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»PDF-Dokumente auf dem AMIGA? Kein Problem!
Als systemübergreifendes Dokumentformat hat sich (neben HTML im WWW des Internets) in den letzten Jahren das von der Firma Adobe Systems Inc. entwickelte Portable Document Format (PDF) durchgesetzt. Ein Format, das neben Text auch eingebettete Bilder, Grafiken und Links enthalten kann. Unmengen an CD-ROMs legen davon Zeugnis ab. Jüngstes (AMIGA-) Beispiel: die AmigaPlus-CD von Heft 08/98. Dort finden sich für alle Raytracer neben der Vollversion(!) von Maxon Cinema 4D V4 einige interessante Tutorials / Handbücher zu Maxon Cinema 4D im PDF-Format.
Der Adobe-eigene Acrobat-Reader für die Anzeige der PDF-Dateien existiert leider nur für einige Rechnerplattformen. Und wieder einmal ist der AMIGA nicht darunter. Doch keine Panik - es gibt schon lange Abhilfe. Mindestens zwei Programme öffnen auch dem Amiganer das Tor zur PDF-Welt: "xpdf" und "Ghostscript". Das außerordentlich umfangreiche, leistungsfähige und interessante "Ghostscript" soll hier nicht weiter besprochen werden. Ich habe "xpdf", einen kleinen und feinen PDF-Anzeiger, der unter X- Windows-Systemen bei Un*x und Co, VMS, OS/2 und AMIGA läuft, unter die Lupe genommen. "xpdf" wurde von Derek B. Noonburg entwickelt, der AMIGA-Port und libx11 stammen von Terje Pedersen. Das Programmpaket liegt jeweils für 68020 und 68040-Prozessoren vor.
"xpdf" musste sich auf meinem A3k mit 12 MB RAM und einem 040/40-Prozessor unter CyberGfx 3.x in einem mehrmonatigen Dauertest beweisen.
Installation
Das Programmpaket kommt ohne Installer.
Dennoch ist die Installation recht einfach:
1. Die komplette Schublade "xpdf5" an den gewünschten Ort auf die
Festplatte kopieren.
2. Ein Assign libx11: auf das Verzeichnis "libx11" in der "xpdf5"-
Schublade mittels Texteditor in der user-startup setzen.
3.1. Rechner neu starten (damit das Assign abgearbeitet wird) oder
3.2. das Assign nochmals per Hand in die Shell eingeben.
Fertig.
Programmnutzung
"xpdf" kann entweder über die Shell oder von Programmen wie DOpus aufgerufen werden. Dabei solltet ihr unbedingt beachten, dem Programm einen Stack von 20000 zuzuweisen, und schon kann das erste PDF-Dokument geladen werden.
Startet ihr "xpdf" ohne Angabe eines zu ladenden Dokuments, öffnet das Programm ein Fenster auf der Workbench und wartet auf Eure Befehle. Dieses Fenster kann auch auf Public-Screens erscheinen - dann muss aber in libx11-Verzeichnis die Datei AmigaDefaults angepasst und der Public- Screen vor dem "xpdf"-Start geöffnet werden. Das "xpdf"-Fenster kommt jedem X11-User unter Un*x vertraut vor - kein Wunder, denn "xpdf" ist eine X11-Portierung (deshalb wird auch das libx11- Verzeichnis benötigt). Ein Klick mit der rechten Maustaste lässt ein Popup-Menu erscheinen, in dem ihr bestimmte Aktionen auslösen könnt:
Ein Mausklick auf "Open" öffnet einen Dateirequester (wer hätte das gedacht...) und erlaubt die Auswahl eines zu ladenden Dokuments.
Ist das Dokument geladen, kann über eine Gadget-Leiste bequem im Dokument
Scrollbalken erlauben eine freie Bewegung auch bei großen Seiten und geringer Bildschirmauflösung.
Mir sind während der gesamten Testzeit nur wenige Minuspunkte aufgefallen: "xpdf" hat hin und wieder leichte Probleme mit in den Dokumenten eingebetteten Font-Formaten. Dies stört aber nicht übermäßig, da der Text dennoch lesbar bleibt. Ähnlich wie "Ghostscript" legt "xpdf" auch auf einem 68040/40-Prozessor eine gemächliche Arbeitsgeschwindigkeit an den Tag.
Fazit
"xpdf" ist ein sehr nützliches Programm, das zuverlässig seinen Dienst
versieht und dem Amiganer das Tor zu plattformübergreifenden PDF-Dokumenten
öffnet.
Gegenüber Ghostscript bietet "xpdf" eine (intuitiv bedienbare)
Benutzeroberfläche und verbraucht, wenn nur PDF-Dateien zur Diskussion
stehen, deutlich weniger Platz auf der Festplatte und im RAM.
Während einer mehrmonatigen Nutzungszeit ist "xpdf" kein einziges Mal
abgestürzt.
"xpdf" ist für jeden, der PDF-Dokumente lesen möchte, sehr empfehlenswert.
Zu finden ist das Programm im Aminet und auf den Aminet-CDs unter
gfx/show/xpdfxx_xxx.lha (aktuell ist die Version xpdf5e_xxx.lha).
Auf der Homepage des Programmautors Derek B. Noonburg
http://www.aimnet.com/~derekn/xpdf
könnt ihr weitere Informationen zu "xpdf" und dem PDF-Format finden.
Uwe Pannecke
Uwe.Pannecke@t-online.de«