Genetic Species von Vulcan Software wurde von dem dänischen Team "Marble Eyes" entwickelt und ist ein weiterer Vertreter der D**M-Klones. Und es will nicht irgendeiner dieser sein, sondern DAS Spiel, welches neue Standards setzen kann.
Die minimalen Voraussetzungen sind AGA, Festplatte, 2-fach CD-ROM- Laufwerk, sowie 8 MByte Speicher. Unterstützt werden schnelle CPU`s ebenso, wie Grafikkarten (CyberGfx und Picasso96) und Soundkarten (!) per AHI-Treibersystem.
Streifen wir kurz den Hintergrund: Im Jahre 2208 haben sich diverse Firmenimperien gebildet, die ihre Machtkämpfe und kriegerischen Konflikte auch im All austragen. Die entmachteten Nationen der Erde versuchen mit einer Spezialeinheit dagegenzuhalten und haben ihre neueste Geheimwaffe, einen sogenannten Körperwechsler in eine feindliche Basis auf einem Asteroiden eingeschleust.
Der hat nun bestimmte Missionen zu erfüllen und kann dabei und das ist durchaus eine originelle Idee im Genre, andere Körper übernehmen, während man den alten saft- und kraftlos zusammensacken sieht. Ja, manchmal wird es sogar zur Notwendigkeit, denn zum Beispiel lassen sich manche Türen nur durch spezielle Personen öffnen, die eine Berechtigung dazu haben.
Doch zuerst kommt natürlich der Vorspann und der ist von Länge und Qualität sicher mit das Beste, was einem bisher auf dem Amiga angeboten wurde. In einer langen gerenderten Animation darf man heiße Raumkämpfe bewundern, nach denen der Körperwechsler schließlich sicher an seinen Bestimmungsort gebracht wird.
Dann startet man eingeloggt in einem der Terminals, die hier und da in den Räumlichkeiten anzufinden sind. Das heißt man ist also praktisch im Hauptmenü, von dem aus einem die Optionen offenstehen. Und derer sind viele.
Hier kann man unter anderem Levelcodes eingeben oder ein gespeichertes Spiel laden. Speichern kann man nur, wenn man während des Spielverlaufs eines der hell leuchtenden Symbole einsammelt, die man an gewünschter Stelle aktiviert. Von hier aus kann dann also zukünftig gestartet werden.
Unter CONFIG SETTINGS stehen in weiteren Untermenüs zahlreiche Einstellmöglichkeiten bereit, u.a. die Helligkeit, ob das Multitasking während des Spiels aktiviert bleiben soll, die Sprache und der Schwierigkeitsgrad.
Bei ENGINE SETTINGS gibt es zuerst das Untermenü GAME SETTINGS. Hier ist die Fenstergröße zwischen 128x100 und 320x250 einstellbar, die Verwendung von Texturen und der Grafikmodus (AGA oder Grafikkarten).
Bei AUDIO SETTINGS ist die Möglichkeit, bis zu 16 Stimmen verwenden zu können, erwähnenswert. Bei PLAYER CONTROL können alle Tastenbelegungen verändert und bei CONTROL SETUP kann die Maus konfiguriert werden.
Spielbar ist also nicht nur mit Tastatur, sondern auch mit der Maus.
Die Installation erscheint relativ problemlos, denn normalerweise gibt es nicht viel zu installieren. Es wurde ein UseCDlibs-Skript mitgeliefert, das für einen problemlosen Start direkt von der CD sorgen soll. Falls es zu Problemen kommt, muß man das RTG- und das AHI-System auf der Festplatte installieren.
Bei einigen CD-Exemplaren der ersten Pressung sind laut Vulcan einige CD-Audio-Tracks durch Störgeräusche beeinträchtigt - so auch mein Testexemplar. Das ist aber abgestellt und würde auch sicher ausgetauscht werden. Somit ging das nicht in die Wertung ein.
