Interviews
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3. Interview mit Vulcans Marble-Eyes Development Team (MeD)
»F: Ich erinnere mich, dass ich eine Vorschau von Genetic Species aus dem
Aminet heruntergeladen hatte, die von Ambrosia gemacht worden war und nun
nennen Sie sich Marble-Eyes. Was ist passiert?
MeE: Unser vollständiger Name ist Marble-Eyes Development. Unser Spiel
begann als eine gute Demo-Darstellung, aber zu dieser Zeit war unser
Programmierer mehr oder weniger allein mit diesem Projekt und er war ein
Mitglied der Demogruppe namens Ambrosia. Die GeneticSpecies-Engine wurde
zum ersten Mal beim Gathering96 in Norwegen vorgestellt und erhielt sehr
positive Kritiken. Nach diesem Ereignis schienen sich die anderen
Mitglieder bei Ambrosia mehr um die Produktion anderer Demos zu kümmern und
der Programmierer musste andere Alternativen finden, damit jemand die
Arbeit erledigte.
Schließlich antwortete ein sehr talentierter Grafiker auf eine E-Mail und
der Ablauf begann sich zu beschleunigen. Später stieß unser Audio-Mann,
Martin Halberg, zum Team und unser Demo-Effekt fing an immer mehr wie ein
Spiel auszusehen. Wir alle entschieden uns, die Demoszene hinter uns zu
lassen und uns auf die Entwicklung von Spielen zu konzentrieren. Deshalb
erschien es uns nur natürlich, mit dem Neustart auch einen neuen Namen
anzunehmen.
F: Wann trat Vulcan Software in Erscheinung?
MeD: Die Demo vom Gathering96 wurde ins Aminet gestellt und von Vulcan
heruntergeladen. Ihnen gefiel es und sie erkannten die Möglichkeiten im
Konzept. Deshalb traten sie mit uns in Verbindung und am 1. Dezember 1996
wurde der Vertrag unterzeichnet.
F: Versuchen Sie doch mal Genetic Species mit 50 Worten zu beschreiben.
MeD: Auf der Grundlage von Paradroid bietet dieses Spiel energische und
packende 3D-Action mit einem Umfang an Einzelheiten, die man auf dem Amiga
lange nicht mehr gesehen hat. Ungeahnte Mengen von Rätseln, Atmosphäre und
Spiel! 200 MB Intro-Animation, 30 Minuten CD-Musik und 29 000 Zeilen
optimierter 68k-Assembler.
F: 49 Worte, gut getroffen ;) [Im englischen Original sind es 46 Worte!]
Der Amiga hat eine ganze Menge Doom-Clones gesehen, enthält Ihr Spiel noch
etwas Neues?
MeD: Das Tempo, die Spielbarkeit, die Atmosphäre und die Unterstützung für
alles Erwähnenswerte! Nicht zuletzt die einzigartige Möglichkeit, die
Körper menschlicher Wesen, von Cyborg und von Droiden zu übernehmen, was
wie nachgewiesen sehr gut in der 3D-Umgebung arbeitet. Wir halten es für
nicht fair, GS als einen Doom-Clone zu bezeichnen. Tatsächlich verwenden
wir die 3D-Umgebung als Grundlage, ein Adventure-Spiel aufzubauen. Stellen
Sie sich vor, Sie werfen im Jahr 2034 Ihre große Virtual-Reality-Maschine
an und betreten den grenzenlosen Cyberspace. Werden Sie dann sagen:
"Gruseliger Doom-Clone, mein lieber Mann!"
F: Warum glauben Sie, dass Genetic Species besser ist als andere 3D-Spiele?
MeD: GS hat eine originelle Spielidee, die gut mit der Story und den
Spielmöglichkeiten kombiniert ist. Die Idee des Spiels ist nicht nur zur
Dekoration da. Sobald man beginnt, entwirrt sich eine zunächst nur schwach
erkennbare und verwickelte Geschichte. Alles abzuschießen, was sich bewegt,
bringt einen nirgendwohin und das ist das Interessante an Genetic Species.
F: Verraten Sie uns ein Geheimnis, das niemand außerhalb von Marble Eyes
kennt!
MeD: Wir sind Aliens von Alpha Centauri und planen die Weltherrschaft vor
der Jahrtausendwende.
F: Was können wir von Marble Eyes in der Zukunft erwarten?
MeD: Nun, wir sind da und wir wollen bleiben! Unsere Motivation und Hingabe
zur Computer-Wissenschaft dauert fort und wir haben große Pläne für Genetic
Species, ehe wir mit einem weiteren Spiel beginnen. Das Erste auf der Liste
ist ein Zusatz für mehrere Spieler (Multiplayer-AddOn) mit TCP/IP-
Unterstützung. Das heißt, man wird auch über das Internet spielen können.
Wir hoffen, das erste anwendbare Internetspiel für den Amiga zu machen,
wenn uns Mr. Burkey hier nicht schlägt. Dieses Multiplayer-AddOn wird mit
allen Arten von Piratenschutz "infiziert" sein, was wir aus Zeitgründen
noch nicht auf der CD einrichten konnten. Mit vierjähriger Erfahrung bei
der Demo-Codierung und der Rückwärts-Zerlegung (reverse engineering) von
Demos sollte ich in der Lage sein, den Crackern kräftige Kopfschmerzen zu
bereiten, und sobald das AddOn geknackt ist, kommt ein Neues heraus.
F: Da wir über Piratentum reden: Wie läuft es mit Genetic Species?
MeD: Wir haben noch nichts zum Schutz vor Raubkopierern unternommen, aber
die Größe des Spiel beträgt mehr als 600 MB, wodurch eine natürliche Grenze
für Internet/BBS-Piraten gesetzt ist. Trotzdem gibt es da Spaßvögel, die
lieber zwei Tage online zubringen als die Zukunft des Amiga zu
unterstützen. Die meisten Leute unterstützen jedoch ein Spiel nur für den
Amiga. Eine Darstellung unserer Verkäufe bei der WOA unterstreicht das
stilvoll!
Live Long & Prosper!
(Lebe lange und erfolgreich!)
Paul Carrington BA(Hons)
Vulcan Software Limited«
(Quelle des Originals: Vulcan Software)
Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Gernod Schomberg.