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Nostalgie - Oliver Gerler schwelgt in Erinnerungen

 
Ich stöberte gerade schöne alte c'ts durch (Danke, Dieter) und entdeckte einen sehr entzückenden Artikel in Ausgabe 1/85:

 

C-1: Ein Cray für 'Arme'

Die Marktlücke zwischen dem Supercomputer von Cray und dem Rest der Computerwelt will nicht etwa eine Firma aus Fernost mit einem sogenannten kompatiblen Rechner schließen. Nein, die Konkurrenz kommt aus den Staaten selbst. Der C-1 von der Convex Computer Corporation zielt preislich und leistungsmäßig auf alle Anwender, die gerne einen Cray hätten, typischerweise aber nur die Mittel für erlesene Minicomputer zugebilligt bekommen. Hier soll der C-1 helfen, der in seiner Basis-Version zum Preis von 495 000 US-Dollar nach Herstellermeinung ein erschwinglicher Supercomputer ist. Seine Architektur und Bedienung orientieren sich in der Tat am Cray, mit 60 Millionen Operationen pro Sekunde kommt er allerdings an Cray-Superstar (1260 Fließkommaoperationen pro Sekunde) nicht heran. Für die 500 K$ bekommt man zwei 19-Zoll-Schränke zu anderthalb Meter Höhe. Diese enthalten 4 MByte RAM, einen I/O- und einen Service-Prozessor, ein Hardcopy-Subsystem, ein Winchester-Drive mit 414 MByte Fassungsvermögen (formatiert), ein Bandgerät und ein Multibus-I/O-Chassis. Die CPU, die aus LSI- und kundenspezifischen VLSI-Chips in CMOS-Technologie aufgebaut ist, ist natürlich ebenfalls dabei. Ebenso sind ein Software-Paket aus UNIX-Betriebssystem, Fortran-Compiler nach ANSI 77 und ein C-Compiler mit von der Partie. Wen's interessiert: voll ausgebaut mit 128 MByte RAM und fünf I/O-Prozessoren beträgt die Leistungsaufnahme des Prozessorschranks 3200 Watt, das entspricht etwa dem Spitzenverbrauch einer Waschmaschine. Die Zeiten, als Computer noch eigene Kraftwerke verlangten, sind langsam vorbei.

 
 
Besonders letzter Satz ist wohl irgendwie amüsant. Bei der Angabe der FlOps muß sich aber wohl irgendwo eine Million verloren haben, denke ich mal.

Im Vergleich dazu, dass mein 030er grad mal 1.14 MFlops schafft und mit 7 Mips auch nicht der Schnellste ist, sind diese 14 Jahre alten Angaben doch einigermaßen erstaunlich. zumindest für mich.

BTW: Im gleichen Heft wird übrigens gerade der neue C-16 als Zwischenstück zu 64er und VC-20 vorgestellt :-)))

 
Achja, wo wir schon dabei sind. Aus derselben Ausgabe:


20 MByte halbhoch

Unter der Bezeichnung '724' kündigt Shugart ein 5,25"-Winchesterdrive mit halber Bauhöhe an. Das Laufwerk besitzt eine formatierte Kapazität von 20 MByte und ist für Tischcomputer vorgesehen, die mit einem kompakten Winchestersystem bestückt werden sollen.

 
Im Vergleich dazu sind die 414 MByte von oben wohl unendlich viel...

 
Ahhh, und damit nicht genug; noch immer im gleichen Heft: große Vorstellung der 'Wafa's, dabei hatten die ja eh schon ihre Microdrives und am 64er gabs immer noch "nur" Floppys, wenn auch schon große Errungenschaft gegenüber der Datasette...

... und haufenweise Listings in Basic und Assembler und net so Visual-Schrott wie jetzt nur mehr. Hach, wo sind die Zeiten hin??? Früher war halt alles noch viel ehrlicher...

Hihi: 5-seitiges doppelspaltiges Assemblerlisting: Disassembler für Spectrum und ZX81, und nicht nur ich habe mir damals die Finger verknotet...

Und: C64-Speicheroszi mit 2K Speichertiefe, 6 Bit Auflösung und max. 10.24 MHz Abtastfrequenz.

Hui: was zum Liebhaben: 129 Zeilen DATA-Wüsten :-))

In der gleichen Ausgabe aber auch so Sachen, wie ein Transputer mit damals schon 25MByte/s Datenrate des Speicherinterfaces und 10 MIPS bei 32Bit...

 
Ausgabe 10'87, Inhaltsverzeichnis:


Amiga, der 32-Bitter

Mit der PAK-68 im Gehäuse wird der Amiga zum Porsche unter den Computern. Ohne Mucken schluckt er den 68020 wie auch die FPU 68881. Leistungssteigerungen bis 25 000 Prozent sind möglich. Und mit dem Aztec-C-Compiler kann man das Hochleistungsvehikel in einer Hochsprache programmieren. Suchen Sie schon mal Ihr Sparbuch, es wird ernst.

Seite 116

 
 
Graphik bei einem Artikel über Journalisten bei einer Werksbesichtigung von Apple, Killarney: Pferd mit Reiter an idyllischem See, in der Mitte des Sees ein MacMonitor, das Pferd scheißt angebissene, grüne Äpfel.

Kurze Ausschnitte aus dem Artikel gefällig?


'Seit ich die Amiga-Tastatur kenne, weiß ich die Mac-Tastatur wieder zu schätzen.'

'Dann kann ich Ihnen nur die ST-Tastatur empfehlen, um das Bild abzurunden. Fünf Sekunden genügen, und Sie denken, Ihr Kaugummi ist Ihnen auf die Platine gefallen.'

'Ich hab doch gar kein Kaug...'

 
Ein wenig später im Text dann:


Später, nach dem 5strahligem Dinner, beginnt in der Bar das Psychospielchen:

Was wäre die zu erratende Person als Wolke? - Schäfchen.

Was wäre die Person als Geldschein? - Zwanzigmark.

Was wäre sie als Farbe? - Amigablau.

 

Oliver Gerler ...........


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