Nun aber zum eigentlichen Spiel:
Und hier muß man in altgewohnter Manier in der Ich-Perspektive mit der Waffe in der Hand durch die Gegend streifen, um bestimmte Missionsziele zu erfüllen. Dabei kommen einem natürlich die unterschiedlichsten Kreaturen, wie Wachleute, Roboter und Zombies in die Quere, die nichts Gutes im Sinn haben und die man bekämpfen muß. Dazu hat man diverse Schußwaffen zur Verfügung, die man im Verlauf des Spiels durch schlagkräftigere ersetzen kann, wenn man sie denn findet.
Allerdings kann man nur drei Gegenstände gleichzeitig bei sich tragen, zwischen denen man mit F1-F3 wechseln kann. Wichtig ist auch genügend Munition einzusammeln, um sich wehren zu können. Hier und da liegen Schlüssel, die man benötigt, um weiterzukommen oder Schalter müssen betätigt werden.
Hilfreich ist eine transparente Karte, die man sich in sein Sichtfeld einblenden und stufenlos vergrößern und verkleinern kann. Ein, neben dem erwähnten, für den Spielverlauf wichtigen Körperwechseln, weiteres originelles Merkmal von Genetic Species ist, daß man ein drittes Auge besitzt. Das bedeutet, daß es möglich ist einige Sekunden in die Zukunft zu schauen, bzw. mit der DEL- und den Cursor-Tasten und einer etwas invertierten Sicht, bereits zu sehen, was einen erwarten würde, wenn man jetzt in diese Richtung läuft.
Das Ganze macht einen stimmigen Eindruck, gute Soundeffekte und eine wirklich schöne CD-Musik sorgen für den wichtigen Klanghintergrund, während auf der visuellen Seite eine Grafikengine für Furore sorgt, die ihre Vorläufer alt aussehen läßt und als erste in einigen Aspekten mit wichtigen PC-Pendants mithalten kann.
Auf einem A 4000-030 mit AGA ist 192x150 gerade noch gut spielbar und bietet dabei ansprechende Grafik mit schönen Texturen und vielen Lichteffekten. Wichtig ist auch die Darstellung der Gegner. Sie machen einen recht "lebendigen" Eindruck und wirken nicht so "Schaufensterpuppenhaft", wie bei einigen Konkurrenzprodukten.
Die Lichteffekte spielen eine große Rolle für die Atmosphäre. Die Düsterkeit wird unterstrichen, wenn die Lichter flackern, man durch den Schein einer Neonröhre tritt, oder der Schuß einer Energiewaffe einen dunklen Korridor ausleuchtet. Noch viele weitere Details sorgen für Stimmung: Sirrende Laserbarrieren, Dampfschwaden aus sich drehenden Ventilatoren oder transparente, fließende Flüssigkeiten und Tropfen von der Decke sollen nur eine Auswahl darstellen.
Die Steuerung geht auch in Ordnung, außer daß es keine Möglichkeit gibt, den Blickwinkel kurzzeitig nach oben oder unten zu verändern. Schade auch, daß es nur an den Computerterminals, auf die man gelegentlich trifft, möglich ist, die Optionen zu ändern.
Die Anleitung ist auf der CD in vielen Sprachen verfügbar, so auch in Deutsch. Im Spiel selbst sind die Menüs in meiner Version noch Englisch, die Zwischentexte schon Deutsch, das läßt sich aber per kostenlosem Update korrigieren. Die Zeit hatte wohl bei der ersten Produktion nicht mehr ausgereicht.
Es handelt sich bei Genetic Species um ein rundum gelungenes Spiel, welches sich durch gute Präsentation, gute Spielbarkeit, gute Hardware- Unterstützung, guten Sound und gute Grafik auszeichnet. Tatsächlich ist es im Moment das Beste seiner Art auf dem Amiga.
| Produkt: | Genetic Species | Hersteller: | Vulcan Software |
| Art: | D**M-Klone | Version: | - |
| Preis: | ca. 90 DM | Bez.Quelle: | Fachhandel |
| Festplattenspielbar? | JA | ||
|---|---|---|---|
| Exit zur Workbench? | JA | ||
| Grafik: | 1 | ||
| SoundFX: | 1 | ||
| Musik: | 1 | ||
| Spielbarkeit: | 2 | ||
| Spielspaß: | 1 | ||
| Preis-/Leistung: | 1 | ||
| Gesamt: | 1 | ||
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