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Philips Brilliance 107

 
Von Philips gibt es in der 17 Zoll Klasse derzeit drei verschiedene Monitormodelle. Der 107S ist das günstigste und technisch schlechteste Modell. Auch von der Ausstattung bietet es am wenigsten. In der nächsten Stufe findet sich der 107MB. Der Brilliance 107 hingegen ist das Spitzenmodell. Diesen gibt es mit identischen technischen Daten und Ausstattung auch in einer 19 Zoll Variante als Brilliance 109.

 
Hinter diesen für den Kunden leicht aufgrund der Aufschrift an der Vorderseite des Gehäuses erkennbaren Produktbezeichnungen versteckt sich jedoch bei Philips Monitoren ein gewaltiges Chaos in der Modellvielfalt. So müssen zwei Monitore, die als Brilliance 107 beschriftet sind, bei weitem nicht gleich sein. Jedoch ist hier äußerste Vorsicht geboten, denn leicht kommt man so zu einem Modell, das für den Amiga völlig unbrauchbar ist.

Vom Brilliance 107 sind zumindest zwei verschiedene Modelle bekannt, welche die Modellnummern 17A8808Q bzw. 17A580BQ tragen. Das erste ist das ältere Modell und unterscheidet sich vom zweiten grundsätzlich in seiner Ausstattung. So hat dieses weder BNC-Buchsen noch irgendeine Möglichkeit, direkt am Monitor Bildparameter, außer Helligkeit und Kontrast, einzustellen. Alle anderen Einstellungen, die die Bildlage und Bildgeometrie betreffen, können bei diesem Modell nur über den vorhanden USB-Bus verstellt werden. Damit hat man am Amiga also wenig Glück, da hier weder ein USB-Bus noch eine passende Einstellsoftware existieren.

Das Modell 17A580BQ hingegen ist, falls man Besitzer einer Grafikkarte ist für den Amiga ein ausgezeichneter Monitor. Wie erkennt man nun, um welches Modell es sich handelt? Die Modellnummern sind am Typenschild des Monitors angeführt, welches sich jedoch nur auf der Unterseite (beim 17A8808Q) bzw. auf der Rückseite (beim 17A580BQ, eventuell durch eine abnehmbare Abdeckung verborgen) befinden. Auch auf der Verpackung sind die Nummern angeführt.

 
Da das andere Modell für den Amiga uninteressant ist, wollen wir uns in weiterer Folge nur mehr mit dem 17A580BQ auseinandersetzen. Er bietet alles, was man sich heute von einem Monitor dieser Preisklasse wünscht:

Ein brilliantes Bild mit hoher Schärfe und Kontrast, bei geringen Konvergenzfehlern. Auch in den Ecken ist die Schärfe noch gut. Die Wiederholfrequenzen können sich sehen lassen:

- 30 bis 95 kHz horizontal
- 50 bis 160 Hz vertikal
 
Hier sieht man natürlich bei der unteren Grenze der Horizontalfrequenz, daß man zumindest einen Flickerfixer benötigt, wenn man die originalen PAL oder NTSC-Modi des Amiga verwenden will. Jedoch ist hier auch anzumerken, daß bei den heutigen Monitoren mit ihrer kurzen Nachleuchtdauer ein Bild mit einer vertikalen Wiederholfrequenz von 50 oder 60 Hz als extrem flimmernd erscheint, viel ärger als z.B. auf einem originalen 1081 oder 1084 Amiga-Monitor und man deshalb mit solchen Modi nicht dauerhaft arbeiten kann. Die oberen Grenzen hingegen liegen über den Möglichkeiten der heute verfügbaren Grafikkarten für den Amiga, welche nur maximal 84 kHz schaffen. Man hat mit diesem Monitor also noch Reserven. So kann er ein Bild mit einer Auflösung von 1600×1200 Bildpunkten noch mit 75 Hz Bildwiederholfrequenz darstellen. Jedoch ist eine solch hohe Auflösung eigentlich für einen 17 Zoll Monitor schon fast zu viel. Interessanter sind hier 1024×768 oder 1280×1024. Hier kann man anmerken, daß der Brilliance 107 auch bei 1280×1024 noch ein so gutes und scharfes Bild liefert, daß man diese Auflösung ruhig für seine Workbench verwenden kann. Die Grenzen liegen eher bei den Grafikkarten. Diese schaffen diese Auflösung nur mit 256 Farben und 76 Hz Bildwiederholfrequenz.

Deshalb verwende ich die eher unüblichere Auflösung von 1280×960 Punkten mit einer Bildwiederholfrequenz von 80 Hz. Die höhere Wiederholfrequenz macht sich angenehm bemerkbar und außerdem ist das Verhältnis von horizontalen zu vertikalen Pixeln genau 4:3 was auch dem Verhältnis der Bildröhre entspricht. Dadurch hat man wie auch bei den Modi 640×480, 800×600 oder 1024×768 quadratische Pixel.

