Editorial


Entgegen aller Versprechungen nun doch erst ein paar Worte in eigener Sache:

Der AmZeiger feiert Jubiläum! Mit Herausgabe dieser Ausgabe besteht er bereits ein volles Jahr und hat sich während dieser Zeit gemausert. Mittlerweile steht eine Anzahl engagierter Redakteure hinter diesem Erfolg. Mehr dazu bei Interna.

WICHTIG: Aus diesem Anlaß veranstalten wir dieses Mal ein großes Preisausschreiben mit attraktiven Software-Gewinnen im Wert von über 500 DM. Hits wie Final Odyssey und OnEscapee winken.

Wichtigstes Ereignis des letzten Quartals war sicherlich die World of AMIGA '98 in London. Amiga wollte, wie so oft, welterschütternde Neuigkeiten offenbaren. Ob dem so war, lesen sie hier.

Jetzt will ich mich kurz einem anderen Thema zuwenden, das in den meisten einschlägigen Publikationen, abgesehen von ein paar Postings in diversen Diskussionsforen der Netze, noch kaum beachtet wurde.

Es geht um ICQ. ICQ (sprich: I seek you [Ich suche Dich]) ist ein Programmpaket für einige Systeme, wie PC und Apple, das es bei jedem Aufenthalt im Internet ermöglicht, zu sehen, welcher der Freunde und Bekannten gerade online ist und mit ihnen dann kleine eMails auszutauschen oder zu chatten.

Was hat das aber mit uns zu tun?

Nun, auch viele Amiga-User nutzen das Internet und sie wünschen sich dieselben Möglichkeiten. Leider hat die israelische Firma Mirabilis, verantwortlich für ICQ und die Server, über die die Verbindung aufgebaut wird, keine Entwicklungskapazitäten für eine Amiga-Version frei, falls sie denn wirklich eine planen würden.

Brian Gilbert hat auf eigene Faust ein Team zusammengestellt, welches ICQ nachprogrammiert hat. Die Ergebnisse kann man auf einigen Screenshots auf der Homepage (http://www.mcmedia.com.au/amigaicq/) begutachten oder sich zusätzlich zu den bisher etwa 5.000 Usern in eine Liste eintragen, die Mirabilis zeigen soll, daß auch auf dem Amiga genug Interesse für einen eigenen Port vorhanden ist.

Denn der entscheidende Faktor ist diese Firma, über deren Server der Kontakt aufgebaut wird. Nicht am Programmiertechnischen scheitert das Projekt, denn laut der Entwickler dauert die Fertigstellung nach Offenbarung des geheimen Zugangsprotokolls höchstens ein paar Wochen.

Obwohl sich das Team bereiterklärt hat den Amiga-Port kostenlos zur Verfügung zu stellen und auch ein NDA zu unterschreiben, was verhindern würde, daß sie etwas "ausplaudern", will Mirabilis nicht ran.

Nach widersprüchlicher Anfangshaltung haben sie plötzlich auf Stur geschaltet: Entwicklungen würden nur firmenintern durchgeführt und gegen zukünftiges illegales Eindringen in ihre Server rechtlich vorgegangen werden.

Mehr als fünf Millionen Personen haben sich bei Mirabilis registriert und benutzen das Programm - kostenlos. Bis jetzt, denn wilde Gerüchte sprießen, nach denen zukünftig deftige Gebühren erhoben werden sollen. Auf dem WWW- Server wird das heftig bestritten, etwaige Maßnahmen würden aber einen Monat vorher bekanntgegeben werden.

Doch wieviel User würden ihnen dann bleiben, denn ihr Erfolg basiert auf der Idee und ihrer frühzeitigen Umsetzung, sowie der dadurch entstandenen großen User-Zahl, nicht so sehr auf der Einmaligkeit des Programms. Außerdem gibt es Übernahmegerüchte. Möglicherweise ein lukratives Geschäft, denn ein großer Grundstock für Werbemails würde zur Verfügung stehen.

Das Ganze macht Sinn, denn irgendwann werden sie Geld verdienen müssen. Bleiben die Amiga-User wegen dieser letztlich kommerziellen Interessen auf der Strecke, obwohl einige der Mirabilis-Gründer ursprünglich vom Amiga kommen?

Der AmZeiger unterstützt die Anstrengungen eines Amiga-Ports von ICQ. Im Gegensatz übrigens zum bekannten Web-Directory des CUCUG. In Sachen Verweise auf Links sind sie DIE Macht im Amiga-Sektor. Auf diese Aktion wollen sie nicht verweisen (genauso wie auch auf aktuelle Ausgaben dt. Online-Mags nicht hingewiesen wird, anders dagegen bei englischsprachigen).

Informieren Sie sich auf der Site, wenn Sie die Möglichkeit haben und entscheiden auch Sie sich gegebenenfalls zur Unterstützung.

Zugegeben: Im Gesamtmaßstab handelt es sich vielleicht nur um eine Kleinigkeit, aber wenn man irgendetwas bewegen will, sollte man bei solchen Dingen ansetzen.

Bleiben Sie uns auch in Zukunft gewogen,

Ihr
Gregor Franz
Chefredakteur
...und unser DANK geht an...


Prev Inhaltsverzeichnis Next
©`98 Der AmZeiger