Testberichte
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2. Softwaretest: Textverarbeitung AMIGA Writer (von Rainer Kalthoff)
Vor kurzem hat Haage & Partner mit der Auslieferung der neuen
Textverarbeitung AMIGA Writer begonnen, die ursprünglich unter dem Namen
EasyWriter erscheinen sollte, welcher jedoch bereits von einem PC-Programm
verwendet wird.
Es folgt ein ausführlicher Test der Software:
»Amiga Writer Version 1.02 vom 19.08.98
Heute, 26.08.98, kam es dann endlich, das für Anfang August versprochene
Easy Writer, welches nun aus rechtlichen Gründen (es existiert auf dem
PC eine Software gleichen Namens) Amiga Writer heißt.
Nach dem Öffnen der Versandtasche die erste Überraschung:
Oh, das Programm erscheint auf CD?
Ein erneuter Blick auf die Verpackung bringt dann die Erleuchtung. Die
äußere Hülle ist zwar aufgebaut wie ein CD-Jewel-Case, innen ist jedoch
ein Träger für zwei Disketten.
Auf der ersten Diskette ist das Hauptprogramm untergebracht, auf der
zweiten 3 Intellifonts und das vorläufige Handbuch als Guide.
Die Installation erfolgt mit dem Commodore Installer und ist wirklich
simpel. Man wird nach der Partition für Amiga Writer gefragt, dort wird
dann automatisch eine neue Schublade mit dem Namen "AmigaWriter" erzeugt.
Das Programm wird dann dort hineinkopiert, einige Libraries nach LIBS:, und
man wird nach der zweiten Diskette gefragt. Nach dem Kopieren der Daten
wird vom Installer noch eine Zuweisung in der User-Startup angelegt und
fertig.
Sieht man sich dann das Verzeichnis an, so taucht dort ein Guide namens
"Storm Screen Manager" auf. Dieses ist in Englisch geschrieben und
beschreibt die Arbeitsweise eines Public Screen Managers, und dass Amiga
Writer dieses Commodity braucht, um sein GUI zu öffnen. Die Beschreibung
dieses Commodities ist geradeso ausreichend und eine Beschreibung des GUI
war anscheinend vorgesehen, fehlt jedoch völlig. Das Commodity selbst ist
auf den ersten Blick nicht zu finden, wurde es doch ungefragt in die
WBStartup-Schublade kopiert.
Der erste Programmstart läßt Amiga Writer auf der Workbench erscheinen.
In einem Informationsfenster wird der Ladevorgang erläutert, was auf eine
starke Modularisierung schließen läßt.
In der linken oberen Ecke des Bildschirms öffnet sich ein kleines Fenster
mit 11 Schaltern und in der Bildschirmmitte ein weiteres, welches später
das Dokument enthält. Beim ersten Start erscheint zusätzlich ein
Registrierungsfenster, welches nach dem Namen und der Seriennummer fragt,
die sich auf einem Zettel im Jewel Case befindet. Die Schriftwahl für die
Seriennummer auf diesem Zettel ist leider etwas unglücklich ausgefallen.
Ich hatte einige Schwierigkeiten, zwischen einem großen "O" und einer Null,
sowie zwischen einer Eins und einem kleinen "L" zu unterscheiden.
Nachdem auch diese Hürde überwunden ist, kann man endlich anfangen.

Das kleine Fenster enthält Schalter für Neu, Laden, Schreibmodus, Boxmodus,
Textbox erstellen, Grafikbox erstellen, Boxen verknüpfen und 4 Schalter, um
die Katalogfenster für Zeichen-, Absatz-, Seiten- und Kapitelformat zu
öffnen.
Das Dokumentfenster hat am oberen Rand Schalter für Speichern und Drucken,
sowie Cut, Copy und Paste. Es gibt ein Stringgadget für die Vergrößerung in
Prozent und ein Pop-Up-Gadget zur schnellen Einstellung. Die nächsten
beiden Schalter bringen die aktive Box nach vorne oder nach hinten, drei
weitere Schalter sind für das Einfügen von Seitennummer, Datum oder
Uhrzeit.
Ganz rechts ist ein Gadget für die Seite, die aktuell ist oder die
gewünscht wird. Die zweite Zeile sieht fast aus wie die Schalterleiste aus
WinWord. Es gibt Schalter für Schriftformat, Schriftart, -größe und -stil
(fett, kursiv, unterstrichen, tief- u. hochgestellt) sowie für die
Ausrichtung (links, zentriert, rechts, Blocksatz). Der letzte Schalter
blendet die, beim Ausdruck unsichtbaren, Steuerzeichen ein oder aus.