 
Der Monitor bietet zwei getrennte Videoeingänge. Einer mit dem herkömmlichen 15-poligen VGA-Stecker und der zweite mit 5 BNC-Buchsen für Rot, Grün, Blau, horizontale und vertikale Synchronisation. Ein relativ langes Kabel mit jeweils einem 15-poligen VGA-Stecker auf beiden Enden, wie wir es auch für die Amiga-Grafikkarten brauchen, ist im Lieferumfang enthalten. Ein Kabel zum Anschluß an die BNC-Stecker muß extra erworben werden. Dann kann man jedoch zwei verchiedene Rechner oder wie in meinem Fall den Amiga und die PC-Grafikkarte für die A2386 Brückenkarte gleichzeitig anschließen. Zwischen den beiden Videoeingängen kann dann mittels eines Schalters, der jedoch leider nur auf der Rückseite des Monitors angebracht ist, umschalten.

Der Brilliance 107 beherrscht auch Synchronisation auf Grün, wie es manche Workstations erfordern. Im On Screen Display kann die Anpassung der Eingangsspannung des Videosignals zwischen 0,7 V und 1 V umgeschalten werden. Wird der Monitor über den 15-poligen Stecker verbunden, so kann die Grafikkarte, sofern diese und das zugehörige Programm dies unterstützen (z.B. Mode TNG und Picasso IV), den gültigen Synchronisationsbereich direkt vom Monitor auslesen, was auch einwandfrei funktioniert hat.

 
Neben den Video-Anschlüssen existieren auf der Rückseite des Gerätes auch noch Audio-Anschlüsse. Da finden sich drei Chinc-Buchsen. Zwei davon dienen als Eingang, über die man die eingebauten Stereo-Lautsprecher betreiben kann. Lautstärke, Höhen und Bass können im On Screen Display eingestellt werden. Auf der Vorderseite des Monitors befindet sich außerdem eine eigene Taste zum Stummschalten der Lautsprecher. Der Klang der eingebauten Lautsprecher ist jedoch nur durchschnittlich.

Der dritte Anschluß ist der Ausgang für das eingebaute Mikrofon. Die Öffnung für das Mikrofon befindet sich vorne in der Mitte unter dem Bildschirm. Zum Anschluß von Lautsprecher und Mikrofon an den Computer werden zwei Kabel mitgeliefert, die auf der eines Seite die Cinch und auf der anderen jeweils einen 3,5 mm Klinkenstecker besitzen. Diese sind zum Anschluß an eine PC-Soundkarte gedacht. Den Amiga Audio-Ausgang am Minitor anzuschließen ist jedoch kein Problem, denn es reicht ein herkömmliches Audio-Kabel, mit Cinch-Steckern auf beiden Enden, wie es bei Stereoanlagen verwendet wird. Die Picasso IV dagegen besitzt solche 3,5 mm Klinkenstecker für den Audio- Ein- und -Ausgang.

Auf der rechten Seite des Monitors sind noch zwei Buschsen für 3,5 mm Klinkenstecker ausgeführt. Die eine zum Anschluß eines Kopfhörers, an der anderen kann ein externes Mikrofon angeschlossen werden.

 
Auf der Rückseite des Monitors befindet sich auch der sogenannte USB-Bay. Das ist eine duch eine Abdeckung veschlossene Vertiefung, in die das optional erhältliche USB-Modul gesteckt werden kann. Damit ist es dann möglich, wie beim vorhin angesprochenen Modell, alle Einstellungen am Rechner über den USB-Bus durchzuführen.

Mit einer aufsetzbaren Abdeckung können alle Anschlüsse und Kabeln auf der Rückseite des Monitors verdeckt werden. Interessant ist auch die Lage des Ein-/Ausschalters. Dieser befindet sich nicht wie sonst üblich vorne, sondern auf der Oberseite des Gerätes.

 
Das On Screen Display wird über eine Taste und einen Drehknopf, welcher rechts in der Unterseite des Monitors eingelassen ist, schnell und einfach bedient. Dabei ist das Menü so aufgebaut, daß man einfach zur gewünschten Funktion gelangt, ohne daß man erst viele Untermenüpunkte aufrufen muß. Durch Drücken der Taste kommt man ins Menü und dort kann man die verschiedenen Symbole mit dem Drehknopf anfahren. Drückt man auf dem markierten Symbol wieder die Taste, so erscheint ein Balken und man kann den gewählten Wert mit dem Drehknopf verändern.

