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AMIGA, Inc. entscheidet sich für AMIGA-HauptprozessorDie AMIGA-Entwicklungsabteilung AMIGA, Inc., USA, hat sich mittlerweile für den zukünftigen Hauptprozessor unserer "Freundin" entschieden. Mit dem Chip-Hersteller Motorola seien "grundlegende Gespräche zum Abschluß gebracht" worden, meldet die AMIGA Plus unter Berufung auf Petro Tyschtschenko, dem Präsidenten von AMIGA International. Bis zur endgültigen Vertragsunterzeichnung sollte die Wahl eigentlich geheim bleiben.Allerdings hat Joe Torre von AMIGA, Inc. etwa zum selben Zeitpunkt folgende Information herausgegeben, die über Petro Tyschtschenko zu Martina Jacobs gelangt ist (vielen Dank an sie für die Übersetzung aus dem Englischen):
Antw.: Beide. Der 68K für die Kompatibilität mit bestehender Software, der PPC für die Geschwindigkeit. Durch die flexible Architektur des Amiga ist es möglich, den/die PPC-Chip(s) für rechenintensive Tasks, wie Rendering, Packen und Entpacken, Ver- und Entschlüsseln usw., hinzuzugewinnen. Der 68K bietet 100%ige Kompatibilität für die Software, während der PPC die Pferdestärken liefert. Da immer mehr von uns auf 68K + PPC upgraden, wird es immer mehr Amiga-Software geben, die die Fähigkeiten des PPC ausnutzen.
Antw.: Ganz sicher nicht. Das OS-Upgrade ist sowohl für bestehende Rechner als auch für zukünftige. Wir möchten die Wertigkeit und Attraktivität der WB3.5 zum Maximum bringen, damit alle User bei der Veröffentlichung darauf upgraden.
Antw.: Um die bestehende Amiga-Gemeinde zu unterstützen. Ganz gleich, auf welche CPU das AmigaDos portiert würde, es wäre schneller, wenn die CPU schneller wäre. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist die Zeit, die es dauert, ein Produkt auf den Markt zu bringen. Eine Turbokarte einzubauen dauert weniger als 20 Min., aber das OS auf PPC zu portieren würde ein Jahr und länger dauern. Das WB3.5-Upgrade ist für die Hunderttausende von 680x0- Rechner gedacht, die heute in Gebrauch sind, mit oder ohne PPC-Coprozessor. Von einem frühzeitigen Upgrade für 68K profitieren mehr Amiga-User als von einem späten Upgrade für PPC, für Hardware die sie nicht besitzen.
Antw.: Firmen mit Lizenz für AmigaDos steht es frei, dieses auf Alpha, PPC,
MIPS, usw. zu portieren. Diese CPUs könnten ideal für eingebettete
(non-Amiga-) Applikationen sein, die das AmigaDos übertrifft. Wodurch
solche Schnittstellen ohne Zweifel schnell wären, besonders im Vergleich zu
den aufgeblasenen Betriebssystemen, die gewöhnlich auf solchen Rechnern
laufen.
Antw: Der ColdFire ist zu weniger als 30 % Code-kompatibel zum 68K, billig und sehr leistungsfähig. Der ColdFire besitzt einen reduzierten Befehlssatz, der ihn sehr schnell macht. Aber ihm fehlen viele der Bitfield-Operationen, die bei der Arbeit mit AmigaDos kritisch sind. Um den ColdFire einzusetzen, würde ein komplett neu geschriebenes AmigaDos gebraucht, und dies wäre nicht mehr kompatibel mit der vorhandenen kommerziellen Software und dem kompletten tollen Aminet-Archiv.
Antw.: Nein. Amiga, Inc. wird keine neuen Rechner bauen. Neue Rechner werden von Firmen kommen, die dafür eine Lizenz von Amiga International haben. Petro ist mit der Lizensierung der Amiga-Technologie sehr erfolgreich. Checke die Amiga-International-Web-Seiten unter http://www.amiga.de für die lange Liste der lizensierten Firmen. Schaue nach den Firmen für neue Amiga-Modelle. Diese Firmen brachten Verbesserungen für den Amiga, wie RTG, AHI, PPC, WideSCSI und sogar PCI! Diese Firmen brauchen Euren Feedback darüber, welche Features Ihr für neue Amiga-Modelle bevorzugt. Sie werden nur die Art von Amigas bauen, die Ihr kaufen möchtet.«
Unklar ist auch, ob die 68K&PPC-Lösung von AMIGA, Inc. Software-kompatibel zu den PowerUp-Karten von phase 5 sein wird. Dies ist zwar sehr wahrscheinlich, und alles andere wäre aus Sicht der Anwender unverständlich, aber etwas mehr Klarheit in diesem Punkt wäre wünschenswert gewesen.
Joe Torre hat übrigens nichts darüber gesagt, ob Motorola die
Weiterentwicklung der 68K-Reihe wieder aufnehmen will, wie manch einer
glaubt. Zugegeben, ich persönlich kann nicht so recht glauben, daß Gateway 2000 Motorola von einem solchen Schritt überzeugen kann. Sollte das Unglaubliche aber doch Realität werden, so muß dies zwangsläufig als "Geniestreich" bezeichnet werden (unabhängig davon, ob diese Entscheidung letztendlich eher positive oder negative Konsequenzen hätte). Dies wäre nämlich ein Beweis für den Einfluß, den Gateway besitzt, und der dem AMIGA noch sehr hilfreich sein könnte. |
Ausgabe 02/98 |