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»Die neue Amiga aktuell liegt mir vor, und ich möchte meinen Senf dazu geben.
Erstens (Situation Amiga)
Die gegenwärtigen Irritationen bei G2000 und der Amiga-Gemeinde liegen eigentlich in einem einfachen Fakt begründet. Amiga International hat nach wie vor k e i n tragfähiges von der Mutterfirma abgesegnetes Konzept für einen generellen Neuanfang. Nur so lassen sich die widersprüchlichen Aussagen von Petro T. begründen. Die Monate verrinnen, und noch ist man sich nicht mal über den Prozessor der Zukunft einig, redet von 200 MHz, wo man in anderen Bereichen die 1000er anpeilt und 400 bereits vor einem Jahr erreichte (Intel Alpha). Immer mehr Softwarefirmen legen Ihre Amiga- Projekte auf Eis (Vulcan, Maxon, SoftWood). Ich kann Michael Kramer leider nur zustimmen, was seine momentane Einschätzung der Lage betrifft. Insofern habe ich heute nur noch wenig Hoffnung, was die Aufmischung des Marktes betrifft. Es kann nur eine Lösung geben. Der neue Amiga im Jahr 1999 kostet nicht mehr als 4000.- DM, er hat einen 500 MHz-RISC-Prozessor mit 64 Bit Bandbreite auf alle Ports und Bausteine, DVD-Schreib/Leselaufwerk, 10GB- Festplatte, UltraWideSCSI, ISDN integriert, Videoeingang für Bildtelefon, Videocapturecart mit Audiodigitizer onboard, Emulatoren für PSX, Modulschacht und Emulator für N64, sowie Workbench 4.0, Softwarepaket mit 24Bit-Malprogramm, Viedeoschnitt- und Gestaltung, Schreibprogramm mit Browser und HTML/Javascriptfähigem Editor. Wenn hier einer sagt: "Der spinnt!" Vielleicht - aber fragt Euch mal, wie weit in zwei Jahren ein PC für diesen Preis ist. (Wieso zwei Jahre ? 1998 und 1999 sind zwei Jahre.)
Zweitens (Spiele)
OnEscape ist sicher kein schlechtes Spiel, doch wer heute nur spielen will, kauft sich nicht für 1500.- DM eine PowerUp-Karte und für 300.- DM ein CD-ROM-Laufwerk mit SCSI-Karte, sondern für 300.- DM 'ne PSX oder N64. Man kann einfach nicht den heutigen Markt mit der guten alten Zeit von damals vergleichen. Damals war die einzige Möglichkeit, Computerspiele zu nutzen, ein C64 oder A500. Den Amiga als Spielecomputer wiederzubeleben scheint mir verlorene Zeit. Man braucht ein System, das dem PC bei gleichem Preis überlegen ist, erst dann kann man auch wieder Spiele anbieten. Wie viele PowerUp-Karten wurden bis jetzt eigentlich verkauft 100 oder 1000 ? Interessant wird das ganze doch erst ab einer Million. Vorher steigt kein großer Spielehersteller mehr ein.
Drittens ("AmigaMagazin")
Wer die Sache beim C64er verfolgt hat, wußte beim "AmigaMagazin" Bescheid. Es geht nur darum, einige Leute für PCgo! zu werben. Man kann aber den Redakteuren keinen Vorwurf machen, daß sie loyal zu Ihrem Brötchengeber sind - wessen Brot ich ess, dessen Lied ich pfeif. Das war schon immer so.
Auch wenn dies alles recht pessimistisch klingt, bin ich kein Amiga-Feind. Doch gehört eine ehrliche wahre Analyse einfach dazu, um zu wissen, wo man wirklich steht. Uns helfen keine Wunschträume und Utopien, sondern nur reale Ansätze, und die sehen trotz aller Wünsche nicht sehr gut aus. Ein paar Schwalben machen eben noch keinen Frühling, auch wenn wir uns dies alle sehr wünschen. In diesem Sinne bleibt kritisch, wenn Petro Tyschtschenko wieder mal seine Überraschungsversprechungskiste öffnet.«