"Die Lizenzvereinbarung, die wir mit Amiga International unterzeichnet haben, erlaubt uns, das Entwicklungprojekt dieser neuen Maschine zu beginnen, das wir seit einigen Monaten in der Entwurfplanung hatten. Es ist ein wichtiger Schritt zur Wiederbelebung des Amiga-Marktes, zur Ermutigung der Entwickler und zum Ausbau eines Marktes, der stark genug ist, sich selbst zu erhalten", sagt Wolf Dietrich, General Manager von PHASE 5. In einer gesonderten Veröffentlichung erklärt Dietrich, daß die ABOX, das Langzeit-Technologie-Projekt von PHASE 5 DIGITAL PRODUCTS, zwar zurückgestellt, aber nicht aufgehoben wurde. "Das ABOX-Projekt wird weitergeführt mit angepaßten Zielen und Eigenschaften und mit erweiterten Mitteln, die auf der erfolgreichen Einführung der neuen Produktlinien beruhen werden". Dietrich weist darauf hin, daß der Schlüssel für das Überleben des Amiga und des Amiga-Markts die frühest mögliche Verfügbarkeit neuer herausragender selbständiger Hardware-Produkte ist, ein Ziel, das mit dem Entwurf der prebox erreicht werden soll. "Wir brauchen in der nächsten Zukunft einen expandierenden Markt, oder die Schlacht ist für das Amiga- Computersystem verloren", fügt er hinzu.
MIT DEM NÄCHSTEN SCHRITT IN RICHTUNG AUF POWERPC-MULTIPROCESSING STARTET DIE PREBOX IN NEUE LEISTUNGSDIMENSIONEN DURCH.
Die neuen prebox-Maschinen zielen auf die mittleren und gehobenen Preis- Bereiche für PCs oder Personal Workstations, sind aber für unglaubliche Leistungen entworfen. Alle Systeme erscheinen als Multi-Prozess-Geräte mit wenigstens vier eingebauten PowerPC-CPUs, durch die eine extrem hohe Computerleistung zu einem außergewöhnlichen Preis/Leistungs-Verhältnis geboten wird. "Multi-Prozessor-Technik war eines der wichtigsten, wenn nicht gar DAS wichtigste Ziel für die Erzeugnisse von PHASE 5 DIGITAL PRODUCTS in den letzten 18 Monaten", erklärt Wolf Dietrich. "Genau hier bietet die alternative Technologie Vorteile und Überlegenheit über die üblichen Produkte auf dem PC-Markt. Während unsere derzeitige PowerUP- Produktlinie, die aus Aufrüstungskarten für existierende Maschinen besteht, dem Anwender hilft, sein System aufzurüsten und seine Investitionen in existierender Hard- und Software zu sichern, ist es eine Herausforderung, neue selbständige Hardware-Produkte zu bauen, die im Preis mit üblichen PCs mithalten können - besonders unter dem Eindruck, daß PC-Systeme regelmäßig zu Dumpingpreisen hinausgeworfen werden, und daß ein heute gekauftes PC-System in weniger als einem Jahr überholt und nahezu wertlos sein kann". Folgerichtig plant die Gesellschaft nicht die Herstellung von Einzel-CPU-Systemen, welche mit einem ähnlichen Leistungspegel der Intel-basierenden Systeme konkurrieren müßten, sondern will vollständig die Möglichkeiten ausnützen, die ihr die Hinwendung zum PowerPC bietet. "Entwickler, die sich schon heute der PowerPC-Gruppe anschließen, können ihre Produkte recht einfach für das Multiprocessing anpassen. Damit können wir zwei riesige Schritte - vom System mit der einzelnen 68k-CPU zum Mehrfach-PowerPC-System - innerhalb eines einzigen Jahres machen, ein eindrucksvoller Fortschritt für die Amiga-Gemeinde, die viele nicht für möglich gehalten haben", fügt Wolf Dietrich hinzu.
Das prebox-System wird auf einem ATX-Motherboard in Normgröße entwickelt und erhält ein schnelles auf SDRAM beruhendes Speicher-Subsystem mit zunächst bis zu 100 MHz Zugriffsgeschwindigkeit. Abhängig von der Bus-Geschwindigkeit des verwendeten PowerPC-Prozessors läuft der Prozessorbus auch mit bis zu 100 MHz. Die vier PowerPC-Prozessoren, die auf einer getrennten CPU-Karte untergebracht sind, werden mit vorder- oder rückseitigen (inline or backside) Cache-Speichern ausgerüstet, je nachdem, welcher Prozessortyp tatsächlich verwendet wird. Da die Software des PowerUP-Systems eine Software-kontrollierte Cache-Zuteilung (cache coherency) besitzt, kann die prebox sogar mit CPUs bestückt werden, die Hardware-seitig das Multiprocessing nicht unterstützen, wie die PPC603e oder die PPC750 (G3).
