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Hurra, der Frühling ist da!

 
Unbeirrt und scheinbar unberührt schreibe ich diese Zeilen ganz gelassen, obwohl ich mich insgeheim schon gar nicht mehr halten kann vor Spannung, Freude, oder ähnlichem. Wovon rede ich? Nun, von etwas, das uns gerade noch in letzter Minute erreichte, eine geradezu sensationelle Nachricht. Wer das Cover schon gesehen hat, der wird wissen, was ich meine: Crawler, der neue Prototyp aus dem Hause Amiga Inc.

 
Jeff Schindler ist schon ganz aus dem Häuschen, endlich kann der neue Prototyp der Amiga-Gemeinde vorgestellt werden. Das Design erinnert etwas an den "Walker", auch der Name. Angeblich taufte man den neuen Amiga-Prototyp aus Tradition ähnlich. Warum aber kam es eigentlich so schnell zur Veröffentlichung? Nun, die Entwicklungsabteilung in den USA war schon so erstaunlich weit fortgeschritten, daß Petro Tschytschenko einfach nicht mehr bis zur nächsten Herbstmesse warten wollte: "Diese Nachricht muß sofort raus, denn unsere Zeit ist kostbar! Die Amiga-Fans haben lange genug gewartet!", so der Präsident.

 
"Der Crawler stellt eine kleine Revolution im Bereich der Personal Computer und Internet dar!" frohlockt Jeff, und er fährt fort: "Amiga-User brauchen keine Angst haben, ihre Zorro-Slots zu verlieren. Das Design bietet momentan Platz für 4 ZorroII/III Slots, 2 Video Slots und 3 (möglicherweise aktive) PCI-Slots. In der Standard Ausführung ist der Crawler jedoch nur ein besseres CD32." gesteht Jeff. Allerdings kann man sich für den Crawler einen Tower kaufen, der dann nicht nur SCSI-Geräten sondern auch Erweiterungskarten und 2 Netzteilen Platz bieten soll. Erfreulicherweise gibt es ein hervorragend funktionierendes SCSI-2 Interface on Board, sowie eine 450MB-Harddisk, die jedoch an einem IDE-Port liegt. Man will ja Geld sparen...

 
Das Revolutionäre ist das Konzept: In der Standard Ausführung ist der Crawler eine reinrassige Settop-Box, und wird auch als solche vermarktet werden. Der Crawler ist so schmal wie ein Satellitenreceiver und sieht fast genauso aus, in edlem schwarz. Dazu gibt es einen passenden Monitorständer, der Flatscreen-Bildschirm mit funkelndem Crawler-Logo kommt vielleicht von Samsung, aber das ist noch nicht fix. Natürlich kann man den Crawler auch mit einem normalen Fernseher betreiben, aber die Frequenzen sind dann eben nicht das wahre. Tastatur und Maus bzw. Controller werden an der Vorderseite des Gerätes angeschlossen, und ein Quadspeed CD-ROM Laufwerk mit Tray (kein Caddy!) ist intern (am IDE-Port) eingebaut. "Und damit werden wir einfach ein preislich unschlagbares Multimedia Gerät abliefern." ist sich Petro Tschytschenko sicher.

 
Aber nun zu den technischen Daten: Das ChipSet ist dasselbe wie das des CD32, und das ganze Gerät ist demnach beinahe zum CD32 ident, abgesehen vom 4000er-kompatiblen CPU-Slot und dem SCSI-2 Interface. Positiv sei noch vermerkt, daß ein MPEG-Decoder bereits fix eingebaut ist. "Wenn schon eine Kiste mit CD-ROM unter dem Fernseher steht, dann soll man damit auch Filme auf CD abspielen können, ist doch klar!" meint Petro. Außerdem werden ein paar CD32-Spiele und ein PhotoCD Viewer sowie weitere "Goodies" mitgeliefert. Aber was uns jetzt alle interessiert: Wie sieht ein voll ausgerüsteter Crawler im Tower aus? Nun, prinzipiell ein Amiga 4000 mit schnellerem RAM-Interface, einer internen SCSI-2 Schnittstelle, eingebautem MPEG-Decoder und CD-ROM Laufwerk. Letzteres kann zum Beispiel auch gegen das geplante DVD-R/W-Laufwerk, genannt "Q-Drive IV", ersetzt werden. Bei so vielen Erweiterungen muß natürlich die Hauptplatine irgendwann in den Tower wandern. Ob man dabei ATX-konform bleiben will, wird Amiga International noch entscheiden. Zur Zeit ist die erste Version des Boards alles andere als ATX-kompatibel, aber "Hauptsache, es läuft perfekt", tönt es siegesgewiß aus Jeff's Mund.

 
Momentan verhandelt Amiga International noch mit Gateway2000 über organisatorische Details und wie den kleinen Amigafreaks und den erwachsenen Internetjunkies die Droge Crawler verabreicht werden wird. Währenddessen werkelt man in den USA munter herum und freut sich, daß Gateways Geldsegen alle erstickt. "Ein lustiges Detail will ich noch verraten" flüstert Jeff, und man merkt, daß er sich kaum noch zurückhalten kann, "weil sie dank unseres schnellen Fortschritts kurzzeitig unbeschäftigt waren, haben zwei Leute aus unserer Abteilung mit dem Bau einer ferngesteuerten Tortenwerfmaschine begonnen!"

 
STOP PRESS: In wirklich allerletzter Minute erreichte uns die Meldung, daß die alten Pläne und Prototypen für das AAA-Chipset wieder aufgefunden wurden! Jeff und seine Kollegen mußten also die Arbeit am Projekt: PieThrower abbrechen und arbeiten nun fieberhaft an der Fertigstellung des AAA-Chipsatzes, um selbigen in den Crawler und andere zukünftige Produkte einzubauen. "Das wird die Hersteller der Zorro-Grafikkarten aber gar nicht freuen! Damit schaffen wir sogar auf PAL/NTSC Fernsehern ein flimmerfreies Bild, und HDTV wird auch schon unterstützt!" grinst Jeff Schindler, der die Sensation eines 24Bit-AAA Chipsatzes mit Datendurchsatzraten, die Voodoo alt aussehen lassen werden, nicht mehr verheimlichen konnte. "Ein Kinderspiel, das Redesign! Warum wir da nicht früher draufgekommen sind. Auch 8MB CHIP-RAM sind nun keine Utopie mehr. Besitzer eines 4000ers können sich also schon mal einen Chip-Puller zulegen."

Diese neue AAA-Version des Walkers - ähhh, Crawlers, wird dann allerdings doch erst auf der Computer98 präsentiert, dafür soll das fertige Modell wenig später bereits ausgeliefert werden: Geplanter Termin ist der 1.April 1999.

Jaja, im April macht's jeder wie er will!
 

Euer   Bernhard Lukas ...........

 
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