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In den letzten Wochen hat die AMIGA-Entwicklungsabteilung AMIGA, Inc. unter der Führung von Jeff Schindler ihre AMIGA-Marschroute für die nächsten zwei Jahre offengelegt. An dieser Stelle folgt eine chronologische Abhandlung der wichtigsten Ereignisse, die aus gutem Grund nicht erst mit der World of AMIGA, auf der die Entscheidungen bekanntgegeben wurden, beginnt, sondern mit dem
An diesem Tag fand eine IRC-Konferenz statt, an der wichtige AMIGA- Persönlichkeiten (darunter Joe Torre, Fleecy Moss und Darreck Lisle von AMIGA, Inc. sowie Olaf Barthel) teilnahmen. Auf dieser Online-Veranstaltung wurde bekanntgegeben, daß Gateway 2000 die Geschäfts- und Entwicklungspläne von AMIGA, Inc. akzeptiert hätte, und auf der vom 15. bis 17. Mai in London stattfindenden "World of AMIGA" sehr wichtige Ankündigungen gemacht würden.
Darreck Lisle von AMIGA, Inc. kündigt für den ersten Tag der WoA eine wichtige Bekanntmachung an.
Die britischen Zeitschrift "Computer Trade Weekly" meldet, daß auf der "World of AMIGA" ein neuer HighEnd-Computer mit AMIGA- UND PC- Kompatibilität angekündigt wird. Der neue Rechner könnte demnach innerhalb von 18 Monaten fertiggestellt und zu einem Preis von umgerechnet etwa 1500 bis 2100 Mark angeboten werden. Er soll eine offene Architektur und ein enorm verbessertes Betriebssystem aufweisen. Ein erstes Modell soll bereits auf der World of AMIGA gezeigt werden, die Präsentation einer funktionstüchtigen Version sei für die "Computer '98", die im November dieses Jahres in Köln stattfindet, geplant.
Um 21.00 Uhr MESZ, drei Stunden früher als zunächst angekündigt, aktiviert AMIGA, Inc. seine neue WWW-Homepage http://www.amigainc.com (mittlerweile ist das Unternehmen zusätzlich auch über http://www.amiga.com erreichbar).
Gleichzeitig wird die lang erwartete Bekanntmachung bezüglich der AMIGA- Zukunft veröffentlicht. Es folgt die deutsche Übersetzung:
»ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG
Amiga Inc. meldet "KICKOFF THE FUTURE WITH AMIGA®" ("VORSTOSS IN DIE ZUKUNFT MIT AMIGA®")
Die strategische Ausrichtung und die Pläne für die Zukunft enthalten neue Software-Technologie, System-Verfügbarkeit und eine Internet-Adresse (Web Site).
London, UK, 15. Mai 1998 Amiga Inc., ein Pionier der Multimedia-Entwicklung, gab heute Pläne über eine neue Software-Architektur bekannt, die der Amiga-Gemeinde gesteigerte Leistungs- und Anwendungs-Niveaus bieten wird. Amiga wird eine Software- Technologie entwickeln und lizensieren, die herausragende Multimedia- Lösungen für den entstehenden konzentrierten digitalen Markt bieten wird.
"Amiga hat durch die Festlegung der zu befolgenden Standards die Gelegenheit, an die Spitze der Industrie zu kommen", sagt Jeff Schindler, General-Manager von Amiga, Inc. "Durch enge Zusammenarbeit mit Amiga- Entwicklern und Anwendergruppen haben wir alle die Möglichkeit, an diesem aufregenden, wachsenden Markt teilzunehmen."
Um auf Amigas Anspruch als Multimedia-Führer aufzubauen, kündigte die Gesellschaft das OS 4.0 an, dessen Freigabe für den November 98 vorgesehen ist. Amiga OS 4.0 wird eine neues Anwender-Schnittstelle erhalten und die bisherige Software mit einem integrierten Emulator unterstützen. Hardware- Entwickler arbeiten bereits an Lösungen für die Software und die Hardware- Rückwärts-Kompatibilität mit der neuen Amiga-Architektur.