Das Menü kann in mehreren Sprachen, so auch in Deutsch abgerufen werden. Eine praktische Eigenschaft ist die Möglichkeit, eine von den drei Einstellparametern Lautstärke, Helligkeit oder Kontrast direkt auf den Drehknopf zu legen, sodaß dieser Parameter sofort durch Drehen desselben, ohne daß man dazu ins Menü muß, verändert werden kann. So kann man zum Beispiel die Lautstärke, wie wenn man dafür einen eigenen Drehregler hätte, sofort nachstellen.

 

Im praktischen Betrieb

 
Die Darstellungsqualität, was Schärfe Helligkeit und Kontrast angehen, sind ausgezeichnet. Auch feine Grauschattierungen, die bei anderen Monitoren oft schon im Schwarz verschwinden, werden noch gut aufgelöst. Besonders auffällig sind auch die brillianten Farben. Jedoch hat auch der Brilliance 107 ein Problem, das schon bei anderen Philips-Monitoren aufgefallen ist: Sie neigen zum Singen bzw. Pfeifen bei bestimmten Bildwiederholfrequenzen, welches nicht wegzubekommen ist, außer man wählt einen anderen Darstellungsmodus. Beim Brilliance 107 hat es auch den Anschein, daß manche Frequenzen die eingebauten Lautsprecher zum Mitschwingen anregen. Dies kann auch durch Abdrehen der Lautstärke auf 0 nicht beseitigt werden.

 

Einstellmöglichkeiten im On Screen Display:

 
- Hauptmenü: Helligkeit, Kontrast, Entmagnetisierung, Lautstärke
- Format und Bildlage: Volles Format, horizontale/vertikale Bildlage, horizontales/vertikales Format
- Farbtemperatur: Wählbar
- Spezialfunktionen: Sprache des On Screen Display, Abgleich der Bildecken, Vertikale Linearität, Moiré, Drehknopf-Vorgabe, Bildschirmschoner (Stromsparfunktion), OSD-Funktionen, Video-Eingang (0,7 V / 1,0 V)
- Klangregler: Stummschaltung, Tiefen, Höhen, Balance
- Geometrie: Kissenverzerrung, symetrische Kissenverzerrung, Trapez, Parallelogramm, Rotation
 
 

Ab Werk eingestellte Auflösungen:

 
ModusAuflösungH-Freq.(kHz)V-Freq.(Hz)Standard
1640×40031,570VGA
2640×48031,560VGA
3640×48037,575VESA/75
4800×60046,975VESA/75
5800×60053,785VESA/85
61024×7686075VESA/75
71024×76868,685VESA/85
81152×87069,075MAC
91152×90071,876SUN SPARC
101280×102480,075VESA/75
111280×102491,085VESA/85
121600×120093,875VESA/75
 
Natürlich werden auch alle anderen Auflösungen und Frequenzen innerhalb der Spezifikation ordnungsgemäß verarbeitet. Deren Parameter werden auch gespeichert. Verwendet man jedoch die ab Werk eingestellten Modi, dann wird dafür kein extra Parameterspeicher benötigt.

 

Technische Daten:

 
Bildröhre
Bildschirmgröße17" (38,6 cm) flach und rechtwinkelig
Sichtbare Bildgröße(VIS) 15,9"
FokussierungsmethodeDynamischer Fokus
Lochmaskenabstand0,22 mm (horizontal)
PhosphorP22 oder gleichwertig, mittelkurze Nachleuchtdauer
EntspiegelungArasc
Anzeigebereich
Werkeinstellung300 mm (H) × 225 mm (V)
Maximal nutzbar327 mm (H) × 246 mm (V)
Abtastfrequenz
Horizontal (Zeile)30-95 kHz (AutoScan)
Vertikal (Rahmen)50-160 Hz (AutoScan)
LeistungsaufnahmeWechselstrom 90-264 V, 47-63 Hz
Stromverbrauch100 W normal, 120 W maximal
Wärmeabgabe341,3 BTU normal, 409,5 BTU maximal
Eingangssignal
Video0,7 oder 1,0 Vpp, 75 Ohm Impedanz
SyncGetrennt Sync. TTL-Stufe, Zusammengesetzt Sync. TTL-Stufe
Ständer
Kippen5° nach vorne, 11° nach hinten
Schwenken90° nach links, 90° nach rechts
Physikalische Daten
Abmessungen (B×H×T)442 × 433 × 500 mm
Nettogewicht21,5 kg
Betriebsumgebung
Raumtemperatur0° C - 40° C
Rel. Luftfeuchtigkeit10% - 90%
Lagerungsumgebung
Raumtemperatur-40° C - 60° C
Rel. Luftfeuchtigkeit5% - 95%
 

Thomas Öllinger ...........


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