Amiga Times 03/98 -Leserforum

audio cd test`s

Nachdem uns ein Leser ein paar Audio CD Test`s zugesandt hatte, dacht ich mir so, dies ist keine schlechte, zumahl sich sowas ja sehr schlecht in ein Mag einfügen läßt was als Hauptgenre "Computer" hat, doch ich denke beim Leserforum ist es gut aufgehoben. Auch Ihr könnt uns solche Tests zusenden, denn jeder User ist auch Musikfan, oder täusche ich mich da????

Blind Guardian: Nightfall in Middle-Earth

Ja , ja... auch die Krefelder beglücken uns in diesem Jahr mit einem neuen Release! Und um es gleich vorwegzunehmen: Dieses Album ist bombastisch! Wer dachte, daß eine Steigerung nach "Imaginations from the other Side" nicht mehr drin sei, der wird durch dieses Album eines besseren belehrt! Schon auf allen anderen CDs von Blind Guardian stand, von den Themen her, Mythik und Sagen im Vordergrund ("By the Gates of Moria" , "The Hobbit" oder "A Past and Future Secret"). So auch bei deren neuer Scheibe "Nightfall in Middle-Earth"! Diesmal geht es um eine Story von Tolkien, wobei ich hier aber nicht mehr verraten möchte! Wer dachte , daß sich aber nur einige Songs auf dieser CD befinden, der irrt gewaltig: Sage und schreibe 22 Tracks sind auf dem Album zu finden! Genau die Hälfte davon sind (größtenteils) gesprochene Intros, die die eigentliche Story in den Vordergrund rücken! Nun aber zum eigentlich interessanten, der Musik: Nightfall in Middle-Earth ist eine konsequente Weiterentwicklung von "Imaginations from the Other Side". Im Gegensatz zu den früheren, härteren Alben ("Tales from the twilight World" ) legte Blind Guardian hier, wie schon von "Imaginations from the other Side" bekannt, mehr Wert auf Melodien und Chöre. Aber keine Angst: Aus den Krefeldern sind keine "Weicheier" geworden! Immer noch finden sich in den Songs Gitarrensoli, die genau so gut klingen, wie zu "Somewhere far beyond" Zeiten! Das Album läßt sich ganz einfach als eine ausgewogene Mischung aus langsameren Nummern und härteren, powernden Nummern beschreiben! Und an ein Highlight der CD ("Time stands till at the Iron Hill) kommen kaum irgendwelche Kompositionen von vorrausgegangenen Alben heran. Auf dieser CD findet sich praktisch alles, was bisherige Blind Guardian Alben ausmachte: Toller Symphonic Metal, Chorpassagen, die man so nirgendswo anders findet, proffessionelles Songwriting und atemberaubende Soli!

Wertung: 9,5 von 10!


Helloween: Better than Raw

Bei Helloween scheint das Songwritingpotential wohl enorm zu sein! Anders läßt sich das neue Album, Better than Raw, wohl nicht erklären. Erst im Spätsommer des letzten Jahres veröffentlichten sowohl Lead Sänger Andi Deris, als auch Gitarrist Roland Grapow jeweils ein Soloalbum und nun steht das neue "reguläre" Helloween Album in den Läden! Schon im Vorfeld überschlugen sich die positiven Kritiken zu dieser neuen CD. Praktisch die gesamte Metal Szene war sich schon im Vorfeld der CD einig, daß Better than Raw eine der besten Metal CDs 1998 werden würde. Und dem kann ich eigentlich nur zustimmen! Schon das Vorgängeralbum ("The Time of the Oath") war relativ gut gelungen, wobei damals allerdings vielen "älteren" Helloween Fans das "Keeper...." Feeling fehlte! Mit diesem neuen Album kehren Helloween, zumindest teilweise, wieder auf ihren alten Weg zurück. Fast alle Songs sind durchweg etwas härter bzw. aggressiver gehalten, als es bei "The Time of the Oath" der Fall war. Dies beweist schon das Opening der CD "Push"! Aber es finden sich noch weitere Highlights auf dieser CD, von denen ich hier lediglich auf zwei weitere näher eingehen möchte: Zum einen wäre da sicherlich die Ballade "Time", die natürlich von Andi Deris komponiert wurde. Wer Songs wie "In the Middle of a Heartbeat" oder "Forever and one" mochte, der wird auch "Time" mögen! Und zum anderen wäre da "Laudate Dominum". Schon der Titel läßt es vermuten: Dieser Song ist komplett Lateinisch gehalten! Aber auch alle anderen Songs von dieser Scheibe können ausnahmlos durch tolle Riffs, gute Melodien und spitzenmäßige Refrains überzeugen, was ja in der Helloween Vergangenheit nicht immer so ganz der Fall war ("Chamelion" bzw. "Pink Bubles Go Ape"...). Ich kann nur sagen: Fans der bisherigen Helloween Alben werden "Better Than Raw" schon beim ersten Hören in ihr Herz schließen. Allen anderen, die so ein bißchen auf "Weichspül Metal" stehen, kann ich dieses Album auch nur wärmstens empfehlen. Lediglich Fans von Speed Metal sollten lieber vorher mal reingehört haben und ansonsten sich (meinen persönlichen Favoriten) "Iron Savior" (Sideprojekt von Piet Sielck, Hansi Kürsch (Blind Guardian) und Kai Hansen (ex- Helloween; Gamma Ray)) zulegen!

Wertung: 9 von 10

-ks-

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