Diverses
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2. CU AMIGA wird eingestellt
Der europäische AMIGA-Zeitschriftenmarkt hat erneut einen herben Rückschlag
zu verzeichnen: Das bekannte britische Magazin CU AMIGA, das auch in den
Bahnhofsbuchhandlungen vieler deutscher Städte erhältlich ist, wird mit der
Oktoberausgabe eingestellt. Nach Angaben des Chefredakteurs ist die
Zeitschrift nicht mehr profitabel.
Es folgt eine deutsche Übersetzung des gesamten Statements:
»Tut uns leid für unser Dauer-Grinsen. Es passt gar nicht zu dieser
Ankündigung.
Mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Oktoberausgabe
von CU Amiga die letzte sein wird, die je veröffentlicht wird. Das
Magazin CU Amiga rutschte in der letzten Zeit in einen Zustand der
Unwirtschaftlichkeit ab, aus dem wieder aufzusteigen äußerst
unwahrscheinlich ist. Die Entscheidung, die Herausgabe des Magazins
zu beenden, wurde von EMAP im Hinblick auf die gesamte finanzielle Lage
des Magazins und die fehlende Aussicht auf sofortige oder wenigstens
baldige Erholung der Situation getroffen.
Es ist eine Ironie, dass CU Amiga als das Amiga-Magazin mit dem weltbesten
Verkaufserfolg schließen muss, aber jetzt haben seine allgemeinen Unkosten
angefangen, die finanziellen Erträge zu übersteigen. Während es üblich ist
die Kosten zu reduzieren, um die Einstellung einer Zeitschrift zu
verzögern, wurde hier entschieden, CU Amiga zu beenden, ohne die
Unwürdigkeit zu erleiden, die Seitenzahl zu halbieren und den Rest in
Schwarz auf Weiß auf Toilettenpapier zu drucken. Auch wird es nicht an eine
andere Gesellschaft verkauft werden, die es dann endgültig zu Grunde
richtet.
Die Redaktion von CU Amiga war verständlicherweise sehr bedrückt, als sie
diese Mitteilung erhielt und möchte ihren besten Dank an alle weitergeben,
die mitgeholfen haben, dass CU Amiga in den vielen Jahren so ein Erfolg
wurde, und für die Freude, die wir bei der Arbeit daran hatten.
Tony Horgan
Editor, CU Amiga Magazine
FAQ's zur Einstellung von CU Amiga
F: Warum schließt CU Amiga?
A: Da die Zeitschrift keinen Gewinn mehr einbringt und deshalb nicht mehr
weiter veröffentlicht werden kann.
F: Wie kann die am besten verkaufte Amiga-Zeitschrift keinen Gewinn
einspielen, während kleinere Zeitschriften es noch schaffen?
A: Kleinere Zeitschriften haben andere Einrichtungen für die Publikation,
andere Kostenrahmen und andere Verteilungswege. Viele werden mit geringem
Verlust oder bei Plus-Minus Null von Leuten betrieben, die das als
erweitertes Hobby auffassen. CU Amiga wird von einem großen Zeitschriften-
Verlag (EMAP) vertrieben, und als GmbH (Publicly Limited Company PLC) muss
EMAP seinen Teilhabern gegenüber nachweisen, dass ihr Geld Gewinn abwirft,
was bedeutet, dass sie keine Zeitschrift veröffentlichen kann, die Verluste
einbringt.
EMAP ist eine mehrere Milliarden Pfund starke internationale Gesellschaft;
sie hat zunm Amiga gehalten, solange sie konnte. Viel kleinere Firmen
zogen sich vor Jahren zurück, wobei sie sagten, der Markt sei zu klein für
sie.
F: Warum wurden nicht die Kosten beschnitten, um das Magazin zu retten?
A: Das wäre nicht der Stil von CU Amiga. Wir haben immer versucht, CU Amiga
als Maßstab für Qualität zu setzen. Der redaktionelle Stab und unser
Verleger denken, es sei besser, sich auf einem hohen Standard zu
verabschieden, als allmählich den Umfang des Magazins zu veringern, die
Disketten wegzulassen, die Mannschaft und Investitionen zu veringern, um es
ohne Rücksicht auf Qualität am Leben zu erhalten.
F: Aber irgendetwas hätte man doch tun können?
A: Wir könnten die Zeitschrift auf ein Machwerk niederer Qualität
reduzieren, das mangelhaft recherchiert und geschrieben würde, aber dann
wäre es nicht die £4.50/£5.50 wert, die zur Kostendeckung verlangt werden
müssten.
F: Warum verzichten die Redakteure nicht auf einen Teil ihrer Einkünfte?
A: Würden Sie das tun? Und wo soll das enden?
