Massive Attack - das ist "die Band mit dem Song mit dem Video, wo die Frau die Straße langläuft." So hörte man es bei einem bekannten Berliner Radiosender, als diese vor etwa einem Jahr die Tour der Truppe umwarben.
Ein Jahr mußten jene warten, die die drei damals live erleben durften, bis das bereits damals vorgestellte neue Album erhältlich war. Nun ist es soweit, die dritte Scheibe aus der Fabrik massiv-grooviger Beats kursiert nicht nur in den Haushalten der TripHop-Fans.
"Mezzanine" schmückt sich mit respekteinflößenden Fotos eines Hirschkäfers - oder ist es vielleicht ein Roboter? Songtexte gibt es freilich nicht, da von solchen ja auch wenig zu hören ist. Worauf es hier ankommt, das ist vor allem die Musik, ob die Jungs von Liebe, von Schmerz oder einfach vom Nachbarn erzählen, bleibt sich dabei relativ gleich.
Langsam und grummelig beginnt der erste Track, gerade so, wie man es erwartet hätte. Allmählich wird der Sound angereichert und verdichtet, eine männliche Stimme setzt ein, bis das ganze schließlich durch dichte Gitarrenklänge gekrönt wird.
Ähnlich geht es weiter, dann erklingt der bereits wohlvertraute Rhythmus der ersten Single "Teardrop". Etwas kräftiger fällt noch einmal "Inertia Creeps" aus, dann folgen eher ruhige Titel bis zu "Man next door", der recht schnell ins Ohr geht und wohl am meisten an die beiden Vorgängeralben erinnert.
Mit "Black Milk" schließt sich ein sehr schöner, sanfter Titel an, gefolgt vom Titeltrack. Die 10 Titel werden letztlich durch "Group Four" abgerundet, einem 8:13 Minuten langen Stück, das gänzlich anders endet, als es beginnt und gerade dieses Ende ist eine der schönsten Stellen der CD. Auf dieser fand allerdings noch eine geänderte Version von "Exchange" Platz, der bereits an fünfter Stelle vertreten war.
Dies bringt die Gesamtspielzeit des Albums auf 63 Minuten, 42 Sekunden. Für einen üblichen Preis von etwa 30,-DM ist hier also eine CD zu haben, die freilich ein klares Muß für Massive-Attack-Fans ist, aber auch bei Freunden beseelten groovigen TripHops ein angenehmes Baumeln der Seele verursacht.
© 1998 Circa Records Ltd.
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