Prozessorfrage bei AI geklärt!

18.01.98 von Joe Torre

"Welche CPU wird der Prozessor zukünftiger Amigas sein? Antworten zu häufig gestellten Fragen, über die Wahl des Prozessors in zukünftigen Amiga Computern.

Frage Welche CPU wird in der Zukunft des Amigas eine Rolle spielen, 68K oder PPC?
   
Antwort Beide. Der Amiga hat den 68K, um Kompatibilität zu gewährleisten, den PPC für Geschwindigkeit. Die Flexibilität der Amiga-Architektur hat es gestattet, einen PPC Chip (oder mehrere) für rechenintensive Aufgaben wie Rendering, (De-)Kompression, Ver-/Entschlüsselung etc. zu bekommen. Der 68K bietet 100%ige Softwarekompatibilität, wohingegen der PPC die Pferdekraft liefert. Sobald mehr von uns auf 68K+PPC aufrüsten, werden wir mehr und mehr Software für unsere Amigas haben, die die Fähigkeiten des PPC ausnutzt.
   
Frage Wird man einen PPC-Beschleuniger vorraussetzen, um die Workbench 3.5 zu betreiben?
   
Antwort Definitiv nicht. Das Betriebssystem-Upgrade ist für jetzige als auch für zukünftige Computer. Wir möchten den Gebrauchswert und die Attraktivität der WB3.5 maximieren, so dass alle User nach dem Erscheinen aufrüsten werden.
   
Frage Eine (native) PPC-Version der WB3.5 wäre schneller als eine 68K version, warum wird sie nur für 68K geschrieben?
   
Antwort Um die bestehende Amiga-Gemeinde zu versorgen. Gleich auf welche CPU man AmigaDOS portiert, es wird schneller laufen, wenn die CPU schneller ist. Die Zeit, um etwas auf den Markt zu bringen, ist dabei ein wichtiger Faktor. Der Zeitaufwand, um eine Turbokarte zu installieren ist kleiner als 20 Minuten, aber das OS auf PPC zu portieren, würde mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen. Das WB3.5-Upgrade ist für die hunderttausenden, sich in Gebrauch befindlichen 680x0-Rechner, egal ob mit oder ohne PPC-Coprozessoren. Mehr Amigauser werden eher von einem bald erscheinenden 68K-Upgrade profitieren können, als von einem viel später herauskommenden PPC-Upgrade für Hardware, die sie nicht besitzen.
   
Frage Wird es eine PPC-only Version des AmigaDOS geben?
   
Antwort Mit den AmigaDOS-Lizenzen darf man auf Alpha, PPC, MIPS usw. portieren. Diese CPUs sind vielleicht ideal für Nicht-Amiga-Anwendungen (embedded), für die AmigaDOS sich auszeichnet. Diese Portierungen werden ohne Zweifel schnell sein, besonders im Vergleich zu den "aufgeblasenen" Betriebssystemen, die normalerweise auf dieser Hardware laufen; obgleich man sie nicht als amigakompatibel betrachten kann, solange sie nicht eine Art Emulation des Chipsets und des 68K haben.
   
Frage Was ist mit der Motorola ColdFire-Familie als CPU?
   
Antwort Der ColdFire ist zu weniger als 30% binärkompatibel mit 68K und niedrig im Preis und bietet hohe Performance. Der ColdFire besitzt einen reduzierten Befehlsvorrat. Das macht ihn sehr schnell, aber es fehlt ihm an vielen Bit-Operationen, die für AmigaDOS wesentlich sind. Den ColdFire zu nehmen würde bedeuten, das gesamte AmigaDOS neu schreiben zu müssen und dabei zu existierenden kommerziellen Programmen und dem grossartigen Aminet inkompatibel zu werden.
   
Frage Wird Amiga Inc. neue Amigas herstellen?
   
Antwort Nein, Amiga Inc. wird keine neuen Amigas herstellen. Neue Rechner werden von Firmen kommen, die eine Lizenz von Amiga International bekommen haben. Petro hat sehr erfolgreich die Amiga-Technologie lizensiert. Auf der Webseite von Amiga International (www.amiga.de) kann man die lange Liste der Lizenznehmer begutachten. Schauen Sie bei diesen Firmen nach den neuen Amigamodellen. Diese Firmen brachten dem Amiga Errungenschaften wie z.B. RTG, AHI, PPC, Wide SCSI und sogar PCI! Sie brauchen Ihr Feedback bzgl. den Features, die Sie in einem neuen Amigamodell haben möchten. Sie werden nur solche Amigas produzieren, die Sie auch kaufen wollen."
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