Die Benutzeroberfläche ist einfach und übersichtlich gehalten. Man findet
sich überaus schnell zurecht, zumal fast jeder Schalter mit einer
Sprechblasenhilfe versehen ist, die kurze Erläuterungen gibt. Die Amiga
Style Guides wurden bei fast allen Bedienelementen eingehalten. Schalter
mit Grafiken erscheinen im MagicWB-Stil.
Die ersten Probleme ergeben sich beim Ändern der Voreinstellungen. Um Amiga
Writer einen anderen Screenmode zuzuweisen, muss dieser zuerst im
mitgelieferten Commodity Storm Screen Manager eingestellt werden. Nur die
in diesem Tool vorbereiteten Screenmodes lassen sich mit Amiga Writer
benutzen. Dies wird im Guide leider nur kurz erwähnt. Etwas unglücklich ist
zudem noch, dass, wie bereits erwähnt, das Guide zum Storm Screen Manager
zum einen in englischer Sprache und zum anderen nicht komplett ist. Es
erfordert einige Kentnisse über die Eigenschaften der Amiga-Bildschirme, um
zu einem ansprechenden Ergebnis zu kommen. Für die Bedienung des GUI des
Managers ist eine gehörige Portion Intuition und Erfahrung nötig.
Der Manager speichert die voreingestellten Screenmodes in seinem Icon ab.
Um Amiga Writer auf einem anderen als dem Workbench Screen zu starten, muss
der Manager immer im Hintergrund laufen. Ein Wechsel des Bildschirmmodus im
Betrieb ist auch nicht möglich. Amiga Writer benutzt den veränderten Modus
erst nach dem Beenden und einem erneuten Start.
Diese Probleme sollte Haage & Partner auf dem schnellsten Weg abstellen.
Für ein ansonsten vorbildlich nach dem Style Guide gehaltenes Programm
sollte ein integrierter Screenmode-Voreinsteller selbstverständlich sein.
Die Konkurenz (Final Writer und Wordworth) ist jedenfalls damit
ausgestattet.
Die weiteren Voreinstellungen beziehen sich auf das Aussehen der Lineale,
das automatische Sichern, die Einstellungen der Standardformate für Absätze
und Zeichen, sowie ein Voreinsteller für die einzubindenden Schriften. Dort
werden die Pfade zu den Schriftverzeichnissen angegeben, und ob auch
Bitmap-Schriften berücksichtigt werden sollen. In dieser Version 1 kann
Amiga Writer nur die Compugraphic Intellifonts und die Amiga-Bitmap-
Schriften einbinden. Module für andere Schrifttypen sind in Planung.
Die Intellifonts werden, wie es sich für Vektorschriften gehört, sehr gut
dargestellt und ausgedruckt. Laut Beipackzettel wird an einer Erweiterung
des Formatangebotes zur Zeit gearbeitet.
Schmerzlich vermisse ich die Möglichkeit, den Pfad für die eigenen
Dokumente selbst bestimmen zu können. Amiga Writer greift grundsätzlich auf
das Verzeichnis "AmigaWriter:Documents/" zu.
Leider können in dieser Version Dokumente nur im Amiga Writer-eigenen
Format gespeichert werden, bzw. als ASCII oder RTF-ASCII im- oder
exportiert werden.
Bei ASCII wird wie gehabt nur der Text ohne Formate gespeichert. RTF ist
noch nicht vollständig implementiert. Bilder und Schriftbeschreibungen
werden nicht mit abgespeichert. Formatierungen bleiben aber erhalten,
ebenso wie die Schriftgröße.
Dokumentvorlagen kann Amiga Writer nicht anlegen. Gegen ein versehentliches
Überschreiben eines mühevoll angelegten Briefkopfes mit dem ganzen Brief
ist man nicht gefeit. Ein weiterer Punkt für die Upgradeliste.
Nachdem Amiga Writer nun konfiguriert ist, können wir loslegen. Zuerst muss
ein großes Dokument erschaffen werden. Aus den Info-Dateien des GNU C-
Compilers (ADE:info/gcc.info-1 bis gcc.info-25) wurden einige Hundert
Kilobyte an ASCII-Text hinzugeladen. Ab 200 Seiten wird die Zeit bis zur
Neudarstellung merklich länger. Bei 300 Seiten musste ich dann für ca. 30
neu hinzugeladene Seiten schon fast eine Minute warten. Von 523 Seiten auf
541 brauchte Amiga Writer dann 1 1/2 Minuten.