In das prebox-System ist auch ein 3D-Grafik-Subsystem integriert, welches über ein 66-MHz-Bussystem PCI 2.1 mit einer Spitzen-Übertragungsleistung von 264 MB/s verbunden ist und acht MB Grafikspeicher aufweist. Mit diesem Gfx-Subsystem ist ein leistungsfähiger Standard für die Minimal- Konfiguration geboten, auf die sich Software-Entwickler verlassen können. Aber noch mehr: Auf dem gleichen 66-MHz PCI-Bus ist noch ein besonderer Steckplatz für eine auf Voodoo2 basierende 3D-Beschleunigerkarte, die direkt mit dem eingebauten Grafik-Chip verbunden ist. "Wir planen, entweder selbst oder in Zusammenarbeit mit anderen Herstellern, eine durch Voodoo2 unterstützte Lösung als mächtige Aufrüstungs-Option", kommentiert Wolf Dietrich. "Wir wollen die Forderungen ernsthafter Spieler nicht vergessen." Die ausgezeichneten Eigenschaften der Bildschirm-Darstellung werden ergänzt durch ein leistungsfähiges Klangsystem in CD-Qualität in Stereo mit weitreichenden Klangsynthese-Möglichkeiten.
Gleichfalls als Standard werden ein Ultra-Wide-SCSI-II-Controller und ein 100-Mbit-Ethernet-Controller integriert sein, wodurch die Verwendung der heutigen leistungsfähigen UW-SCSI-Geräte und der Anschluß an schnelle Netze möglich wird - Eigenschaften, die auch die Konzepte mit verteilten Multiprozessoren (distributed multiprocessing concepts) von PHASE 5 DIGITAL PRODUCTS unterstützen.
Um die Verwendung preiswerter Hardware-Erweiterungen zu ermöglichen, ist ein Standard-PCI-Bus mit drei Steckplätzen integriert. Dieser PCI-Bus läuft mit 66 MHz, er akzeptiert aber auch 33-MHz-PCI-Platinen. Durch den integrierten PCI-Bus ist die Entwicklung bester Hardware-Produkte für das prebox-System ganz leicht; und noch mehr: Entwickler können vorhandene PCI-Geräte verwenden und sie einfach an das prebox-System anpassen, indem sie die Software zur Unterstützung schreiben.
Es ist noch nicht entschieden, ob ein Sockel für eine optionale 68k-CPU auf der Platine sein wird. "Bei diesem Erzeugnis der nächsten Generation ist die Konsequenz für die Verwendung von 68k-Software die Emulation. Wir ermutigen ständig die Amiga-Entwickler, unsere neue MP-Technologie und die Richtlinien, die wir mit unserer PowerUP-Systemsoftware einführten, zu unterstützen, und diejenigen, die diesen Empfehlungen folgen, werden Anwendungsprogramme liefern können, die die ungeheuere Leistungsfähigkeit unseres entstehenden prebox-Systems von Anfang an ausnützen. Hier müssen die Kräfte jetzt eingesetzt werden", sagt Wolf Dietrich.
Neben diesen hauptsächlichen Eigenschaften wird die prebox alle üblichen Funktionen bieten, die man heute von einem Computersystem erwartet, wie schnelle serielle und parallele Schnittstellen, einen USB-Bus und eine EIDE-Schnittstelle für z.B. billige CD-ROM-Laufwerke oder zusätzliche billige Festplatten.
Die Markteinführung der prebox ist vorgesehen für den Anfang des vierten Quartals 1998. Der zu erwartende Preis für das prebox-System wurde schon ermittelt auf der Basis der derzeitigen Preise für PowerPC-Prozessoren. Derzeit ist geplant, die verschiedenen Versionen der prebox zu folgenden empfohlenen Preisen anzubieten:
prebox 604/800 mit vier PPC604e-200 MHz CPUs
Empfohlener Einzelhandels-Preis:
DM 3.995,- / US$ 1995.00/ UK£ 1495.00
prebox 604/1000 mit vier PPC604r-250 MHz CPUs
Empfohlener Einzelhandels-Preis:
DM 4.995,- / US$ 2495.00/ UK£ 1895.00
prebox 604/1200 mit vier PPC604r-300 MHz CPUs
Empfohlener Einzelhandels-Preis:
DM 6.995,- / US$ 3395.00/ UK£ 2595.00
prebox 750/1200 mit vier PPC750-300 MHz CPUs,
jede mit 1 MByte Backside Cache
Empfohlener Einzelhandels-Preis:
DM 8.995,- / US$ 4495.00/ UK£ 3395.00
(Deutsche und UK-Preise enthalten Mehrwertsteuer, US-Preise sind ausschl. örtlicher Steuern, alle Preise basieren auf den derzeitigen Wechselkursen. Technische Daten und Preise der Geräte können ohne vorherige Nachricht geändert werden.)