F: Warum haben Sie uns glauben lassen, das Magazin würde nicht eingestellt?
A: Wir waren immer ehrlich und haben gesagt, dass der Zeitpunkt kommen
könnte (wenn die Lage sich nicht bessert), dass das Magazin keinen Gewinn
erbringen würde. Niemand wusste, wann das eintritt. Bis vor kurzem haben
wir noch Geld verdient - es war eine Sommerflaute zu viel für uns.
F: Ist das ein Versuch, die Amiga-Anwender zum Kauf von PCs zu
veranlassen?
A: Nein. Der Verleger von CU Amiga hat sowieso keine PC-Zeitschrift.
F: Wird "CU Amiga" sich in "CU PC" verwandeln?
A: Nein.
F: Ich habe ein Abonnement. Was geschieht?
A: Die fehlenden Ausgaben werden Ihnen zurückvergütet. Folgen Sie diesem
Link (zoe.wharnsby@ecm.emap.com), um Einzelheiten zu erfahren.
F: Warum wird das Magazin nicht an einen Verlag verkauft, der noch Gewinne
damit machen kann?
A: Jeder Verlag müsste Opfer erbringen, die das Magazin so kompromittieren
würden, dass es damit nicht länger das CU Amiga wäre, das Sie kennen. EMAP
hat sich entschlossen, CU auf einem hohen Standard zu beenden und dann den
Namen zu verkaufen, damit er einem anderen Verleger nützlich werden kann.
F: Wird CU Amiga zurückkommen, wenn der neue Super-Amiga erscheint?
A: Das hoffen wir, obwohl wir keine Versprechungen machen können. Die
Entscheidung liegt in den Händen unseres (Ex-)Verlegers (EMAP).
F: Kann ich bei dieser Gelegenheit der ganzen Mannschaft für ihre
Hingabe zum Magazin und zur Amiga-Gemeinschaft danken?
A: Natürlich können Sie das. Wir danken Ihnen!
F: Und was wird aus uns?
A: Nun, da gibt es immer noch Amiga Format (soviel wir zur Zeit wissen).
Nick und Ben werden sich um Sie kümmern. Es tut uns wirklich sehr Leid,
dass wir sie so verlassen müssen. Wir alle würden gern in alle Zukunft
an dem Magazin weiterarbeiten, aber es ist einfach nicht möglich. Auf
die eine oder andere Weise werden wir dasein, wenn der Super-Amiga
auftaucht, selbst wenn es höchstwahrscheinlich keine Wiedervereinigung
des ganzen Teams im Stile der Class of 98 unter der alten Flagge sein
wird.
F: Damit wird es also Zeit, den Amiga wegzupacken?
A: Nein! Machen Sie unbedingt weiter und wir werden uns in glücklicheren
Zeiten wiedersehen. Wir waren ein Verbindungspunkt für die Amiga-
Gemeinschaft, aber wir sind nicht der Amiga, nur ein Magazin über ihn.
Neue Erzeugnisse werden weiterhin zu bekommen sein und Ihre alten werden
genauso gut weiterarbeiten, auch wenn CU Amiga nicht mehr bei Ihrem
Zeitschriftenhändler ausliegt.
F: Wie kann ich mich mit Ihnen über irgendwelche Dinge in Verbindung
setzen?
A: Bitte senden Sie uns keine E-Mail mit Kommentaren und Anfragen an
unsere persönlichen E-Mail-Adressen. Wir erwarten eine Menge Post über
dieses Problem und wir haben immer noch eine Ausgabe herzustellen - die
Überflutung unserer Mailboxen würde das sehr erschweren. Sie können uns
Ihre Mitteilungen an goodbye@cu-amiga.co.uk senden - wir begrüßen Ihre
Kommentare und werden eine Auswahl im letzten (Oktober datierten) Heft
drucken.
Die Adressen general@cu-amiga.co.uk und goodbye@cu-amiga.co.uk werden
noch einige Zeit bestehen, aber obwohl wir keine Antworten versprechen
können, wird sich jemand um die Postfächer kümmern. Sie werden verstehen,
dass unsere normale diesen Bereich betreffende Post (Q&A, backchat) nicht
mehr betreut werden kann. Bitte senden Sie uns keine technischen Anfragen
mehr, es ist niemand da, der sie beantworten wird.«
Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Gernod Schomberg.
(Quelle des Originals: CU AMIGA)
Eine bei den wichtigsten AMIGA-Firmen privat durchgeführte Umfrage eines
Anwenders hat übrigens ergeben, dass die meisten dieser Unternehmen nach
wie vor positiv in die Zukunft blicken und den AMIGA weierhin unterstützen
wollen.