Amiga, Inc. gab auch Pläne bekannt, einen Personal-Computer im Industrie- Standard vorzustellen. Das neue System wird über eine Brücke zur nächsten Generation der Amiga-Technologie verfügen. Das System wird voraussichtlich im November erhältlich sein, der vorgesehene Verkaufspreis soll US$999 betragen. Diese Geräte werden durch Amiga International vertrieben werden.
In naher Zukunft wird Amiga, Inc. auch die Web-Adresse www.amiga.com als offizielle Nachrichtenquelle für Entwickler-Mitteilungen, Informationen und sonstige Verbindungen betreuen. Die Web-Adresse www.amiga.de von Amiga International wird weiterhin der Platz für Amiga-Vertrieb, für den Vertrieb von eigenen Produkten und die Lizensierung sein.
Über Amiga
Amiga, Inc., ist eine Technologie-Gesellschaft, die auf die nächste Generation von Anwender-Betriebssystemen hinzielt mit ständigem Blick auf Multimedia. Seit der Einführung des Amiga A1000 im Jahre 1985 hat Amiga während seiner Pionierleistungen bei der industriellen Entwicklung im Bereich der Multimedia, des 32-Bit-Multitasking und der Autokonfiguration die Verkörperung des wirkungsvollen Einsatzes von Speicher- und Festplatten-Kapazitäten dargestellt. Amiga führte die Industrie in die Verbindung von Computer-Grafiken, Animation und Filmsequenzen mit Stereo-Ton, was heute als Multimedia bekannt ist.
MEDIEN-KONTAKT:
Bill McEwen
Amiga Incorporated
billm@amigainc.com
http://www.amigainc.com
Amiga, the Amiga logo, and Amiga OS are trademarks of Amiga, Inc. All other trademarks are the property of their respective owners.
Amiga, das Amiga-Logo und Amiga OS sind Warenzeichen von Amiga, Inc. Alle übrigen Warenzeichen sind Eigentum den jeweiligen Besitzer.
© 1998 Amiga, Inc.«
Die Übersetzung stammt von Gernod Schomberg. (Quelle des Originals: AMIGA, Inc.)
Des weiteren dürften die Biographien der Angestellten von AMIGA, Inc. von Interesse sein. Auch hier folgt eine deutschsprachige Übersetzung:
»Nehmen Sie mit uns Verbindung auf!
600 N. Derby Lane
P.O. Box 1841
N. Sioux City, SD 57049 USA
888-25-AMIGA
605-232-6442
605-235-1002 FAX
general@amigainc.com (e-mail)
Mitarbeiter von Amiga, Inc.
Jeff Schindler, Managing Director
Marilyn Flint, Director of Operations
Joe Torre, Senior Hardware Engineer
Bill McEwen, Director of Marketing
Derrick Lisle, Events Coordinator
Kelli Newby, Administration
Allan Havemose, Senior Software Engineer
Fleecy Moss, Project Management
Joe Torre, Senior Hardware Engineer
Joe Torre war ein Kämpfer für den Amiga in vorderster Front seit Stunde Null, 1985. Als geschickter Hardware-Ingenieur besteht Joe heute noch darauf, seine Prototypen eigenhändig zusammenzubauen, anstatt diese Dinge den Techies zu überlassen. Mit klarem Wissen über Amigas Geschichte ist er einmalig qualifiziert, dessen Zukunft zu dienen. Als Mitbegründer und ehemaliger Präsident der Amiga Atlanta User Group war Joe seit 1985 ständig in der Amiga-Hardware-Entwicklung tätig. Ehe er zu Amiga, Inc., kam, war er als Ingenieur bei Scientific-Atlanta, einem führenden IT-Produkte- Entwickler und Hersteller. Seine breite Erfahrung umfaßt auch ingenieurmäßige Forschungs- und Entwicklungs-Arbeit bei BellSouth Telecommunications, Colorgraphic Communications und die Entwicklung von Video-Spielen bei Health-Science Media. Er war ein erklärter "rocket scientist" (Raketen-Wissenschaftler) in seinen Vor-Amiga-Tagen bei der Missile Systems Division von Rockwell International. Joe Torre war ein Champion als Fahrer bei Motorad-Straßenrennen; heute macht er weiter als anerkannter Champion des Amiga.