Hier nun die Daten:
Datei mit 582 Seiten ASCII-Import,
unformatiert, CGTimes 12 pkt, 1.898.397 Bytes groß
| | A4000/060/50 604e/233 | A1200/030/50
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| | 144 MB Fast-RAM | 16 MB Fast-RAM
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| | 1024x768x256 | 640x480x64
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| Text laden | 28 Sekunden | nicht genug Speicher
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| Text speichern | 15 Sekunden | -
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| Text beenden | 3:21 Minuten | -
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Leider gab Amiga Writer beim 1200er keine Warnung, dass nicht genug
Speicher vorhanden war. Der vorhandene Speicher wurde benutzt, dann Segment
für Segment wieder freigegeben. Nach 5 Minuten habe ich den Test durch
einen Reset beendet. Freigeben des Speichers Segment für Segment dürfte
auch die Erklärung für die lange Dauer bis zum Schließen des Textfensters
auf dem A4000 sein. Die Lade- und Speicherzeiten scheinen zu belegen, dass
es auch anders gehen muss. Ich kann nicht verstehen, dass das Freigeben des
Speichers fast siebenmal so langsam gehen muss, wie das Belegen.
Jedenfalls hat Amiga Writer den Speicher sonst gut unter Kontrolle. Der
Sprung von der letzten auf die erste Seite ging so schnell, dass ich es
beim ersten Mal gar nicht mitbekommen habe. Ein Sprung auf irgendeine Seite
im Dokument geht so schnell, dass es nicht möglich war, dieses mit einer
Stoppuhr zu messen.
Ich wäre immer gut unter einer Sekunde geblieben. Kompliment.
Markieren des ganzen Textes über den Menüpunkt "Editieren/Alles Markieren"
dauerte knapp 20 Sekunden ...das erste Mal. Beim zweiten Mal komischerweise
nur noch 10 Sekunden.
Mitten im Text weiterzuschreiben (Anfang von Seite 250) ist, als ob man
noch gar keinen Text geschrieben hätte. Der Cursor rast übers Blatt. Auch
Zeilenumbrüche können die Geschwindigkeit kaum bremsen. Für Viel- und
Schnellschreiber ein wahrer Segen.
Ändern der Schrift des ganzen Textes von CGTimes in CGTriumvirat dauerte
sage und schreibe 5:58 Minuten und erhöhte die Seitenanzahl auf 609 und die
Größe der Datei um ca 1 KB. Dabei traten leichte Störungen in der
Darstellung auf, Geisterzeilen am Ende und in der Mitte des Textes, die
aber, nach dem Scrollen aus dem sichtbaren Bereich und zurück, wieder
verschwanden.
Kommen wir jetzt zu einer für so große Texte wirklich wichtigen Sache:
Fußnoten! Amiga Writer unterstützt Textendnoten, Kapitelendnoten und,
tataa, Fußnoten. Überhaupt kein Vergleich zu Wordworth. In Amiga Writer
kann man Fußnoten ganz einfach einfügen und editieren. Einfach mit der Maus
in die WYSIWYG-Darstellung klicken und den Text an Ort und Stelle
editieren.
Während des Schreibens die Fußnoten einzugeben ist die schnellste
Möglichkeit. Leider gibt es anscheinend keinen Shortcut, sondern man muss
mit der Maus ins Menü. Die Fußnoten werden automatisch nummeriert und der
Cursor springt ans Ende der Seite in den Fußnotenbereich. Dort kann dann
der Text einfach eingegeben werden.
Eine Fußnote an den Anfang meines 609-seitigen Testdokuments einzufügen,
war anscheinend im ersten Augenblick keine gute Idee. Der Cursor meldete
sich am Ende der ersten Seite nach über 2 Minuten wieder. Ein zweizeiliger
Fußnotentext war dann schnell getippt. Mausklick auf die Mitte der 1.
Seite, und eine weitere Fußnote einfügen. Jetzt meldete sich der Cursor
schon nach 1:12 Minuten zurück. Eine ähnliche Eigenart wie beim Markieren
des Textes. Ich würde wirklich gern mal einen Blick in den Code der
Speicherverwaltung werfen.
