Testberichte

2. Softwaretest: Elastic Dreams (von Achim Klopsch)

»Begegnung der anderen Art - Elastic Dreams - DAS Fun-Zeichenprogramm

Ganz überraschend hielt mir der Postbote einen dicken Umschlag unter die Nase - tatsächlich: Elastic Dreams war da! Auf der AMIGA-Messe '97 war ich neugierig geworden. Eine dicke Traube von Leuten versperrte den Bildschirm eines Messestands, auf dem der bekannte blaue Affe "bearbeitet" wurde. Natürlich hab' ich gleich vorbestellt. Unbedingte Lieferung vor Weihnachten wurde zugesichert. Na ja.

Elastic Dreams wird auf CD mit 68k- und PPC-Version geliefert. Die Installation läuft problemlos über den Installer. Also gleich gestartet und... "Kann Programm nicht öffnen." Ich brauchte etwas länger, um das Rätsel zu lösen, ein Blick in die beiliegende Guide-Datei hätte allerdings auch gereicht. Bei der Installation wird die Eingabe der Registrierung verlangt. Hier ist unbedingt darauf zu achten, daß die Seriennummer richtig eingegeben wird. Sonst startet das Programm nicht.

Nachdem diese Klippe umschifft war, war endlich der Arbeits-Screen zu sehen. Allerdings nicht ganz. Die untersten Zeilen waren abgeschnitten. Elastic Dreams öffnet immer einen Bildschirm von 640*512. Dafür hatte ich keinen Bildschirmmode vorrätig, worauf sich das Programm für 640*480 entschied. Also flugs CVMode aktiviert, den 640*480-Mode geklont und die Höhe auf 512 verändert.

Es wird immer der beste vorhandene Mode benutzt. Falls eine Grafikkarte entdeckt wird, wird ein 24-Bit-Mode geöffnet. Wer lieber eine höhere Zeilenfrequenz (Bildflimmern) bevorzugt, kann z.B. mit NewMode auf einen 16-Bit-Screen umlenken.

Auffällig ist der Aufbau des Arbeitsbereichs. Überall feine 3D- Bedienelemente anstelle fader Standard-Einsteller. Dadurch wird allerdings auch einiger Platz auf der Arbeitsfläche verbraucht. Für den eigentlichen Bildbereich steht nicht die volle Screen-Größe zur Verfügung.

Die Arbeit mit Elastic Dreams ist sehr angenehm. Der eigentliche Kick ist die Echtzeitbearbeitung. Die angewendeten Effekte lassen sich direkt im Bild beobachten. Mir ist keine andere Bildbearbeitungssoftware bekannt, die das erlaubt.

Das Composer-Modul:
Kein umständliches Maskieren und Einfügen. Einfach mit einem kompletten Bild malen.
Dabei kann mit einem Quell-Bild direkt in dem Ziel-Bild gemalt werden. Die Übergänge lassen sich einstellen.
Es muß im Quell-Bild ein Referenzpunkt gewählt werden. Im Zielbild wird nun diese Bildumgebung eingetragen. Je konsequenter eine Bildstelle mit der Maus bearbeitet wird, um so stärker wird das Quell-Bild eingetragen. Das macht echt Spaß.
Eine Undo-Funktion steht hier zwar nicht zur Verfügung, jedoch kann die Veränderung durch einfaches Einkopieren des Ausgangsbilds ins Zielbild wieder rückgängig gemacht werden.

Das Elastic-Modul:
Hier stehen Bearbeitungen wie Ziehen, Schieben, Wischen zur Verfügung. Sehr angenehm zur Fotobearbeitung. Dem grimmigen Onkel kann schnell zu einem freundlichen Lächeln verholfen werden.

Zusammenfassung:
Umständliches Hantieren und mehrfaches Maskieren, wie man es bisher gewohnt war, ist überflüssig. Das Bild von meinem letzten "Kampfeinsatz" (aus ALIEN3) wurde wirklich in nur wenigen Minuten erstellt.

Die Arbeitsgeschwindigkeit ist bei meinen Prozessor völlig ausreichend. Nur bei den Effektbearbeitungen im Elastic-Modul kommt sofort der Wunsch nach einem PPC auf. Speicher sollte man allerdings soviel wie möglich haben. Trotz meiner 32MB blieb ein Turboprint-Ausdruck über Elastic Dreams hängen. (PPaint war gleichzeitig geöffnet, und meine WB läuft in 15 Bit.)

Leider fehlen noch Funktionen wie Zoomen (für Detailarbeiten), direkte Skalierungsmöglichkeiten oder Einfärbungen.
Aber ich bin sicher, daß Elastic Dreams seine Freunde finden wird. Ich jedenfalls bin schon auf der Suche nach Ideen für neue Fotomontagen...

Mein System: A4000D mit 32MB, Cyberstorm MKII/040 und Cybervision 64 (CyberGfx V3).«