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ŧHier meine ersten Erfahrungen mit der PPC 603e+ Karte von P5. Voranschicken möchte ich an alle Amiga-Experten, mir meine teilweise Unerfahrenheit zu verzeihen. Ich bin ein purer User und kenne mich mit Programmierung oder Rendern oder was auch immer nicht sonderlich aus. Meine Lady nutze ich hauptsächlich zum Tippen (WW6) und fürīs Internet. Trotzdem möchte ich hier meine Eindrücke wiedergeben, auch wenn ich nicht zu allen Facts Auskunft geben kann.
Da liegt sie nun endlich vor mir, die 603e+, mit der "zarten" Seriennummer 005. Heute, am 06.03.98 ist sie endlich bei mir angekommen. Ich weiß gar nicht mehr, wie lange ich darauf gewartet habe, eigentlich schon seit ich den ersten Prototypen auf der Computer '97 gesehen habe.
Die Karte mit dem PPC200 in Verbindung mit dem 040/25er mit FPU erschien mir für meine Zwecke vom Preis-/ Leistungsverhältnis her am interessantesten. Gern hätte ich auch dieselbe Karte mit 060/50er gekauft, aber DM 999,-- war für mich die absolute Schmerzgrenze. Meine "alte" 1230- IV habe ich übrigens nicht "gePower-upīt" (hätte mir DM 100,-- gebracht), sondern für 130,-- DM an einen anderen User verkauft...
Der erste Eindruck ist sehr gut. Das Paket besteht aus der Turbokarte, zwei
Disks, einer CD-ROM und einem Manual. Die Karte ist, wie von P5 gewohnt,
absolut sauber verarbeitet. Den PPC kann man allerdings nicht richtig
sehen, denn ein großer Kühlkörper mit Ventilator verdeckt ihn. Der 040/25
kommt ohne solchen "Schnickschnack" aus. Auf der Rückseite befinden sich
die angekündigten zwei RAM-Bänke (autokonfigurierend) für SIMMs oder EDOs
bis maximal insgesamt 128MB, laut Anleitung ist übrigens auch
Mischbestückung möglich. Ohne mindestens ein SIMM oder EDO läuft die PPC
603e(+) nicht (aber wer hat bei den heutigen RAM-Preisen schon kein
zusätzliches RAM?).
Außerdem gibt es natürlich eine akkugepufferte Echtzeituhr und den SCSI-
Anschluß, sowie den Port für die Grafikkarte BVisionPPC, die ich bereits
mit Spannung erwarte...
Der Einbau in meinen Mikronik-Tower verlief ohne Komplikationen. Einfach Deckel und rechtes Seitenteil ab, und nach ein paar Sekunden steckt die Karte in ihrem Slot. Zur Zeit betreibe ich sie übrigens mit einem 16MB- SIMM, aber bis spätestens Ende des Jahres werden 2x 32MB EDO-RAM angeschafft. In einen Standard-Tastatur-A1200 paßt die 603e aber auch ohne Probleme. Der SCSI-Anschluß wird dann an dem freien Deckel an der Rückseite herausgeführt.
Das Booten dauert (zumindest subjektiv) mit der Blizzard 603e+ etwas länger.
Die Karte läuft auch ohne Treibersoftware. Soweit ich weiß, allerdings nur im 68k-Modus. Damit auch die PowerUp-Programme laufen, muß man die Soft von den Disketten bzw. der CD-ROM installieren. Und die ist anscheinend (wie von p5 ebenfalls gewohnt) noch nicht so ganz perfekt. Bei mir äußert sich das folgendermaßen: Es kann sein, daß ein Warmstart nicht klappt (blauer oder hellblauer Bildschirm) oder daß gebootet wird, aber mein AsimCDFS nicht gestartet werden kann. Dieses Phänomen tritt nur manchmal auf. Wenn es passiert, hilft nur ein Kaltstart, dann funzt alles ganz normal. Also ein Bug, der zwar nicht so ganz angenehm ist, aber zu verschmerzen. Ich hoffe auf Weiterentwicklung der PowerUp-Software.
Ich habe die Karte bisher zwangsläufig fast nur im 68k-Modus betrieben. Im Vergleich zu meiner 1230-IV ist eine gewisse Geschwindigkeitssteigerung zu merken. An PowerUP-Software habe ich die ak-Datatypes probiert, und sie gefallen mir sehr gut. Die Geschwindigkeit des Bildaufbaus benötigt nur einen Bruchteil der Zeit unter 68k.
Software gibt's reichlich auf den Disks und der CD-ROM. Die Programme entsprechen dem Software-Paket, das den 604e-Karten für A3k und A4k beiliegt. Sofort installiert habe ich das neue CyberGfx für AGA, das nur in Verbindung mit der PPC-Karte läuft und u.a. ermöglicht, mit dem ebenfalls beiliegenden Software-MPG-Player IsisPPC MPEGs anzuschauen. Mit CyberGfx AGA dauert das Booten noch ein wenig länger. Der Player liefert Filme in annehmbarer Qualität und Geschwindigkeit auch auf "nicht-Graka"-Systemen. Ich hab mir natürlich gleich das Video aus dem Aminet angeschaut, in dem Bill Gates eine Torte ins Gesicht bekommt!
Wenn man CyberGfx AGA installiert hat, kann man leider nicht mehr die Standard-Bildschirmauflösungen fahren, nur noch die CyberGfx-Modi, die aber den der WB beiliegenden Modi entsprechen. Welche Vorteile das bringt, vermag ich nicht zu sagen, irgendwie kommt es mir so vor, als ob der Bildschirmaufbau unter CGfx schneller ist, das kann aber auch täuschen. Wenn ich Mitte des Jahres die BVisionPPC anschaffe, bin ich ja sowieso auf CGfx angewiesen, so kann ich mich jetzt schon einmal daran gewöhnen. Ach ja: CGfx AGA läuft absolut stabil und verträgt sich mit allen Programmen, die ich benutze. Der einzige Nachteil ist die längere Bootzeit.
So, mehr fällt mir fürs erste nicht ein. Trotz der oben beschriebenen kleinen Nachteile bereue ich meinen Kauf nicht und freue mich auf die BVisionPPC, sowie eine neue Generation von Software und auf die Zukunft des Amiga.
Achim Akkermann
akkermann@bigfoot.deŦ