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»Gerade habe ich in der neusten Ausgabe der AAkt. den Artikel von Tosh gelesen, der seine Vorstellung eines AMIGAs der Zukunft beschreibt. Dazu möchte ich auch mal einiges anmerken:
1. Vollkommen richtig ist sicherlich, daß man ohne Werbung keine Rechner verkauft. Allerdings muß der Artikel den ich preise auch gut sein, und das kann man beim heutigen Verhältnis Preis / Leistung von AMIGAs wohl kaum behaupten. Auch wenn's etwas teurer ist, greift man zu, wenn man besondere Vorteile mit einem Rechner hat, die des AMIGAs sind für den Normaluser einfach zu gering (zumindest vordergründig), um das mangelnde Softwareangebot auszugleichen. Außerdem muß ich AMIGAs nicht nur bewerben, sondern auch kaufen können, und vor allem die Software dazu, und wo kann man das schon noch ?
2. -
3. Teuer ist sicherlich richtig, aber was wäre die Alternative gewesen: Alle Software in den Müll und dann einen komplett neuen Rechner kaufen, oder über Emulation arbeiten, die für den Prozessor viel zu langsam ist ?? Es ist schon beim MAC sehr schwierig gewesen, den Übergang zu schaffen, und für viele AMIGA-Produzenten unrentabel, für die anfangs vorhandenen paar User PPC-Code zu schreiben. Bei der jetzigen "Lösung" können die Softwareproduzenten Schritt für Schritt auf PPC umstellen und so noch genügend Kunden mit der 68k-Version bedienen, bis der Stamm der PPC-Kunden ausreicht, um eine Produktion rentabel zu machen. Wären alle AMIGA-Besitzer auf dem heutigen Stand der Technik, und es wäre Zeit, um 2 Jahre in ein PPC-Betriebssystem zu investieren, dann wäre vielleicht eine reine PPC- Lösung besser. Beim heutigen Zustand allerdings würden von den verbleibenden Usern sicherlich eine Menge auf PC statt auf PPC wechseln, wenn ihr Rechner nicht mehr unterstützt wird.
4. Ob es AMIGAs von AI geben wird steht nicht einmal fest !
Meine Überzeugung ist, daß man nur Kunden gewinnen kann, wenn man anderen Plattformen voraus ist, was der A1000 damals ja war. Das wird natürlich auch zusehends schwieriger, da es eben keinen Sinn macht, die Auflösung einer Graka unendlich zu steigern etc. Allerdings hat die "Version" eines AMIGAs, die Tosh hier beschrieben hat, für mich NICHTS mit Zukunft zu tun, sondern ist eben lediglich "State of the Art". All das, was hier beschrieben wird, ist heute erhältlich (nicht alles für den AMIGA leider, :-( ...mal abgesehen von Widersprüchen CPU 604e und 64 Bit Bus [604e hat extern "nur" 32 Bit] ). Im Prinzip, könnte man sagen, stellt das keinen AMIGA dar, sondern all das, was den AMIGA ausmacht, wird gegen einen Standard-PC ausgetauscht, und nur der Prozessor bleibt ! Der größte Unterschied des AMIGAs zum PC besteht nun mal eben in seinem Mainboard, sprich Customchips, Unified Memory Architecture, Zorro-Bus ! Wenn man dies wegläßt, kann man es nicht mehr AMIGA nennen. Es müßte zwar kein Zorro mehr sein, aber sicherlich brauchen wir ein besseres Bussystem als im PC (ist eh total veraltet). Mein "Traumrechner" wäre die A\Box, obgleich ich nicht daran glaube, daß P5 jemals einen zustande bekommt, da er jedem erhältlichen PC in Punkto Speed und Architektur haushoch überlegen sein wird.
5. Vergiß es ! Träum weiter ! Sorry, aber anders kann man es ja nicht sagen. Wer ständig davon redet, wir sollten einen Rechner mit dem gleichen Preis/Leistungsverhältnis wie bei den PCs bekommen, der sollte mal aufwachen ! Es ist nun mal UNMÖGLICH, ein paar Geräte zum gleichen Preis anzubieten wie Millionen von PCs.
6. Wer JAVA mal gesehen hat, der weiß, daß es zum tagtäglichen Arbeiten unerträglich langsam ist. Erst wenn die Prozessoren noch schneller werden oder spezielle Java-Prozessoren verfügbar sind, wird das eine mögliche Alternative.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Handwerg«