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»Nachdem ich vor nur 15 Monaten meine Karte bestellt habe, erreichte mich doch tatsächlich unerwartet Mitte Juni ein Fax mit einer Auftragsbestätigung. Lieferdatum 06.07.98. Pünktlich drei Tage später lag sie dann auch auf meinem Tisch, nur hatte ich leider keine Zeit sie einzubauen.
Ein paar Neuigkeiten haben sich mit der Auslieferung auch ergeben: Es gibt nur eine 8 MB-Version der CybervisionPPC und nur eine 4 MB-Version der BVisionPPC. (Die anderen beiden Varianten fallen wohl mangels Nachfrage weg.) Der Preis für die Karten wurde etwas abgesenkt, dafür entfallen die PowerUp-Möglichkeiten.
Der Karton in schlichtem Pappbraun gehalten (sinnvoll statt teurer Aufdrucke) wirkt sehr stabil und schon etwas überdimensioniert für die sehr kleine Karte.
Als ich dann die Zeit fand, packte ich die Karte schließlich aus und entdeckte die gewohnte P5-Qualität in der Verarbeitung, die sich sogar, möchte ich behaupten, noch verbessert hat. Das Paket enthielt außer der Karte zwei Disketten, einmal eine Disk mit der aktuellen Version des PPC- FlashROMs 44.57 bzw. des 68k-Flashs für die MK III sowie ein Zettel mit einer Anleitung zum updaten, ein Anwenderbüchlein und ein Slotblech mit einem geschirmten Kabel, um den VGA-Ausgang nach draußen zu bekommen. Das Slotblech enthält übrigens auch noch einen weiteren Ausgang für eine 3D- Shutter-Brille, die vom Permedia 2 direkt unterstützt wird!
Zuerst muss das FlashROM upgedatet werden, wozu der Rechner ausgeschaltet werden muss, um resetfeste Programm zu entfernen. Wie das genaue (sehr einfache) Procedere vor sich geht, ist noch mal auf dem Beipackzettel beschrieben. Gesagt - getan. Nun wird noch ein Update der Libraries für den 68060 bzw. 68040 und den PPC vorgenommen, und dann ist die erste Disk auch schon erledigt.
Die zweite Disk enthält die neuste (schon nicht mehr so neue) Version 70a der CyberGFX-Software und eben den wichtigen CybervisionPPC-Monitortreiber. Hat man die Version 70a sowieso schon installiert, genügt, trotz des Hinweis, sämtliche ältere Installationen von CGFX zu deinstallieren und dann die Disk zu installieren, ein einfaches Kopieren des Monitorfiles in Devs:Monitors. Da ich schon eine CV64/3D im System hatte, habe ich diesen Weg gewählt, um erst einmal die beiden Karten parallel zu betreiben, da es die Umstellung der Einstellungen (Screenmode etc.) erleichtert, was auch problemlos funktioniert.
Also alle, die mehr als eine Grafikkarte im Rechner benötigen: So geht's! Das war's mit der Installation. Nach dem Flashupdate nicht vergessen, wieder die Settings (´ESC´ beim Booten) neu einzustellen, da diese logischerweise verlorengehen.
Nun kam der große Augenblick: RESET und ..... ganz normal, da ich den Screenmode erst umstellen muss. Dies tat ich dann auch und durfte feststellen, dass der von mir gewählte Mode 1024x768x8 Bit nur eine äusserst schwarze WB bewirkte. Da ich aber nicht zum ersten mal eine P5- Grafikkarte installiert habe, dachte ich mir schon, dass das Problem wieder mal in den Einstellungen liegt. Also RESET, neu booten und in die CGFXMode- Einstellungen in Prefs. Hier kann man nun mehr oder weniger komfortabel die Einstellungen des Monitorfiles korrigieren. Da ich eigentlich schon recht mühsam für meine CV64/3D meine Einstellungen zusammengestellt hatte, wollte ich diese übernehmen. Dazu kopierte ich einfach das File CVision3DMonitor in Prefs/Env-Archive/CyberGraphX und benannte es in CVisionPPCMonitor um. RESET, und schon waren die neuen (alten) Modi auch in CGFXMode verfügbar. Jemandem, der diese Einstellungen mangels CGFX vorher nicht hatte, bleibt nur, die Einstellungen an seinen Monitor manuell anzupassen und mit TEST auszuprobieren. Das sollte aber außer etwas Arbeit weiter kein Problem darstellen.
Nun noch in Screenmode die WB auf CybervisionPPC umgestellt, und schon lief die Karte, und zwar in einer bestechenden Brillanz und einer ordentlichen Geschwindigkeit. Man kann erheblich höhere Bildraten und Auflösungen bei höherer Tiefe einstellen. Jetzt läuft IBrowse auch bei 1024x768 in 24 Bit, und das bei 80 Hz in sensationeller Geschwindigkeit! Lediglich ein Problem habe ich noch mit der Karte: Bei Pixeltaktraten von über 80 MHz bekomme ich Pixelfehler. Woran das liegt, kann ich zur Zeit leider noch nicht sagen, aber von anderen wurde mir schon berichtet, dass diese Probleme bei ihnen nicht auftauchen.
[Anm. d. Red.: Kurz vor Redaktionsschluss hat Jörg Handwerg uns mitgeteilt, dass die Probleme nach einem Update des CybervisionPPC-Monitortreibers auf v2.6 nicht mehr vorhanden sind.]
Ein Nachteil der Karte sollte aber auch nicht verschwiegen werden: Sie enthält keinen Scandoubler-Ausgang oder Monitorumschalter. Der Scandoubler- Ausgang ist technisch nicht möglich, da die Karte ja nicht mehr im Videoslot sitzt und somit keinerlei Videosignal des Amigas bekommt, und der Monitorumschalter wurde wohl einfach eingespart. :-( ...Also entweder braucht man nun einen zweiten Monitor, einen Monitor mit zwei Eingängen, einen Umschalter, oder man muss ab und zu umstecken. Da es aber in der Regel kaum notwendig ist, noch AMIGA-Modi zu nutzen (sind eh zu langsam), ist dieser Nachteil zu verschmerzen.
Insgesamt kann man eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung gegenüber der CV64/3D feststellen, wenngleich diese durch Sysspeed nur in 16 und 24 Bit auch mit Zahlen untermauert wurde. Hieran sind wohl auch etwas die sehr beschränkten Testvarianten schuld. Subjektiv ist der Aufbau des Bildes jedenfalls auch in 8 Bit schneller als mit der CV64/3D. In 16 und 24 Bit merkt man nun keine Verzögerung gegenüber den 8-Bit-Modi wie auf der CV64/3D, und mit Sysspeed wurde von mir ein Wert im Bereich des vier- bis fünffachen der Geschwindigkeit einer CV64/3D ermittelt.
Was jetzt noch fehlt, sind die 3D-Funktionen des Permedia 2, da weder eine Library zur Ansteuerung beiliegt (soll erst im August fertig werden), noch eine Demo.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass ich den Kauf der Karte keinesfalls bereue, da sowohl die Bildqualität wie die Geschwindigkeit erheblich gesteigert wurde, und die Karte mit ihren Features auch für die Zukunft vielversprechendes zu bieten hat, wie man im PC-Bereich ja an einigen Spielen bestaunen kann. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt aktuell bei rund 499,- DM (aktueller Preis bei mir 489,- DM, wenn ich mir diese Schleichwerbung erlauben darf :-))) ).
Jörg Handwerg
E-Mail: J.Handwerg@t-online.de«