Ladentests ---------- Da ich in letzter Zeit desoefteren Hard- beziehungsweise Software gekauft habe, wurde ich auf eine Problematik aufmerksam, die besonders die Amigabe- sitzer ansprechen wird. Wir alle kennen das Problem, das mit Amiga-Computern verbunden ist. Das Hard- und Softwareangebot ist nicht gerade so, dass es einen vom Hocker haut. Dann kommen noch die Preise dazu. Im gesamte Umkreis von Hamburg ist mir nur ein nennenswertes Ladenlokal fuer Amiga-Computerbe- sitzer bekannt- Die Mecomp Multimedia Agentur in Wandsbek. Leider ist dieser Laden konkurenzlos, was sich dann auch sehr oft in den Preisen niederschlägt. Somit ist der Amiga-Anwender oftmals auf Hardware aus dem PC-Fachgeschäft angewiesen (beispielsweise ein Modem oder eine Festplatte). Wenn nun aber Probleme mit dem gekauften Gerät auftreten, werden die Käufer häufig genug nicht ernst genommen, wenn sie angeben, dass sie "nur" einen Amiga haben. Dabei wissen die Verkäufer häufig genug nicht einmal ueber den Computer be- scheid, sondern stuetzen sich groesstenteils auf die eine Info-Seite in der C´t oder die einer anderen Fachzeitschrift. Das dies nicht ausreicht, kann sich jeder denken. Also wird der Amiga-User bald bestuerzt das Ladenlokal verlassen, und sich aus Frust einen PC kaufen. Dies ist oft genug passiert. Um dieses Übel zu mindern, werde ich demnächst, wenn ich eine Hardwareerwei- terung oder Software kaufe, einen Bericht ueber diese Geschäfte verfassen, und Foam fuer das Mag zur Verfuegung stellen. Ich werde heute mit zwei Laden- lokalen beginnen. Jeder, der bestimmte Erfahrungen mit Geschäften gemacht hat, gute oder schlechte, wird hiermit aufgefordert, diese an mich (emnid@dame.de) oder Foam (foam@dame.de) zu schicken. Naja. Vieleicht war das Wort "aufge- fordert" etwas hart. Aber ich bitte um moeglichst viele Zuschriften, da mir ja nicht unbegernzt viel Geld zur Verfuegung steht, um die Laeden zu testen ;). Also. Ich freue mich ueber jede Zuschrift. Auch Gegenanzeigen sind willkommen, da die Berichte ja eher subjektiv sind, und jeder andere Erfahrungen machen kann. Also. Jetzt fange ich aber an! ********************************* * * * MECOMP Multimedia * * Wandsbeker Marktstrasse 164 * * 20241 Hamburg * * Tel. : 040-68910991 * * Fax : 040-68910992 * * Mail-Box : 040-68910993 * * * ********************************* Dieses Fachgeschaeft, ist das eigentlich einzige, welches sich auf den Amiga spezialisiert hat. Ich moechte aber jedem Amigabesitzer empfehlen, die U-Bahn zu benutzen (Wandsbek Markt), da die Parkplaetze in der Gegend sehr rar sind! Das Ladenlokal ist sehr uebersichtlich gehalten. Wenn man den Laden betritt, hat man gleich das Gefuehl, sich zu Hause zu befinden, da ueberall, Amigas surren. Ein schoenes Gefuehl ;) Die Palette reicht vom nackten Amiga 1200 bis zum High-End 4000er. Die Geraete sind auf einem Tisch aufgebaut, so dass eigentlich jeder mal "spielen" kann. Bloss das Schmuckstueck, der wirklich tolle 4000er ist meist mit einem Passwort ge- schuetzt. Naja. Wer kann das uebel nehmen? Auch ein CD-32 findet sich, so dass die Software gleich vor Ort getestet werden kann. Ein wirklicher Pluspunkt! Gleich neben dem Eingang befindet sich ein Regal, auf dem findet selbst der Anwender