Dr. Allan Havemose, Software Development
Dr. Havemose erhielt seinen Grad als Master of Science und Ph.D (Doktor der Philosophie) vom Institut für Mathematik an der Technischen Universität von Dänemark. In die Erfahrungen von Dr. Havemose mit dem Amiga gehen die Gründung einer Firma "COMPAL" ein, er war Amiga Technical Support Manager für Commodore ESCO in Frankfurt, Deutschland und Manager der Amiga- Softwareentwicklung für Commodore International Services Corporation. 1994 schloß er sich der Digital Sound Corporation als Vizepräsident für Ingenieurtechnik an. Das Jahr 1996 sah Dr. Havemose bei ARK Logic (eine Gesellschaft von ICS). Er wurde zum Präsidenten und CEO ernannt, um den Umschwung der mit Schwierigkeiten kämpfenden Gesellschaft für Computer- Graphik zu schaffen. 1997 stieg er auf in die Gesellschaftsverwaltung von ICS als Vize-Präsident für strategische Planung. 1998 gründete Dr. Halvemose die Gesellschaft Viking Analytics. Viking Analytics ist eine Gesellschaft zur Forschung und Entwicklung für Modelle im Computerhandel bei Geld-, Aktien- und Warenmärkten. Dr. Havemose erhielt 1991 gemeinsam mit J. Justeson, K. Larsen, T. Hoholdt und H.E.Jensen den IEEE Information Theory Society Prize Paper Award. Er ist auch Inhaber des Patents für "Cross-interleaved error correcting encoded data" (Kreuzverkoppelte fehlerkorrigierende codierte Daten). Zur Zeit freut sich Dr. Havemose über die Sonne in Kalifornien, denn er lebt in San Jose.
Kelli Newby, Administration Assistent/Bookkeeper
Kelli Newby schloß sich im September 97 Amiga, Inc. als Buchhalterin und Verwaltungsassistentin an. Ehe sie zu Amiga, Inc. kam, war Kellis größte Näherung an den Amiga der Commodore 64. Seither ist sie vollkommen aus dem Häuschen über Amiga, und wohin sein Weg führen kann und wird! Sie ist ein großartiger Cheerleader und sieht in rot und weiß fabelhaft aus! Kelli lebt mit ihren drei prächtigen, engelsgleichen Kindern in Iowa.
Darreck Lisle, Usergroup and Events Coordinator
Darreck Lisle wurde Mitglied der Amiga-Gemeinschaft im Herbst 1987, während er als Unteroffizier der Fallschirmjäger der US-Armee in Darmstadt in Deutschland stationiert war. Er kaufte seinen ersten Amiga 500 mit 1084S- Monitor im Post Exchange (Standort-Warenhaus). Über die Jahre besaß und verwendete Darreck nahezu jedes Amiga-Modell. Darrecks lebenslanger Traum war es, ein Polizeibeamter zu sein und einen Wissenschaftsgrad bei der Polizei zu erhalten. Als er feststellte, daß Gateway Amiga gekauft hatte und sich seine Erfahrungen bei der Siouxland Metro User Group ebenso wie seine Amiga-Kenntnisse zu Nutze machen wollte, konnte er diese Gelegenheit einfach nicht vorübergehen lassen! Darreck wurde in der Gegend des Siouxlands geboren und wuchs auch dort auf. Er lebt jetzt mit seiner Frau und seinen beiden jungen Söhnen in Iowa.
