwei Aufgabengebiete einsetzen:

1. für den Datenverkehr
2. als ISDN Telefon

 

Zuerst zum Datenverkehr / Internetanbindung

 
Mit Miami 3.0 und der ISDN Master dauert eine Installation und Inbetriebnahme der ISDN Master maximal 10 Minuten. Zuerst die Install Disk der ISDN Karte einlegen, Installer starten, danach Miami installieren und ONLINE clicken. Fertig! Miami 3.0 unterstützt in der neue Version ISDN direkt. Die Version 2.x konnte das auch, allerdings mußte man am Dial-String noch extra Hand anlegen (als Präfix muß dort AT&B6D eingetragen werden). Als Schnittstelle zur Karte dient das fossil.device das auch noch einen komplettes Hayes kompatibles Modem emuliert. Damit kann man die Karte auch mit einem normalen Terminal benutzen (z.B. Term) - vorausgesetzt die Gegenstelle erlaubt eine Verbindung über ISDN - zu einem als Modem konfigurierten Gegenpart sieht's da dann schlecht aus.

 
Die wichtigste Frage stellt sich natürlich gerade beim Internetzugang: Wie schnell ist sie? ISDN hat da eine feste Transferleistung mit 64 KBit/sec (pro D-Kanal). Das ist auch schon die Antwort darauf. Maximal lassen sich so um die 8-9 KB pro Sekunde übertragen - meistens allerdings darunter, weil es kaum eine Leitug gibt die vom Provider her mehr als 5-6 KB/s liefert. Beim FTP Transfer können es aber an "ruhigen" Tagen - und nur einer Connection (innerhalb Österreichs) schon 8,5 KB/s werden.

Surfen wird mit der ISDN Master zur wahren Freude, Bilder werden "rasend" schnell geladen. "Site Jumping" wird endlich interessant. Mann sieht eine Ankündigung, muß natürlich gleich hin und kommt drauf, daß da doch nix interessantes steht - also nächste Page her. Mit dem Modem eine Qual - mit ISDN angenehm schnell.

 
An Internetsoftware läßt sich so ziemlich alles benutzen. Ich habe die Preview-Version des YAM 2.0 als Mailbox laufen, benutze den Voyager und den IBrowse als WWW-Browser und gelegentlich AmFTP um mal was vom Aminet zu holen. Außerdem auch noch telnet-en auf'n Server, um mal schnell was zu schauen. Da gibt es also keine Einschränkungen.

Bei so viel Licht gibt's natürlich auch Schatten. Leider ist es mir bis heute nicht gelungen, die ISDN Master mit AmiTCP/IP zum Laufen zu bringen. Das liegt an einem Problem des ppp.device. Für meine PPP-Verbindung benötige ich unbedingt einen synchronen PPP Modus der mit dem AT&B6D im Dialstring (nicht im Init Teil!) eingeschaltet werden muß. Leider hab' ich's nicht geschafft, dem AmiPPP den Dialstring mitzuteilen - wenn von Euch jemand weiß, wie man das macht, nur her damit. AmiTCP wäre wichtig, da Miami derzeit leider nur ein Interface bedienen kann, wir aber auch ein Ethernet-Netzwerk betreiben. Die künftige Miami Deluxe Version soll das dann aber auch können. Abwarten.

 
Ein weiteres Minus ist sicher die für ISDN Verhältnisse lange Connect-Zeit. Zum Aufbau einer Verbindung vergehen leicht 2sec, ISDN verbindet normalerweise im ms-Bereich. Was Miami leider auch nicht kann, ist eine Verbindung parken, d.h. z.B. nach einer gewissen Untätigkeit die Verbindung zum Server unterbrechen und beim nächsten Zugriff wieder zu verbinden. Bei ISDN könnte man das auf Grund der kurzen Connect-Zeiten sehr effizient ausnützen, daher ein glatter Minuspunkt. Jeder kennt das, man entdeckt ein interessantes Online-MagaScene und will einen Artikel lesen, und nebenbei läuft der Telefonzähler heiß. Es wäre schön, wenn man nicht nur zahlt, während man blättert.