Trotzdem ist diese Zeit, verglichen mit Wordworth, sehr gut. Ein 200-
seitiges, formatiertes Dokument in Wordworth mit einer Fußnote zu versehen,
ist noch nicht so schlimm, das dauert in etwa genauso lange, ist aber nicht
so komfortabel. Bei der 50sten kann man dann in Ruhe zum Einkaufen gehen.
Ich habe die Zeit nie gestoppt, bin mir aber sicher, dass nach 15 Minuten
Wordworth noch nicht fertig war.
Amiga Writer verhält sich da ganz anders. Je weiter man Richtung Ende des
Textes kommt, desto schneller werden die Fußnoten eingefügt. Die neunte
Fußnote, eingefügt auf Seite 100, brauchte nur noch etwas über eine Minute
Bearbeitungszeit.
Zwischenzeitlich wurde das Springen über die nächsten Seiten etwas
langsamer. So dauerte ein Sprung von Seite 201 zur Seite 341 plötzlich fast
5 Sekunden. Nach dem Einfügen der dortigen Fußnote ging der Sprung auf
Seite 441 wieder wesentlich schneller, ca. 2 Sekunden. Das Einfügen der
Fußnote 13 am unteren Ende der Seite veranlasste Amiga Writer, den Absatz
auf die nächste Seite zu verschieben und die Fußnote dort einzurichten.
Dabei trat der erste kleine Fehler auf. Anstatt zum Fußnoteneintrag ans
Ende der Seite zu springen, wurde der Cursor nur eine Zeile nach unten
verrückt. Die Fußnote war aber vorhanden und konnte durch direktes Anwählen
mit der Maus auch ohne Probleme bearbeitet werden.
Die 15. und letzte Fußnote habe ich auf Seite 555 gesetzt und konnte dort
schon nach 8 Sekunden weiterarbeiten. Leider trat dann beim Tippen ein
Absturz auf. Dieser Absturz ließ sich noch einmal wiederholen, trat dann
aber beim dritten Versuch nicht mehr auf, obwohl ich alles genau gleich
gemacht habe:
Sprung auf Seite 555, Einfügen der Fußnote an einer bestimmten Textstelle,
8 Sekunden warten, Eingabe des Fußnotentextes, vertippen, Backspace, neu
schreiben, kein Absturz. Ist das nun gut oder schlecht??
Keine Probleme gab es beim Zwischensetzen einer Fußnote auf Seite 355 oder
aber beim Löschen der Fußnote Nummer 2 auf der ersten Seite. Alles
bearbeitete Amiga Writer sehr schnell.
Fußnoten sind also überhaupt kein Problem für Amiga Writer. Wer auf diese
angewiesen ist, für den ist diese Textverarbeitung auf jeden Fall erste
Wahl.
Da mit dem Fußnotentest auch das Verwalten von großen Texten gehört, habe
ich für die nächsten Teste das Dokument aus der Demoversion
(http://www.haage-partner.com) genommen. Dieses ist 10 Seiten lang und
schön formatiert mit verschiedenen Farben, Schriften und Größen.
Das automatische Erstellen eines Inhaltsverzeichnisses ist kein Problem,
wenn die Kapitel anhand der Vorlagen ordnungsgemäß gegliedert sind.
Allerdings ist die Automatik nicht ganz perfekt und man muss Hand anlegen,
um dem Aussehen den letzten Schliff zu geben.
Bilder einfügen kann man auf verschiedene Weise. Zum einen als Objekt im
Fließtext. Dieses Bild wird wie ein Buchstabe behandelt. Der restliche Text
der Zeile kann an der Oberkante, Unterkante oder zentriert ausgerichtet
werden. Zum anderen kann man eine Box erstellen, in der dann die Grafik
dargestellt wird. Ein kleiner Fehler, der auch im Readme angegeben wird,
ist, dass die Box nicht sofort den Proportionen des Bildes angepasst werden
kann. Die Box ist nach der Erstellung gesperrt. Diese Sperre muss erst
gelöst werden, bevor sich die Proportionen angleichen lassen.
Die Größe des Bildes kann in Prozent oder in absoluten Werten (Bug: zur
Zeit noch nicht) angegeben werden. Geladen werden kann jedes Format, für
das ein Datatype vorhanden ist. Entgegen den Aussagen der Werbung konnte
ich auf dem 1200er kein JPG-Bild laden, da dieser Datatype nicht
installiert war.