mit dem kleinen Geldbeutel was. Dort befinden sich alle moeglich Ar- ten von Amiga-Magazinen. Das geht von der Amiga Plus bis hin zu enlischen Ex- zoten. Sehr schoen. Doch kaum einen Schritt weiter, wird der "gemeine" Amiga- User wohl schon bald ein Sauerstoffzelt benoetigen. Dort befindet sich ein Regal, mit unmenegen an CD-Roms. Die Palette geht von der Aminet bis hin zu Spezialausgaben von Maxon. Wenn etwas nicht zu finden ist, sollte man das freundliche Personal befragen, da die wirklichen Knueller wohl gesondert ver- wart werden. Man findet aber nicht nur Amiga Soft- oder Hardware, sondern auch fuer den PC oder die Spielkonsole. Aber zurueck zu unserem Liebling. Auf der Gegenueberliegenden Seite befinden sich zwei Glasschraenke, in denen man die wirklichen Hammer, wie die Blizzard 1260 oder eben High-End Software bewundern kann. Das Personal, das sich wirklich einmalig gut mit dem Amiga auskennt, wird sie gerne beraten. Wie oben schon angedeutet, hat der Laden eine Support-Mailbox. Diese ist meist nicht zu erreichen, da die Ports staen- dig besetzt sind. Aber das macht nichts, da man auch anrufen kann, und mit dieser Methode erreicht man eigentlich immer jemdanden. Abschliessend bleibt nur noch ein Manko. Dieser Laden ist so ziehmlich konkurenzlos, was sich na- tuerlich in den teilweise etwas hoch angelegten Preisen bemerkbar macht. Da- fuer erhaelt man aber einen prima Service, und immer funktionierende Produkte. Ich hatte jedenfalls noch nie Probleme. Wertung: TOP! Fazit: Jeder der einen Amiga hat, sollte sich den Laden mal etwas genauer angucken, bevor er in zwielichtigen Geschaeften seine Hard- bzw. Software kauft! ********************** * * * CeBus * * Hoheluftchaussee * * * ********************** Dieses Geschaeft ist ein reines PC-Hardwaregeschaeft. Schon der Blick in das Schaufenster laesst eine komische Vorahnung in einem hochsteigen. Warum ver- kauft ein PC-Fachgeschaeft bitte sehr Modelautos? Aber lassen wir uns von so einer Merkwuerdikeit nicht den Spass verderben, sondern gehen wir hinein und sehen uns ein wenig um. Das Geschaeft wirkt sehr gedrungen und ist mit Papp- kartons vollgestellt. Man kann die Palette so etwas ueberblicken. CD-Roms, Sound- und Grafikkarten oder ganze PCs kann man hier also kaufen. Eben das Standardangebot fuer DOSen ;) Also. Da wir uns fuer ein Modem interessieren, welches im Schaufenster ausgestellt war, lassen wir uns diesbezueglich bera- ten. Die Beratung beschraenkt sich auf grundlegende Dinge, wie was das Modem kann. "Damit koennen sie Daten versenden und als Anrufbeantworter koennen sie es auch einsetzen..." Echt, soetwas habe ich mir schon gedacht! Also gut. Das Modem wirde gekauft und man bekommt eine Quitung. Waehrend der Verkaeufer die Quitung ausstellt, gucken wir und noch ein wenig um. Hinter uns steht der be- ruehmte Grabelkasten, in dem man die 10 DM CDs findet. Das Angebot ist nicht nur auf die Artikel im Laden beschraenkt, sondern man kann auch bestellen las- sen. Die Lieferungszeiten sind hier wohl stark schwankend. Ich kaufe dann noch ein paralleles Kabel, mit dem man die Amiga-Computer mittels PC2Amiga "ver- netzen" kann. Als der Verkaeufer das Wort Amiga vernimmt, terten Schweissper- len auf seine Stirn. Hatte