Diese Preise gelten für prebox-Systeme in einem ATX-Minitower einschl. Maus und Tastatur sowie des AMIGA OS 3.1 und der PowerUP-Systemsoftware, ausschl. Speicher, Festplatte und CD-ROM. Für eine Anfangs-Konfiguration mit Speicher, Festplatte und CD-ROM (32MB, 4GB, 24speed) muß mit weiteren DM 750.- (US$ 375.00 oder UK£ 275.00) gerechnet werden. "Natürlich können Preisänderungen und unterschiedliche Konfigurationen/Geschwindigkeiten durch Preisanpassungen bei PowerPC-CPUs und die Verfügbarkeit neuer und/oder schnellerer PowerPC-Prozessoren auftreten", fügt Wolf Dietrich hinzu.
Um Anwender, die PowerUP-Platinen in ihren Amigas haben, zu unterstützen und sie zu ermutigen, wird PHASE 5 DIGITAL PRODUCTS ihnen beträchtliche Nachlässe beim Kauf von prebox-Systemen gewähren. "Wir möchten dem heutigen Anwender Sicherheit für seine Investition bieten. Offensichtlich müssen Amiga-Anwender und Entwickler heute eine schnell wachsende Basis von PowerUP-Systemen sehen, um den Entwicklungsfortschritt zu fördern. Wir wollen die Anwender ermutigen, schon jetzt in die PowerPC-Technologie zu investieren", meint Wolf Dietrich. Besitzer von PowerUP-Karten, die den Discount beim Erwerb einer prebox in Anspruch nehmen, brauchen die Karte nicht zurückzugeben, sondern können ihren PowerUP-Amiga weiterhin als Einzelgerät verwenden oder sogar seine Fähigkeiten von der prebox aus über ein Verbindungssystem verwenden, welches Bestandteil der prebox sein wird, und mit dem im Netzwerk die Multi-Prozessor-Möglichkeiten der PowerUP- Systemsoftware nutzbar gemacht werden können.
Mit diesem neuen Produkt-Fahrplan und einer zu erwartenden Auswahl mächtiger und ausgezeichneter Gerätschaften unterstreicht PHASE 5 DIGITAL PRODUCTS seine Stellung als führender Neuentwickler für PowerPC-Hardware und Systemsoftware auf dem Amiga-Markt. "Wir wollen auch weiterhin den Amiga-Markt mit diesen Anstrengungen unterstützen", stellt Wolf Dietrich fest. "Teil unserer Bemühungen wird auch die Unterstützung der Entwickler sein und wir strengen uns an, sie zur Entwicklung für PowerUP zu ermutigen. Wir wollen alles mögliche tun, um die Entwickler beim Amiga zu halten und versuchen dazu, Entwickler zurückzuholen, die unsere Plattform verlassen haben oder die ihre Arbeit einstellten. Derzeitig erschienene Ausgaben von PowerUP-kompatibler Software, die von ihren Entwicklern innerhalb von nur einigen Wochen realisiert wurden, zeigen, wie leicht und effizient bestehende Programme portiert werden können, um die neue Prozessor- und Leistungsgeneration zu unterstützen. Um die Software-Entwickler zu überzeugen, müssen wir ihnen auch das Marktpotential und die Aussichten für die Zukunft zeigen, die wir ihnen bieten. Auch alle Anwender können diese Anstrengungen unterstützen, indem sie sich mit ihren bevorzugten Software-Händlern in Verbindung setzen und PowerUP-Versionen ihrer Programme verlangen."«
Die Übersetzung stammt von Gernod Schomberg. (Quelle des Originals: Phase 5 digital products)
(Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von AMIGA aktuell, dem kostenlosen deutschsprachigen Infotainment-Magazin, übernommen. Weitere Informationen gibt es auf http://www.mediaspace.net/amigaaktuell bzw. per E-Mail: aakt@gmx.de)
Wolf Dittrich sagte mehrmals, daß sie sich bei den Preisen an den PC Preisen orientieren wollen, doch einen Rechner für knapp 9000,- DM ist doch sehr happig! Selbst 4000,- DM würde ich nicht zahlen, und wenn schon 4 Prozessoren, viel Ram, Grafikkarte und andere Peripherie vorhanden ist, dazu ist der Markt in der letzten Zeit zu sehr geschrumpft, als das sich diese Investition lohnen würde. Da brauchen wir handfeste Zusagen von Herstellern (sowohl Hard- als auch Software), denn ich kaufe mir keinen Rechner für einen toten Markt. Dasist zwar der Amiga Markt nicht, jedoch sind wir beim kaufen vorsichtiger geworden und schlagen nicht mehr sofort zu, wie es einst war. Wenn man sich das mal so überlegt, da verlangt phase5 digital produkts so an die 700 DM für eine PPC Karte (just 160 MHz) - okay, das ist noch vertragbar, jedoch braucht oder sollte man 32 MB Ram mindestens haben und das kostet, ehe man sich versieht hat man 1000 DM ausgegeben und für was??? Für 160 Mhz und a bisserl Ram, vergleichsweise zahlt man beim PC nicht einmal die Hälfte.
Ein heißes Eisen das alles und ich hoffe das phase5 digital produkts nicht den Boden unter den Füßen verliert und mit den Preisen zur Normalität zurückkehrt, denn die derzeitigen Preise und deren Schwankungen laden nicht gerade zum Kauf ein.