Fleecy Moss, Projekt Management
Fleecy Moss bringt Amiga, Inc. eine einzigartige Perspektive mit seinem Blick in die Zukunft des Amiga. Er ist ein dynamischer, offener Denker mit Erfahrungen im Projekt-Management und im System-Entwurf. Fleecy gehört zum Steuerungskommitee des ICOA. Er graduierte 1989 an der Keely- Universität mit einem Ehren-Grad in Computer-Wissenschaft und Psychologie. Derzeit leben Fleecy und seine entzückende Frau mit ihren zwei wunderbaren Jungen in Pennsylvania. Sein Ehrgeiz ist es, endlich "Cannon Fodder" (Kanonenfutter) fertigzuspielen (seit vier Jahren, und immer noch probiert er es!)
Marilyn Flint, Operations Manager
Marilyn arbeitete 7 Jahre bei Adobe Systems, Inc. Sie war Erster Manager bei Adobe Systems Customer Support (Kundenunterstützung) und Inside Sales Organization (Interne Verkauforganisation). Sie baute diese Abteilungen bei Adobe von einer kleinen Gruppe von 12 Personen aus zu 5 strategischen Kundenbetreuungseinheiten mit zeitweise über 120 Mitarbeitern, die die Kundenwünsche quer über die Abteilungen hinweg bearbeiteten und dadurch deutlich die Verkaufserlöse der Gesellschaft steigerten. Seit damals ist Marilyn unabhängige Unternehmerin, die hochtechnologischen Firmen in ihren Anfängen berät, damit sie festen Boden unter die Füße bekommen. Marilyn begann im Juli 1997 ihre Zusammenarbeit mit Amiga, Inc. und unterschrieb als Mitarbeiterin in diesem Jahr.
Sie bestätigte ihre Zuneigung zum Amiga dadurch, daß sie ihr Haus in der Gegend von Seattle, Washington, verkaufte, um sich in N. Sioux City, South Dakota, niederzulassen (Also das nennt man Hingabe! ;-) Marilyn besuchte die Schulen UC Davis, Sacramento City College und Long Beach State University. Sie hat die Abschlüsse Psychologie als Hauptfach und Kriminal- Recht als Nebenfach.
Jeff Schindler, General Manager
Jeff Schindler wurde auf direkten Wunsch von Ted Waitt hin Mitte 1997 General-Manager von Amiga, Inc. Schindler hat viele produktive Jahre bei Gateway 2000 in der Abteilung für tragbare Geräte zugebracht und wurde auch wohlbekannt für die Leitung der Entwicklung von Destination, dem ersten TV- PC, einem Gerät, welches den Personal-Computer und Fernsehen in einem Gerät vereinigt.
Jeff nahm an den wichtigsten Amiga-Verkaufsmessen teil und spricht auch auf Entwickler-Konferenzen und Amiga-Ausstellungen. Jeff ist auch verantwortlich für die Entwicklung der Geschäftsstrategien und die technologische Führung von Amiga, Inc. Er wohnt mit seiner Frau in der Nähe der Amiga-Hauptverwaltung.
Bill McEwen, Sales & Marketing
Bill McEwen hat eine über zwölfjährige Erfahrung im Bereich Verkauf und Marktforschung, zuletzt bei Atrieva Corporation. Über die Jahre hat er für mehrere Software-Gesellschaften gearbeitet, darunter auch ConnectSoft, Inc., genSoft Development Corporation und Bumblebee Software. Seine tiefgreifenden Erfahrungen in Verkauf, Vermarktung und PR schließen neben den US auch Europa und internationale OEM-Verkäufe und Lizensierungen mit ein. Bill organisierte die Verleihung mehrerer Magazin-Anerkennungspreise und die "Best of Show" auf der Comdex im Herbst 1994. Er lebt mit seiner Frau und seinem noch jungen Sohn in Ravensdale, Washington.