Die Bilder werden in dieser Version noch nicht im Dokument mit eingebunden,
sondern über den Pfadnamen identifiziert. Dies ist beim Austausch von
Dokumenten besonders zu beachten.
Ebenso wie Bilder lassen sich Texte in Boxen legen und frei auf der Seite
verschieben. Es gibt in Amiga Writer zwei verschiedene Arbeitsmodi:
Textmodus und Boxmodus. Im Textmodus kann jeder Text editiert werden, im
Boxmodus können alle Boxen verändert oder gelöscht werden.
Standardmöglichkeiten, wie Suchen und Ersetzen, Einfügen von Seitennummer
o.Ä., sind selbstverständlich vorhanden und funktionieren auch. Leider
fehlt die Möglichkeit, Sonderzeichen eines Zeichensatzes über eine
Tabellendarstellung einzugeben, wie sie bei Wordworth rudimentär ja schon
vorhanden ist.
Die Silbentrennung arbeitete bei mir immer korrekt, lässt sich jedoch auch
manuell korrigieren. Leider fehlt eine Rechtschreibkorrektur mit Lexikon
und Thesaurus noch komplett. Ebenso gibt es keinen Formeleditor oder ein
Modul zur Tabellenkalkulation.
Der Ausdruck des Dokuments erfolgt über die normalen Workbench-
Druckertreiber. Es ist daher kein Problem, diesen über Studio oder
Turboprint laufen zu lassen.
Nachdem das 600-seitige Testdokument sich nicht auf dem 1200er öffnen ließ,
habe ich einige Tests mit dem Demodokument gemacht. Die Arbeit ging recht
zügig von der Hand. Das Laden der Bilder funktionierte mit den Datatypes
dann auch ohne Probleme und die Bearbeitungszeit entsprach den Erwartungen,
die man bei einem 030er hat.
Fazit:
Haage & Partner haben so ziemlich Wort gehalten. Das, was man sieht, macht
Lust auf mehr.
Für den durchschnittlichen Briefeschreiber ist Amiga Writer gut zu
empfehlen. Auf einem 68030-Prozessor mit 50 MHz und genügend Speicher lässt
sich gut und zügig arbeiten. Richtig Spaß macht die Arbeit natürlich erst
auf einem schnelleren Rechner. Hier lassen sich auch sehr große Dokumente
in annehmbarer Zeit bearbeiten. Wenn die angekündigte Version für PowerPC
erhältlich ist, wird man wohl kaum noch Wartezeiten haben.
Für die Arbeit in Schule oder Studium ist Amiga Writer eigentlich erste
Wahl. Die Fußnotenfunktion arbeitet unübertroffen gut und, nicht nur im
Vergleich mit Textverarbeitungen auf dem Amiga, auch schnell. Leider fehlt
ein Lexikon, was die Arbeit natürlich erschwert. Es bleibt zu hoffen, dass
in der nächsten Version dieses große Manko behoben sein wird. Angekündigt
ist auf jeden Fall die Einbindung weiterer Zeichensätze sowie mehr Im- und
Exportfilter.
Da Amiga Writer in der Werbung als äußerst modular beschrieben wurde, gehe
ich mal davon aus, dass einige PlugIn's wie Tabellenkalkulation oder sogar
Formeleditor nicht lange auf sich warten lassen.
Amiga Writer rüttelt in der Version 1 bereits sehr stark am Thron der
etablierten Textverarbeitungen Final Writer und Wordworth. In der
Geschwindigkeit stößt es seine Konkurrenten bereits blitzartig von
selbigem, ebenso wie in einigen Details (Fußnoten, Grafikeinbindung). Der
einzige Grund, warum Amiga Writer nicht als Referenz gelten kann, ist die
fehlende Rechtschreibkorrektur.
Amiga Writer 1.0 gibt es bei Haage & Partner zum Preis von 198,- DM.
Darin enthalten ist bereits das Upgrade auf die Version 2, die für Anfang
1999 geplant ist.
Eine Demoversion mit sehr eingeschränkter Speichermöglichkeit und einer
Druckroutine, die im Hintergrund jeder Seite gut sichtbar die Worte
"Amiga Writer 1.0 Demoversion" mitdruckt, ist auf der Homepage von
Haage & Partner erhältlich.
http://www.haage-partner.com
Rainer Kalthoff
E-Mail: R.Kalthoff@ping.de«