ich ihn in Verlegenheit gebracht? Nein! Er wusste bloß nicht, ob der Amiga ein Standard-Schnittstelle hat. Ich beruhigte ihn. So zog ich mit meinen Waren ab, und hatte doch ein etwas seltsames Gefuehl. Naja. Was sollte schon passieren, ich hatte ja die Quittung. Also. Nach Hause und Modem angschlossen. Doch, wie sollte es auch anders sein, es funktionierte nicht. Ähem. Tja. Wie in einem schlechten Film, dachte ich und suchte das Geschaeft erneut auf. Dort machte man mich darauf aufmerksam, dass ich nur das original Telefonkabel zu verwenden haette und falls ich ein laegeres braeuchte, sollte ich doch bitte in ein Fachgeschaeft gehen, und mir ein neues kaufen. Grummel. Davon war aber nichts gesagt worden. Also zog ich los, und kaufte fuer 20.- DM (!) ein neues Telefonkabel. Angeblich waren die Kabel ver- schieden gepolt. Ob das stimmt, kann ich bis heute nich sagen. Fuer mich klingt das wie Unsinn! Auf jeden Fall funktionierte das Modem immer noch nicht. Also, nichts wie zurueck wie in den Laden. Das Modem wurde gegen ein anderes getauscht. Nachdem das Modem angeschlossen war, konnte ich endlich das Modem ansprechen. HA! Ein Hardwarefehler! Jeah. Endlich konnte ich also mein 336er ausprbieren. Ich logte mich also Ordnungsgemaess in eine Mailbox ein, und startete testweise einen Download. Echt beeindruckende Geschwindigkeit ;) Doch kurz vor Ende der Übertragungsende legte das Modem auf. Ich fluchte. Was sollte das? Auch das aendern der Konfig brachte nichts. Also, wieder ein de- fektes Modem? Schlechte Qualitaet? Schnittstellenfehler? Hm... Ich leihte mir das ELSA von meinem Nachbarn, und siehe da, es funktionierte. Ich ging also zum Laden zurueck, und sprach den Verkaeufer auf den Missstand an. Er machte schon so langsam einen genervten Eindruck. Ich hatte aber keine andere Wahl, als ihn um die Rueckgabe des Geldes zu bitten. Jetzt wurde es problematisch. Er wand sich wie ein Aal, und wollte mir ein Ersatzgeraet geben, und die Dif- ferenz auszahlen. Doch da liess ich mich nicht drauf ein. Auch einen Gutschein lehnte ich ab. So nahm er das Modem an, und sagte, ich sollte morgen wieder kommen, da er die Sache mit dem Chef klaeren muesse. Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich hatte doch das Recht mein Geld zurueck zu verlangen, da man mir ein mangelhaftes Produkt verkauft hatte. Aber gut. Ich besuchte am naech- sten Morgen wieder das Geschaeft, und hoffte auf mein Geld. Der Chef war da, traute sich aber anscheinend nicht nach vorne. Mir waere das auch peinlich gewesen. Der zweite Verkaeufer versuchte nochmals mir einen Gutschein anzu- drehen, doch ich wollte mein Geld. Er machte mich darauf aufmerksam, dass dies fuer den Laden Schwierigkeiten mit sich braechte, da er das Geld wieder aus- buchen muesste. Hm... Da lag also der Hund begraben. Der Laden sank in meiner Gunst langsam weit und die Toleranzgrenze. Ich bestand jetzt auf mein Geld und verliess das Geschaeft. Ich hatte die Schnauze gestrichen voll! Wertung: FLOP! Fazit: Dieser Laden ist nicht weiter zu empfehlen, weder fuer Amiga- noch fuer PC-User. Der Service ist mies, die Produkte sind ueberteuert und mangelhaft. Man versucht das Geld auf Kosten des Kunden an sich zu raffen. Dies ist unakzeptabel!