 

Einsatz als ISDN Telefon

 
Zum Betrieb als ISDN Telefon benötigt die ISDN Master das Telefonmodul, ein kleiner Aufsatz, der am hinteren Ende auf die Karte gesteckt wird. Zusätzlich wird noch ein handelsüblicher Telefonhörer benötigt (ich benutze derzeit den Hörer meines Swatch-Twin-Phones weil das sonst eh so leise ist, daß ich nix verstehe). Angesteckt wird der Hörer an der 4 poligen Western-Buchse gleich neben dem durchgeführten (!) S0-Bus. Die Lautstärke für Hörer und Mikrofon lassen sich einzeln programmieren. Eine Verbindung läßt sich stumm schalten, mit Hintergrundmusik parken (allerdings nur über einen Menübefehl und nicht mit einem Gadget!) und der Telefonlautsprecher läßt sich sogar auf Amiga-Audio legen (mit 1-2 sec verzögerung übern Z2 Bus!).

Die Telefon-Software WilhelmTel II ist im Lieferumfang enthalten und recht einfach gehalten. Es stehen grundsätzlich alle Funktionen, die ein Telefon braucht, zur Verfügung. MSNs, also Mehrfachnummern (ISDN kann als "Dienst" mehrere Nummern intern verwalten) lassen sich beliebig programmieren. Pro MSN kann ein eigener Anrufton eigestellt werden, der übrigens als IFF-8SVX Sample vorliegen kann.

 
Weiters läßt sich die Steckkarte auch als Anrufbeantworter einsetzen. Das auch noch so flexibel, als daß man für jede MSN Nummer einen eigenen Text aufnehmen kann. Schluß mit dem Aparate Chaos, nur mehr ein Gerät für alle Nummern. Rufnummern lassen sich auch ignorieren. Das ist z.B. interessant, falls eine MSN als Fax konfiguriert ist. Mit dem Fax will man ja selten Quatschen.

WilhelmTel beinhaltet auch ein Telefonbuch das allerdings auch sehr einfach gehalten wurde und leider keine Schnittstelle nach außen bietet. Nummern lassen sich mit Namen und Adressen speichern und auch in Gruppen zusammenfassen. Wird bei eingehenden Rufen die Nummer mitgeschickt (z.B. bei ISDN Telefonen üblich oder bei GSM Handys), und befindet sich die Nummer im Adreßbuch, wird der Name des Anrufers auch gleich angezeigt.

Wilhelm Tel II ist ein Commodity und läuft unauffällig im Hintergrund. Die Funktionen sind nicht gerade üppig, es kann aber alles was ein komfortables Arbeiten mit dem ISDN-Telefon braucht. Was ich allerdings vermisse, ist eine ARexx-Schnittstelle, mit der sich Wilhelm Tel einfach erweitern ließe. Ich denke da z.B. an eine dirkete Anbindung an eine Lager-, Aufrags- und Kundenverwaltung. Das wäre mit ARexx relativ einfach zu realisieren.

 

Keine Faxen!

 
Was die ISDN Master leider nicht kann, ist faxen. Angesichts der Möglichkeit, nur G3 Faxe über ISDN verschicken zu können ist das allerdings kein wirkliches Manko. Dazu müßte auch die Gegenstelle ein ISDN Fax besitzen. Ein Fax an ein analoges G2 Fax mit einem G3 Gerät ist leider nicht möglich - G2 mit der ISDN Master rein technisch nicht möglich.

Ja,das war's. Viele werden sagen:"8 KB/s schaffe ich mit meinem 56K Modem auch!", allerdings kann man auch noch nebenbei telefonieren - ohne dabei aufstehen zu müssen :) Subjektiv habe ich den Eindruck, daß ISDN bei mehreren Connections gleichzeitig, weniger einbricht als ein Modem, allerdings fehlt mir da die konkrete Vergleichsmöglickeit mit einem schnellen 36/56K Modem. Außerdem erspart man sich mit der ISDN Master die serielle Schnittstellenkarte, die bei einem externen Gerät wieder extra anfallen würde. Und zu Guter Letzt kostet die ISDN Master nicht viel: 1.699,- ohne Telefonoption, 1.999,- mit. Zu beziehen über die Point Design Software & Sales. (Ein bißchen Werbung sei mir verziehen).

Jürgen Schober ...........


- Die ISDN Master II (GIF;18K)
 
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