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»Es geht um den Leserbrief "Kritik an den AMIGA-Zukunftsplänen einiger User (von Sascha van Wahnem)". Da muß ich einfach mal was zu loswerden.....
Hallo Sascha, ich möchte Dich hier keineswegs persönlich angreifen, dennoch konnte ich nicht umhin, Deinen Ausführungen kritisch zu folgen bzw. mich kritisch gegenüber selbigen zu äußern.
>1. Warum PCI in neuen Amigas??? > >Das würde mich mal brennend interessieren, warum alle so 'geil' auf PCI >sind!? >Ist PCI so was Besonderes? Ich meine von der Leistung her? Wohl kaum, >bestimmt gibt es 'was Besseres.
Ich denke, das ist gar nicht die Frage! Die Frage ist, wie man den Amiga halbwegs wieder auf die Beine bekommt, ohne sich gleich ins ökonomische Abseits zu befördern.
>Oder ist es nur wegen des wahnsinnigen Kartenangebots auf dem Markt?
Natürlich, weswegen denn sonst????
>Ihr könnt' mich für blöde halten, aber ich denke, daß der Einzug von PCI >als Hauptschnittstellen-System der technische Rückschritt wird! Sollte PCI >der Ersatz werden für die bisherigen ISA-Slots im Amiga, na gut, bin ich >bereit zu sagen, auch gut. Aber wenn dadurch unser Zorro-Bus-System >wegfällt, wäre das, zu deutsch gesagt, Müll!
Ich finde Deinen Standpunkt sehr opportunistisch. Als "Slave"-Bus-System ist der Müll dann doch gut genug?
>Zum anderen ist es ja doll, wenn ich dann den Amiga (8000 ??) da stehen >habe, der dann eine normale SoundBlaster-kompatible Soundkarte hat, eine >Matrox Millenium sowieso, und was weiß ich nicht noch alles vom PC her >hat. >Da muß ich doch mal ganz klar die Frage stellen, ist das überhaupt ein >Amiga, oder sollte man dann nicht schon eher sagen, es handelt sich um >einen IBM-PC? Was hat uns denn bisher immer so stark vom IBM-PC-Markt >unterschieden? Wir hatten unsere eigene Hardware, die NUR für den Amiga >gemacht war, sie ist immer eine große Innovation gewesen, weil sie über >meist besondere Sachen verfügt hat, Leistungen und Erweiterungs- >Möglichkeiten, die fast nur auf dem Amiga angesagt waren. Meiner Meinung >nach war das immer mit einer der Gründe, warum der Amiga so was Besonderes >war. Ich bin eindeutig für eine Weiterentwicklung der Zorro-Systeme. Ich >hoffe, daß ich mit dieser Meinung nicht allein dastehe.
Im Grunde gebe ich Dir ja recht, zumindest rein "herzensmäßig". Klar möchte auch ich den Amiga als "Stand-alone"-Computer sehen, wenn man das so sagen kann. Allerdings ist dieses eine recht irrationale Überlegensweise. Fakt ist doch nun mal, daß sich das modulare System der PCs durchgesetzt hat. Ich glaube, auch Du wirst mir zustimmen, daß dieses Durchsetzen seine Wurzeln in den auf den PC eingesetzten Bussystemen hat. Ob besser oder nicht, ist erst einmal gar nicht die Frage. Die Frage ist doch eindeutig, inwieweit ein Konzept vermarktet werden kann. Mit der Abkapselungspolitik, um es salopp zu formulieren, hat Commodore uns doch die schwere Erbschaft eines Systems hinterlassen, welches ein Exotendasein fristet. Und dieses Dasein möchtest Du weiter kultivieren?
>2. Neuer Amiga! > >So stelle ich ihn mir vor: >CPU: PPC 604e (min. 200 MHz) onboard, weiterhin die Möglichkeit, über CPU- >Boards die Sache auszubauen. >RAM: Nur noch Fast-RAM, kein Chip-RAM mehr. Erweiterbar bis 512 MB über >PS/2 UND DIMM!! >Floppy: Wie beim A2/3/4000 2 Stück anschließbar, serienmäßig mit einem HD- >Floppy > >Bus-System: min. 5 x Zorro IV- oder -V-System (128 Bit-Schnittstelle) mit >ISA und/oder PCI als Second-Port. Trotzdem durch Software aber volle >Unterstützung wie beim Zorro-Bus >Board: Wenn's geht im ATX-Design. Gegebenenfalls etwas größer. >OS: Wieder ROM. Besser gesagt EPROM, wo man ganz einfach durch Kauf eines >Betriebssystems das EPROM onboard neu brennt. Vorteile vom ROM gegenüber >einem Betriebssystem auf Datenträger sind allgemein bekannt, denke ich >mal. >Wenn nicht, denkt mal an Windows!! >Sound: 16 Bit DSP-Chip onboard, aber mit besserer Option, das Ganze bei >Wunsch auf Soundkarte umzulenken. >Grafik: Grafikchip mit 3D-Unterstützung. Bildschirm von 1024*768 in 32 Bit >darf kein Problem sein. 8 MB VRAM (erweiterbar?). Auch hier wieder die >Option durch Einbau einer Grafikkarte, das zu verbessern. >Das Ganze als Mini- oder BigTower, für den Anwender halt passend. >Typische Schnittstellen (Maus, etc., alles wie bisher. Vielleicht aber >einen Chip für die Tastatur, der durch Um-Jumpern umzustellen ist auf >Amiga- oder PC-Tastatur.
Welch schöner.......unbezahlbarer Traum!
>Ihr merkt, ich würde eigentlich das Vergleichbare wie bisher nehmen, halt >nur auf dem aktuellen Stand der Technik. Warum? Nun, bei heutigen PC wird >auch immer mehr auf Customchips gesetzt. Immer mehr Funktionen werden >onboard gelöst. Warum sollten wir, die es nicht anders kennen, jetzt dazu >übergehen, alles auf Steckkarten zu lösen, wo der PC doch genau in die >andere Richtung geht. Ihr wollt zwar alles vom PC irgendwie übernehmen, >aber das schlechte kann man doch außen vor lassen. Oder?
Sicherlich. Allerdings solltest Du mir mal den Anwender zeigen, der seinen PC gegen solch einen "Amiga", der wahrlich nicht gerade billig zu haben sein würde, eintauschen würde.
Ich habe im übrigen auch einen Traum:
.....10 Jahre später.....
Ich besitze immer noch einen Amiga, welcher den gegebenen Standards
angepaßt ist, und habe einen Freund, der einen PC benutzt. Ich habe mir
eine CD geholt, und gebe sie ihm, damit er sich das tolle Programm auch mal
anschauen kann.
.....10 Jahre zurück.....
Mit freundlichen Grüßen,
boettchm@uni-duesseldorf.de«