Final Odyssey

von
Gregor Franz

Der volle Titel dieses Spiels lautet übrigens: "Peter Spinaze`s FINAL ODYSSEY - Theseus Versus The Minotaur". Soviel Zeit muß sein. :)

Als erstes wie immer zu den Voraussetzungen: Final Odyssey läuft auf allen Amigas mit Festplatte und 2 MByte RAM (davon 1 MByte ChipRAM), sowie einem 2fach CD-Rom-Laufwerk. Schnellere Laufwerke werden unterstützt. Das gilt auch für AGA, mehr Speicher und schnellere Prozessoren. Für 020er aufwärts steht ein neukompiliertes Programmfile zum Starten bereit.

Es geht, um kurz den Hintergrund zu streifen, um den lieben Theseus, der sich aufmacht, ein paar holde Maiden zu befreien, die von dem bösen Minotaurus in seinem riesigen Labyrinth gefangengehalten werden.

Wenn ihm das gelungen ist, wird er natürlich auch den Minotaurus fertigmachen. Allerdings, ich habe es schon erwähnt, steht dem noch etwas entgegen: das Labyrinth. Und das hat es in sich.

Dieses macht einem ein Intro mit einigen Rendersequenzen klar, die leider teilweise ein wenig mittelmäßig wirken. Die Spielgrafik selbst hat damit aber glücklicherweise nichts zu tun.

Theseus ist ein kleiner, etwas pummelig wirkender und gut animierter Krieger in griechischer Rüstung, der mit wehendem Umhang und am Anfang mit einer Armbrust ausgerüstet, durch die pseudo-dreidimensionale Gegend stapft.

Zahllose Gänge gilt es zu durchschreiten, Türen mit zuvor gefundenen Schlüsseln zu öffnen, Schalter zu betätigen, Beamer (zwei Standorte sind immer miteinander verbunden) zu benutzen und Rätsel zu lösen.

Nicht nur Selbstschußanlagen versuchen ihn daran zu hindern - nein, die Waffe will ja schließlich auch eingesetzt sein - auch diverse Wächter wollen ihm ans Leder seiner atmungsaktiven Sandalen. Es gibt drei verschiedene, von den `normalen` Rittern, die sich nach dem "Aus dem Weg räumen" immer wieder reproduzieren, über die sich verflüssigenden Kreaturen (die in diesem Zustand nicht angreifbar sind), bis zu den aus Wandverstecken hervorbrechenden Monstern.

Dafür bleibt Theseus aber nicht nur die, mit unendlicher Munition bestückte Armbrust, sondern u.a. auch Plasma- und Maschinengewehr, sowie Zeitbomben rüsten ihn standesgemäß auf. Er ist halt zukunftsorientiert. Netter Effekt sind übrigens die in der "Einrichtung" steckenbleibenden Pfeile der Armbrust.

Hier und dort kann er Geld einsammeln und findet ab und zu Schriftrollen, deren Inhalt in einer Laufschrift in lupenreinem Deutsch (wie das ganze Spiel) erscheint. Hierbei handelt es sich meist um Tips, die für den Spielverlauf wichtig sein können.

Hier und da tun sich Wege in die Katakomben auf, in denen sich so manches holen läßt und die recht geschickt dargestellt werden.

Gelegentlich trifft unser Held auch auf andere Charaktäre, mit denen man über ein einfaches Interface eine ebenso einfache Unterhaltung führen kann. Sie geben Tips oder auch Gegenstände.

Was das Spiel wirklich ausmacht, ist natürlich das Labyrinth. Bodenplatten, die beim Berühren jeweils den Zustand eines entfernt liegenden Hindernisses verändern; Schalter, die mit Betätigen den Zustand des gegenwärtig sichtbaren teilweise "umschalten"; versteckte Türen und zahllose Rätsel, bergen Stoff für lange Rätselstunden.

Das ganze ist etwas gewürzt mit ein wenig Action (Peng, Peng!) und recht stimmigen Soundeffekten plus einer ansehnlichen, liebevoll gestalten Grafik, die neben netten Effekten, wie `funktionierenden` Spiegeln, die man auch zerschiessen kann, auch zweckmäßig ist.

Im ganzen Spiel gibt es allerdings keine Musik. Dafür kann man sich von der CD einen Titelsong aufrufen (kein CD-Audio), während dessen Abspielen sich langsam ein Bild des Minotaurus aufbaut. Und bei der Musik handelt es sich um einen erstaunlich gut klingenden Pop-Song. Trotzdem drückt es leicht auf die Wertung.

Natürlich kann man Spielstände sichern und laden. Die Dokumentation wird von der CD mit einem eigenen Programm angezeigt, nicht genormt, aber an der Übersetzung in sieben Sprachen und an der deutschen Version erst recht, läßt sich nichts aussetzen.

Die Steuerung ist in Ordnung, auch wenn Theseus nicht mit einem "Jump`N`Run-Helden" konkurrieren kann, was Flinkheit betrifft, aber das ist ja auch nicht gewollt.

Fazit: Für alle Fans von Puzzlerätseln sehr zu empfehlen, aber nicht nur. Final Odyssey ist ein qualitativ sehr gutes Spiel, nicht für eine Runde mal eben so, das ein Probespiel auf jeden Fall verdient.

Produkt: Final Odyssey Hersteller: Vulcan Software
Art: Puzzle-Adventure Version: -
Preis: ca. 90 DM Bez.Quelle: Fachhandel
Festplattenspielbar?JA
Exit zur Workbench?JA
Grafik:1
SoundFX:2
Musik:2
Spielbarkeit:1
Spielspaß:2
Preis-/Leistung:2
Gesamt:2



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