Directory Opus 5.5 ****************** Wenn es um Dateimanager geht, kann man wohl einen Namen als Standard bezeichnen - DirOpus. Dieser Dateimanager ist nun in der Version 5.5 erschienen. Schon die vorigen Versionen haben Massstaebe gesetzt, wenn es um die Dateiverwaltung ging. Dies ging vom automatischen Erkennen und Abspielen der Dateitypen, bis zur voellig frei konfigurierbaren Oberflaeche. So fragt man sich, ob man noch etwas besser machen kann. Jonathan Potter dachte sich wohl:"Ja!" So erschien die Ausgabe 5.5. Ob diese mit neuen Features ueberzeugen kann, wollen wir nun untersuchen. Zum einen faellt auf, dass das Programm nun auf CD ausgeliefert wird. Dies ist wohl sehr zeitgemaess, sollte doch jeder Amiga-Besitzer inzwischen die Zeichen der Zeit erkannt haben. Die Installation ist vorbildlich mit dem Installer von Commodore organisiert. Warum die Daten allerdings gepackt auf die CD kamen, wird wohl ein ewiges Raetsel sein... Nun denn. Waehrend der Installation werden diverse Parameter abgefragt, die die Vorkonfiguration von DirOpus erlauben. So kann man zwischen dem Standard-Wb-Look und dem MWB-Look waehlen. Waehrend der Installation werden auch Scripte zum direkten Umgang mit LHA-Archiven installiert. So werden LHA-Archive wie Verzeichnisse behandelt. Sehr schoen. Ein angenehmes Arbeiten ist somit garantiert. Nachdem die Installation abgeschlossen ist, wird man noch gefragt, wie DOpus gestartet werden soll. Hier kann man zwischen dem Standard-, dem WB-Ersatz- und dem iconifizierten Modus waehlen. Der WB-Ersatz-Modus ist ein besonderes Feature, welches ich als beste Innovation seit Jahren ansehe. Somit empfehle ich jedem, diese Option zu aktivieren. Nach der Installation muss der Rechner neu gestartet werden. Nun steht einem Die "neue" WB zur Verfuegung. Auf den ersten Blick ist diese gewoehnungsbe- duerftig. Aber man gewoehnt sich sehr schnell daran, wenn man die Vorteile kennengelernt und DOpus konfiguriert hat. Die Konfiguration wird einige Zeit in Anspruch nehmen, sind die Einstellungsmoeglichkeiten doch gigantisch! Ich weise in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Erweiterungen hin, die auf den PD-CDs und in Mailboxen vertrieben werden. Ein Vorteil von DOpus 5.5 ist, dass das Multitasking wirklich bis zum (man moege mir den Ausdruck verzeihen!) Erbrechen genutzt wird! Man kann jetzt so viele Fenster oeffnen, wie es der Speicher zulaesst. In jedem Fenster kann gearbeitet werden. Die Geschwindigkeit haengt wie immer vom Prozessor-Typ ab. Aber bereits mit einem 68020er wird das Arbeiten zum Traum! Da waeren wir ja auch schon bei den Anforderungen. DOpus5.5 benoetigt eine Festplatte (sonst kann man ja auch keine Daten verwalten ;) ), OS2.04 und mindestens 1 MB freien Hauptspeicher. Mehr kann wie immer nicht schaden! Nun aber zu den absoluten Vorteilen. Wer DOpus in der Version 4.0 und weniger kennt, wird die starre Anordnung von zwei Fenstern und einer Knopfleiste kennen. Diesen Modus kann DOpus5.5 auch herstellen, doch wer will einen VW, wenn er einen Mercedes haben kann? Was damit gemeint ist? Ganz einfach. Wie oben schon angedeutet kann man beliebig viele Fenster oeffnen. Das gilt aber auch fuer Knofbaenke und andere DOpus-Objekte wie ausgelagerte Icons, Gruppen oder ganze Verzeichnisse. Das bringt einen ungeheuren Geschwindigkeitvorteil mit sich, wenn man einen grossen Verzeichnisstamm hat und sich so durch "tonnenweise" Verzeichnisse wuehlen muss. Dateien sind schnell und einfach anzuzeigen. Dafuer sorgt die automatische Dateityp-Erkennung. Wenn ein Dateityp nicht sofort erkannt wird, kann man den Schnueffler auf ihn loslassen. Dies ist zwar einfacher als bei der alten Version, ist aber nicht unbedingt vorteilhaft. So werden bei einigen selbst hergestellten Typ-Kennungen beispielsweise ausfuehrbare Programme als Mod-Files erkannt. Seltsam? Nun. Aber dieses Manko laesst sich ja durch die oben erwaehnten PD-Erweiterungen umgehen. Die Abspielroutinen sind teilweise ebenfalls fehlerhaft. Gemeint sind hiermit interne Befehle, die fuer das Anzeigen beziehungsweise das Abspielen von Bilder oder Animationen verantwortlich sind. So werden 23BIT-Dateien nicht korrekt angezeigt oder bei Animationen kommt es zu Darstellungsfehlern. Dies kann man aber ebenfalls durch PD-Programme umgehen. Dies ist sogar zu empfehlen. Dem Benutzer wird eine Vielzahl Einstellungsmoeglichkeiten geboten. DOpus kann auf dem WB-Screen laufen, ihn emulieren oder einen eigenen oeffnen. Als Standard sollte man wohl den WB-Screen nehmen, da sonst eventuell vorhandene Programme den Screen nicht mehr finden (MagicCopper). Die Sache mit den Screens ist ebenfalls ein kleines Raetsel. Ein auf dem WB-Screen vorhandenes Bild kann bei laufenden DOpus moeglicherweise nicht mehr korrekt angezeigt werden. Ich habe teilweise stundenlang versucht, die Farben an den Screen anzupassen, und bin klaeglich gescheitert. Dies hat aber auch teilweise mit der WB-Programmierung zu tun. Bitte fragt mich nicht, wie es geht. Es ist eben ein Raetsel :) . Ein weiteres Feature, welches gross angepriesen wird, ist die FTP-Unterstuetzung. Diese ermoeglicht es einem, Dateien aus dem Internet in einem Fenster darzustellen. Man behandelt also Server, die irgendwo anders auf diesem kleinen Planeten liegen, wie Verzeichnisse auf der eigenen Festplatte. So kann man ganz einfach aus dem Internet-Verzeichnis Daten auf die Platte kopieren. Schlichtweg genial, oder nicht? Die Geschwindigkeit haengt hier wohl wieder einmal von der Uebertragungsrate ab. DOpus5.5 unterstuetzt fast ausnahmslos Drag&Drop. Man kann Verzeichnisse verschieben, DOpus konfigurieren, und viele andere Dinge, indem man das Element anklickt und auf die entsprechende Position verschiebt. Einfacher geht es nicht mehr! Ich weiss, dass ich mich wiederhole, aber es ist nun einmal so. Wenn ich DOpus5.5 abschliessend bewerten soll, so kann man dies mittels zweier Woerter tun. EINFACH GUT! Ich lege jedem, der viel mit Daten zu tun hat, dieses Programm ans Herz. Die entsprechenden Erweiterungen, die die kleinen Fehler ausmerzen, sind auf den PD-CDs (Amiga Plus, Aminet, etc...) oder in Mailboxen zu erhalten. * emnid@dame.de