AMIGA ActionGamesPlayerJoker - von Jens Schröder (jschroe@gwdg.de)

Review: Quake

Quake. Jeder der irgendwie mit PCs zu tun hat oder Bekannte mit einem PC hat, kennt dieses Spiel. Bei erscheinen der PC-Shareware-Version des Spiels vor fast genau zwei Jahren brachen die Web- und FTP-Server von id Software fast zusammen. Kein Spiel wurde bis dahin sooft in so kurzer Zeit aus dem Internet heruntergeladen. Nun ist Quake dank der Umsetzung von clickBOOM auch für den AMIGA erhältlich. Für alle, die Quake noch nicht kennen, kommt hier der ausführliche Test.

Das Spiel kommt in einer edlen Papp-CD-Hülle mit einer gedruckten Aleitung im Booklet. Die Verpackung dürfte dieselbe sein, die schon für die PC-Version benutzt wurde, zumal auf der Rückseite die Systemvoraussetzungen der PC-Version zu lesen sind und die AMIGA-Systemvoraussetzungen mittels Aufklaber hinzugefügt sind. Dort steht als Mindestvoraussetzung ein 68020- Prozessor mit FPU, 8 MB RAM, AGA oder Grafikkarte und 60 MB freier Platz auf der Festplatte. Empfohlen wird dagegen ein 68060-Prozessor und 16 MB RAM und noch nie ware eine Empfehlung so wichtig wie bei Quake. Jeder, dessen AMIGA nur die Mindestvoraussetzungen erfüllt, sollte lieber nicht weiterlesen oder seinen Rechner aufrüsten, denn Quake ist selbst auf AMIGAs mit 68040-Prozessor zwar lauffähig, angesichts der Spielgeschwindigkeit aber nicht spielbar. Nur Besitzer von 68060-AMIGAs können Quake mit einer halbwegs erträglichen Frames-Pro-Sekunde-Rate spielen. So empfielht clickBOOM sogar, den Prozessor zu übertakten. Angesichts von Raten um 10 Frames pro Sekunde, je nach Monsteraufkommen und Raumgröße ist es umso verwunderlicher, daß clickBOOM KEINE PowerPC- Version des Spiels plant, wäre diese doch weitaus sinnvoller als die geplante Myst-PPC-Version. PPC-Besitzer mit Internet-Anschluß kommen dank zweier illegaler PPC-Ports des Spiels bereits in den Genuß höherer Spielgeschwindigkeit.

Hat man die ca. 60 MB auf seine Festplatte installiert (Start des Spiels von CD ist nicht möglich), kann das Spiel gestartet werden. Vom Spielprinzip her bietet Quake gegenüber seinen Vorgängern Doom und Doom 2 erwartungsgemäß kaum Neuerungen, wie auch in anderen 3D-Shootern sieht der Spieler die Räume aus der Perspektive seines Helden, bewegt sich durch unzählige Räume und schießt auf alles was sich bewegt. Was macht Quake aber so besonders ? Hier ist wohl vor allem die Technik zu nennen. Die komplette Quake-Welt besteht aus echten dreideimensionalen Objekten, es gibt ein oben und ein unten. Die Monster in Quake sind auf Wireframe- Modellen basierende Figuren. Die dunkel gehaltenen Level verbinden sich zusammen mit dem stimmigen Sound zu einem Spielvergnügen, das an Atmosphäre kaum zu überbieten ist. Die CD-Audio-Tracks aus der Feder der Nine Inch Nails tun ihr Übriges für diesen Eindruck.

Besonders beliebt an Quake ist auch dessen Multiplayer-Funktionalität. Mittels Nullmodemkabel, Modem, lokalem Netzwerk oder Internet lassen sich relativ einfach komplexe Schlachten mit mehreren Spielern schlagen. Nicht um sonst haben sich zahlreiche "Clans" gebildet, die auf dem Weg zu Ehre und Ruhm andere Clans herausfordern und sich gigantische Gefechte liefern. Die Steuerung des Spiels ist noch einfacher als bei vielen anderen 3D-Shootern, eigentlich kann man sich lediglich bewegen und schießen. Während des Spiels, das übrigens aus vier Episoden mit jeweils vielen einzelnen Levels besteht, begenen dem Spieler außer den Monstern viele Secrets. Manche dieser Geheimnisse sind leicht und andere schwer zu entdecken. In diesen Geheimverstecken finden sich zumeist nützliche Extras wie Energie oder Munition. Hat man ein Level beendet, gibt es eine Erfolgsstatistik, die über die Spielzeit, die gefundenen Secrets und die erledigten Monster Auskunft gibt.

Unter dem Strich bleibt der auf dem AMIGA bisher technisch beste 3D-Shooter, der allerdings auch die höchsten Systemanforderungen verlangt. Kein Spiel hat den AMIGA-Besitzern bisher so vor Augen geführt, daß eine Neu- bzw. Weiterentwicklung der AMIGA-Hardware dringend notwendig ist. Wie diese Entwicklung auch aussieht (PPC oder neuer Super-AMIGA), so ist sie doch dringend erforderlich und zwar zu einem vernünftigen Preis. Für unter 2000 DM bekommt man heute schon einen PC, auf dem Spiele wie Quake 2 oder Unreal, die Quake wie ein Spiel aus alten Zeiten aussehen lassen, nahezu perfekt laufen. Gefordert sind außerdem die Softwarefirmen. Eine PPC-Version von Quake könnte ein großer Schub für die PowerPC-Plattform sein. Also, tut es clickBOOM !

Der Wertungskasten bezieht sich lediglich auf das Spielen von Quake mit 060-AMIGAs. Allen anderen AMIGA-Besitzern muß ich vom Kauf des Spiels abraten.

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|  Name:          Quake                                                   |
|  Hersteller:    clickBOOM / PXL Computers; Box 969 - 31 Adelaide St.East|
|                 Toronto Canada, M5C 2K3                                 |
|  Preis:         ca. 100 DM                                              |
|  Datenträger:   1 CD-ROM                                                |
|  Genre:         3D-Shooter             | Spieler: 1                     |
|  Sprache:       englisch               | Anleitung: englisch            |
|  System:        mind. 68020 + FPU, 8 MB RAM, AGA oder Grafikkarte, 60 MB|
|                 Platz auf der Festplatte, CD-ROM-Laufwerk               |
|  Fazit:         eins der besten Action-Spiele aller Zeiten mit den      |
|                 höchsten Hardwareanforderungen aller Zeiten. NUR FÜR    |
|                 BESITZER VON 060-AMIGAS GEEIGNET !!!                    |
|  Wertung:                                                               |
|                             Grafik:    10/10                            |
|                             Sound:      8/10                            |
|                             Handhabung: 9/10                            |
|                             Spielspaß: 10/10                            |
|                             GESAMT:     95 %     AMIGA AGPJ AWARD       |
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