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Softwaretest: "MysticView" (von Uwe Pannecke)»Endlich mal ein Bildanzeiger für meinen Amiga. Das gab es ja noch nie...Es ist zwar der 3425ste Bildanzeiger, aber er hat es in sich. Um MysticView benutzen zu können, benötigt man mindestens OS 3.0, einen 68020-Prozessor, möglichst viel RAM (mind. 4 MB) und ein installiertes Datatypes-System. Natürlich werden auch schnellere Prozessoren und CybergraphX sowie Picasso96 unterstützt.
Das aktuelle MysticView-Archiv bietet entpackt neben dem Programm für die
verschiedenen 68k-Prozessoren eine Amigaguide-Hilfe in Englisch und eine
Installationshilfe.
Ich habe die 040er-Version unter CybergraphX 2.25 getestet.
MysticView öffnet bei erstmaligem Start ein Fenster auf der Workbench.
Von diesem Fenster aus lassen sich sämtliche Funktionen des Programmes
nutzen. Für alle Shell-Fetischisten gibt es natürlich auch die volle
Kontrolle übers CLI. MysticView nutzt für die Anzeige die vorhandene Hardware nach Wunsch vollständig aus, so daß unter CyberGfx oder Picasso96 True-Color (also Millionen von Farben) kein Problem darstellt. Die Anzeige der Bilder erfolgt in akzeptabler Geschwindigkeit. CyberView ist etwas schneller, MultiView benötigt etwas mehr Zeit.
MysticView benutzt die Datatypes für die Bildanzeige. Deshalb können
sämtliche Bildformate, für die ein Datatype im System installiert ist,
dargestellt werden. Wenn die simple Anzeige von Bildern schon alles wäre, lohnte es sich kaum, MysticView zu erwähnen.
Aber das Programm bietet eine ganze Menge mehr:
Über ein ListFile, d.h. ein einfaches Textskript läßt sich mit etwas mehr Aufwand auch eine anspruchsvolle Dia-Show veranstalten. MysticView liegt mir für diesen Test in der Version 0.98a vor. Und als Beta-Version leistet es schon Erstaunliches.
Wo Licht ist, findet man auch Schatten. So auch bei MysticView.
Das Programm hatte mit einigen meiner JPEG-Bilder erhebliche Probleme und
brachte lediglich ein "error loading xxx.jpg". Erstaunlicherweise hatten
MultiView, VT, CyberView und andere Bildanzeiger unter den gleichen
Systemvoraussetzungen keine Probleme mit diesen Bildern.
An den Datatypes kann es nicht gelegen haben, da MultiView ebenfalls auf
diese zurückgreift. Bei den anderen getesteten Bildformaten gab es keine
Probleme.
MysticView ist ein einfach zu benutzender Bildanzeiger mit modernen Features und einer hohen Flexibilität. Das Programm läuft stabil und fast fehlerfrei (siehe Problem JPEG). Sinnvoll wäre für zukünftige Versionen eine Fortschrittsanzeige für Lade- und Render-/ Ditherfunktionen oder zumindest eine Statusanzeige sowie eine Unterstützung der Lokalisierung. MysticView ist u.a. im Aminet zu finden unter "gfx/show/MysticView". Das Programm ist Shareware. Bei häufigerer Nutzung bittet der Autor Timm Mueller um Zahlung von 15 DM. Um die Zahlungsmoral anzukurbeln, hat der Autor zwei (kleine) Einschränkungen in die unregistrierte Version eingebaut:
Uwe.Pannecke@t-online.de« |
Ausgabe 02/98 |