© 1998 Amiga, Inc.«
Die Übersetzung stammt von Gernod Schomberg.
(Quelle des Originals: AMIGA, Inc.)
Noch am selben Tag beginnen in Newsgroups, Gesprächsforen und IRC-Kanälen heftige Diskussionen über die von der AMIGA-Entwicklungsabteilung veröffentlichten Beschlüsse. Die überwiegende Mehrheit der sich zu Wort meldenden AMIGA-Anwender steht diesen negativ gegenüber. Mit dazu beigetragen haben dürften auch Äußerungen von Mitarbeitern der Entwicklungsabteilung, wonach Intel-Technologie in dem neuen Rechner Verwendung finden soll. Dies wird jedoch später korrigiert: Festgelegt worden sei lediglich die Nutzung von Standard-PC-Komponenten, jedoch noch nicht, welche Hersteller hier zum Zug kommen werden.
Mittlerweile wird, bewirkt durch öffentliche Äußerungen von AMIGA- Mitarbeitern und anderen wichtigen Personen, immer klarer, daß der in der offiziellen Bekanntmachung von AMIGA, Inc. angekündigte Rechner lediglich eine Zwischenlösung darstellen wird. Bei dem Gerät soll es sich im wesentlichen um einen normalen Standard-PC handeln, der jedoch mit einer PCI-basierenden "AMIGA auf einer Karte" aufgerüstet sein wird, und der bei den heutigen 68k-Programmen eine höhere Geschwindigkeit erreichen soll als mit den bisherigen AMIGA-Modellen. (Mittlerweile wurde bekannt, daß es sich um den geplanten Rechner "Inside Out" von Index Information handeln wird, möglicherweise leicht modifiziert, inklusive einer neuen Version der "Siamese"-Software.) Die Schaffung einer solchen Zwischen-Generation ist nach offizieller Darstellung deshalb nötig, weil Software-Simulatoren und -Compiler für den in Entwicklung befindlichen und 1999 zur Verwendung kommenden neuen Prozessor- und Multimedia-Chipsatz (s.u.) lediglich für Standard-PCs verfügbar seien. Dieser "Brücken-AMIGA" soll über ein AMIGA OS 4.0 verfügen, das abwärtskompatibel zur heutigen 68k-Software sein soll. Der Betriebssystemkern soll von einem Dritthersteller entwickelt werden. Als Basis könnten _beispielsweise_ BeOS, Linux oder Java in Frage kommen. Dieses Gerät ist in erster Linie für Entwickler gedacht, die bereits im Vorfeld Software (insbesondere das neue Betriebssystem, s.u.) für eine für 1999 geplante neue, weder Software- noch Hardware-kompatible AMIGA- Generation schreiben wollen. An das im Brücken-System zum Einsatz kommende AMIGA OS 4.0 sollte man somit keine hohen Erwartungen betreffs Stabilität und Umfang stellen. Noch einmal zur Klarstellung, damit es ganz deutlich wird: Einziger Sinn und Zweck des Brücken-AMIGAs ist die Bereitstellung eines Rechners, um für die darauffolgende AMIGA-Generation Softwasre zu entwickeln.
Der eigentliche "NextGeneration"-AMIGA soll über einen vollkommen neuen Prozessor verfügen, dessen Entwicklung selbst erst voraussichtlich Anfang 1999 abgeschlossen sein wird. (Zur Information: Dieser Prozessor wird weder von AMIGA, Inc. oder in Auftrag der AMIGA-Entwicklungsabteilung hergestellt, noch wird er exklusiv in AMIGA-Rechnern zum Einsatz kommen. Durch die Kontakte zum Mutterkonzern Gateway sei man auf die CPU- Neuentwicklung aufmerksam geworden.) Nachfolgend einige von AMIGA-Mitarbeitern genannte Leistungsdaten dieser Multimedia-Grafik-Architektur, für die bislang kein offizieller Name existiert:
Angeblich soll ein LowEnd-Computersystem mit diesem Chipsatz bereits für etwa 500 US-Dollar erhältlich sein, Rechner mit der Leistung von SGI- Workstations sollen deutlich günstiger angeboten werden können als heutzutage.
