WBTuning-Kurs /5

von
Gregor Franz

Dieser Kurs widmet sich der Erleichterung der Arbeit mit der Workbench, der Verbesserung ihrer Funktionen und auch ihrer Verschönerung. Natürlich gibt es unzählige Programme, Patches usw. die dazu beitragen (wollen). Ich werde nicht auf alle eingehen können, hoffe aber, daß hier ein paar Anregungen und Tips bei sein werden, die noch nicht allen bekannt sind.

Bei vielen Programmen gibt es spezielle Formen des Nutzungsrechtes. Es kann sich z.B. um Shareware, Cardware o.ä. handeln. Ich gehe darauf nicht in jedem Fall explizit ein. Eine Demoversion ist so gut wie immer frei erhältlich. Als Quelle fungiert das AMINET.

Verschiedene Funktionen sind auch in Multifunktions-Commodities integriert, im Teil 6 werde ich auf ein Beispiel hierfür eingehen.

Der Kurs setzt sich aus folgenden Artikeln zusammen:
  1. Optische WB-Verbesserung
  2. Smarte ZusatzFX
  3. Disk-Tuning
  4. Hilfreiche C-Vitamine
  5. Sonstige Helferlein
  6. Beispiel für Multicommodities: MultiCX
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5. Sonstige Helferlein

Diesmal sind wir bereits im vorletzten Kursteil angelangt. Sonstige Helferlein: das ist ein Sammelsurium an kleinen netten, manchmal entbehrlichen, aber manchmal auch sehr hilfreichen Tools, die nicht so recht in die anderen Rubriken gepaßt haben.

HDEnv ist eines der Programme, die durch einen speziellen Trick dafür sorgen, daß man etwas RAM sparen kann. Die Kopien benötigter Einstellungen, die sonst in den Arbeitsspeicher geladen werden (ENV), werden auf die Festplatte verlagert. Nützlich und absolut systemkonform.

AAVD ist interessant für Leute, die entweder auf ihrem riesigen Monitor schnell den Überblick verlieren oder insbesondere für diejenigen, die die Bildschirmgröße wesentlich größer eingestellt haben, als real möglich ist.

Es öffnet sich ein Fensterchen, dessen Größe frei einstellbar ist und in dem klein die Umrisse der auf dem Screen geöffneten Windows dargestellt werden (also auch der evtl. gerade nicht sichtbare Bereich des Schirms). Wenn man in eines hineinklickt, so wird dieses Fenster aktiv. Beim Wechsel auf einen anderen Screen folgt einem das AAVD-Fenster, so daß man es immer im Blick hat.

In diese Richtung geht auch SIW (ScreenInWindow). Das ist ein sehr originelles Tool, denn hiermit ist es möglich, in einem Fenster einen bestimmten Bereich eines anderen Public-Screens zu beobachten. Diesen Sichtbereich kann man verschieben, wenn man mit der linken Maustaste in das SIW-Fenster hineinklickt und sie bei der Bewegung gedrückt hält.

Es ist sogar möglich, in dem Fenster Aktionen per Maus durchzuführen oder mittels Tastatur etwas einzugeben, also den anderen Screen `fernzubedienen`. Der Anwendung sind kaum Grenzen gesetzt, so wird es auch möglich Programme auf anderen Bildschirmen zu bedienen, denen es von Hause aus eigentlich nicht möglich ist, zu `springen`. In neueren Versionen ist SIW komfortabel per Menüs bedienbar.

Wem die Tastatur zu leise ist, der kann mit KeyClicker nachhelfen. Bei jeder Tastenbetätigung ertönen jetzt leise Klackergeräusche (natürlich aus den Lautsprechern, wenn welche angeschlossen sind ;).

Mit ResetHandler ist es möglich bei dem sogenannten `Affengriff` den Reset zu verzögern und zusätzlich ein DOS-Kommando aufrufen. So kann man z.B. ein Abschlußbild anzeigen lassen oder auch etwas sinnvollere Sachen machen, wie z.B. Programme beenden oder ähnliches.

Nicht nur zur Verschönerung des Boot-Prozesses dient WBStartupPlus. Beim Hochfahren wird in einem Fenster, während des Ladens der Programme aus dem Startup-Verzeichnis, das dazugehörige Icon angezeigt. Außerdem werden in dem eigentlichen WBStartup-Directory zwei Unterverzeichnisse mit dem Zusatz "(Disabled)" und "Enabled" angelegt. Verwaltet werden sie mit einem Extra-Prefsprogramm, in dem man die einzelnen Boot-Kandidaten an- und ausschalten, sowie ihre Priorität ändern kann.

Eine gute Möglichkeit häufige Vorgänge zu automatisieren, stellt Record dar. Dieses kleine Programm zeichnet nach dem Start alle User-Aktionen, wie Mausbewegungen oder Tastatureingaben auf. So kann man seine WB wie von Zauberhand bedienen lassen, was sich auch für Präsentationen sehr gut macht oder einzelne Aktionen als Skripte abspeichern und ausführen lassen, wenn die einzelnen Anwenderprogramme so etwas nicht anbieten.

Es gibt auch zahlreiche kleine Utilities, die dem Abfangen sogenannter `Gurus` dienen, die sich in den neueren OS-Versionen selbst nur noch als `Software Failures` und `Alerts` bezeichnen.

AlertPatch ist eines davon. Auch dieser Patch kann nicht jeden Absturz verhindern, bzw. auf seine erweiterten Requester umleiten. Trotzdem werden einem so etwas genauere Daten über den soeben aufgetretenen Crash geliefert und wenn gewünscht in einem Logfile abgespeichert.

LastAlert gibt nach einem auf einen Absturz folgenden Bootvorgang ein paar Informationen zu dem letzten Crash aus. Eventuell für Programmierer interessant, da es sich bei mir als zu undetailliert erwies.

Eine wichtige Möglichkeit sich sein Leben auf der Workbench zu erleichtern, können Screenmode-Umleiter darstellen. Wer mit Grafikkarten arbeitet, wird beinahe mit Sicherheit davon gehört haben, aber auch unter AGA sind sie oft nützlich, gerade wenn man mit älterer Software zu tun hat, die man nicht intern auf eine moderne Auflösung umstellen kann. Wenn es sich um systemkonforme Programme handelt, kann z.B. ForceMonitor helfen.

ForceMonitor leitet einfach global einen oder mehrere Modi auf andere Bildschirmauflösungen um. Das eignet sich gut dafür z.B. generell das Aufrufen von LowRes auf der WB zu verhindern. Einzelne Programme kann man davon auch ausnehmen.

Ein weiterer Vertreter mit anderen Merkmalen ist NewMode. Dieses ist ebenso ein Commodity und überwacht auch alle Programmaufrufe. Der Lösungsansatz ist hier aber ein anderer, denn NewMode registriert alle Programme und fragt, wenn es die aufgerufene Software noch nicht kennt (und es so eingestellt ist), in welchem Screenmode dieses geöffnet werden soll und dann wird es auch in Zukunft so aufgerufen. Wenn man möchte, nimmt NewMode auch neue Programme ohne nachzufragen in die Liste auf und man kann deren Konfig später editieren.

Zu guter Letzt sei noch Argue erwähnt, mit dem es möglich ist, kleine DOS-Skripte bzw. Programm-Argumente in gutaussehende und komfortable MUI-Requester zu verwandeln. Auch komplexe Benutzeroberflächen werden so möglich. Zahlreiche Beispiele auch für bekannte Programme sind dabei.

Damit schließe ich erst einmal. Wir sehen uns im nächsten und letzten Teil des WB-Tuning-Kurses!


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