Das AMIGA OS 5.0, das bei dieser Generation zur Verwendung kommen soll, wird Hardware-unabhängig, jedoch _nicht_ kompatibel zur heutigen AMIGA- Software sein. Zwar wird es wohl eine Art von 68k-Emulation geben, jedoch handelt es sich faktisch um ein völlig neues Computersystem, das mit dem heutigen AMIGA (und erst recht mit dem von 1985) technisch so gut wie nichts mehr zu tun hat.
Fazit:
Wie ich im Editorial bereits andeutete, muß die Art und Weise der
Bekanntgabe der Entscheidungen von AMIGA, Inc. als geradezu dilettantisch
bezeichnet werden: Da wird eine Presseerklärung herausgegeben, in der von
einem neuen AMIGA, der auf dem Industriestandard basiert, die Rede ist.
Völlig verschwiegen wird jedoch, daß dieses System lediglich einen sehr
kurzen Zeitraum, nämlich etwa ein Jahr, überbrücken und nur für Entwickler
geschaffen werden soll. Hätte man nicht die äußerst wichtige Information
weggelassen, daß der eigentliche AMIGA der nächsten Generation über eine
vollkommen andere, neue Hardware-Architektur verfügt, wäre es mit größter
Wahrscheinlichkeit nicht zu den Totengesängen für den AMIGA, Beschimpfungen
auf AMIGA, Inc., etc. gekommen, zu denen sich nach der Veröffentlichung der
obigen Presseerklärung eine Reihe von Anwendern genötigt sahen, man konnte
es ihnen nicht verübeln.
AMIGA, Inc. hätte wissen müssen, daß die (scheinbare) Hinwendung zum
Industriestandard und zu Intel, das bei vielen Anwendern eine ähnlich
"hohe" Popularität genießt wie Microsoft, ein Erdbeben auslösen würde. Dies
ist Mitte Mai ja auch geschehen - nur völlig unbegründet, AMIGA, Inc. sei
Dank.
Bei genauerer Betrachtung des gesamten Informationsmaterials, das den Anwendern mittlerweile zur Verfügung steht, kann das Motto in Richtung anderer Minderheiten-Computersysteme, als bekanntestes sei ausdrücklich der PowerMac von Apple genannt, wohl nur lauten: "Zieht euch warm an! Wir kommen wieder!". Sollte die neue Prozessor- und Multimedia-Architektur auch nur annähernd das halten, was den Anwendern versprochen wird, dann könnte damit eine wahre "Höllenmaschine" geschaffen werden, die heutigen und selbst zukünftigen Prozessoren, heißen sie nun PowerPC, PentiumII oder Merced, gehörig das Fürchten beibringen würde. Wenn die für möglich gehaltenen Verkaufspreise, beispielsweise 500 US-Dollar für ein "LowEnd"- System (das unter heutigen Maßstäben wohl eher unter den Begriff "HighEnd" fallen würde), auch noch verwirklicht werden könnten, würde dies sogar auf die Wintel-Welt einen ungeheuren Druck ausüben.
Einen kleinen Haken hat die ganze Sache allerdings doch: Wird die technische Durchführung der Entwicklung wirklich so unkompliziert und rasch vonstatten gehen, wie es sich die Mitarbeiter von AMIGA, Inc. erhoffen? Das kann wohl nur die Zukunft zeigen, die mit einem Mal gar nicht mehr so düster aussieht...
Und was haltet Ihr von den Plänen der AMIGA-Entwicklungsabteilung? Schreibt uns Eure Meinung! E-Mail: aakt@gmx.de