AMIGA aktuell - Ausgabe 01/97 a) Intern: Willkommen zur neuesten Ausgabe von AMIGA aktuell. * Nachdem die AMIGA-Übernahmeverhandlungen mit VIScorp gescheitert sind, ist zu Weihnachten bekannt geworden, daß QuikPak, der Hersteller des A 4000T, AMIGA Technologies übernehmen möchte, mehr zu diesem Top-Thema unter b). * In der letzten Ausgabe von AMIGA aktuell waren zwei Detail-Erläuterungen zu den PowerPC-Projekten von Phase 5 digital products veröffentlicht. Ebenso interessant dürfte ProDads neues Betriebssystem pOS sein. Die entsprechende Bekanntmachung des Unternehmens ist ungekürzt unter c) zu finden. * Es ist zwar richtig, daß ich den AMIGA-Spielemagazinen vor zwei Monaten keine rosige Zukunft prophezeit habe (vgl. AMIGA aktuell 11/96), daß aber für beide Zeitschriften das Aus so schnell kommen würde, hat wohl niemand geahnt. Mehr zur Fusion von AMIGA-Magazin und AMIGA-Games in einem aktuellen Hintergrund-Bericht unter d). * In eigener Sache habe ich einen Rückschlag zu vermelden: Das Händlerverzeichnis wird in dieser Ausgabe von AMIGA aktuell das letzte Mal zu finden sein. Leider ist so gut wie keine Beteiligung festzustellen, obwohl ich auch weiterhin davon ausgehe, daß die meisten Clubmitglieder mindestens einen Favoriten unter den AMIGA-Händlern haben. Wenn jemand die Rubrik und die bisher erfaßten Daten übernehmen will, so kann er sich bei mir melden. Diesmal geht mein Dankeschön an: * Marco Siegel für allerlei Informationen und News, * Malte Mende für die McDonald's-Info, * Rainer Lübkemeier für seine Ausführungen zum PC-Joker AMIGA aktuell lebt von der Beteiligung der Leser, von Euch! Bitte schickt mir Pressemeldungen, Video- und Audiomitschnitte, in denen der AMIGA in irgendeiner Weise auftaucht. Ob es sich dabei um einen Bericht oder eine AMIGA-Werbung handelt, spielt keine Rolle. Auch über Meldungen, in denen nicht direkt vom AMIGA die Rede ist, die aber trotzdem für AMIGA-User interessant sein dürften, werde ich schreiben, ebenso über die Aufnahme von AMIGA-Produkten ins Sortiment von Computergeschäften. - und natürlich Kritiken, Anregungen, also Eure Meinung zu AMIGA aktuell. Meine Adresse: Carsten Schröder Helmoltstraße 10 37081 Göttingen E-Mail: CSchroe@Stud.Uni-Goettingen.de Ich zähle auf Eure Unterstützung! Rechtliches: * AMIGA aktuell ist "copyrighted" Freeware und darf von jedermann kopiert werden, solange dafür (einschl. Datenträger) nicht mehr als 3 DM bzw. ein vergleichbarer Betrag in einer anderen Währung verlangt wird. Das Magazin erscheint zum 1. jedes Monats. * Eine Übernahme in (Disketten-) Magazinen, PD-Serien etc. bedarf meiner Genehmigung, die i.d.R. schnell und unbürokratisch erteilt wird. Eine Verbreitung von AMIGA aktuell in veränderter Form bedarf meiner Zustimmung. * Für den Inhalt übernommenener Beiträge sind die Autoren verantwortlich, das Copyright liegt bei ihnen. Ich hafte nicht für durch AMIGA aktuell verursachte Schäden. * AMIGA aktuell unterstützt das Iconographics-System von Tom Ekström und das NewIcons-System von Nicola Salmoria. Die Icons stammen von Tom Ekström. b) Top-Thema: AMIGA-Verkauf an VIScorp gescheitert - nun will QuikPak AMIGA Technologies übernehmen Mittlerweile steht es fest: Der von VIScorp angestrebte Kauf der AMIGA-Technologie ist gescheitert. Selbst die 20 Mio. US-$, die zuletzt als Preis genannt wurden, konnte VIScorp offenbar nicht aufbringen. (Übrigens: Carl Sassenrath, der als eine Art Bindeglied zwischen VIScorp und den AMIGA-Anwendern gesehen wurde, hat das Unternehmen bereits vor zwei Monaten verärgert verlassen.) Zu Weihnachten wurde dann bekannt, daß QuikPak, der Hersteller des A 4000T und von Komponenten des A 1200, AMIGA Technologies übernehmen möchte. Folgender Text ist auf der QuikPak-Internet-Homepage (http://www.amigasupport.com/quikpak/) abrufbar: "An open letter to the Amiga Community The past few years have not been kind to the Amiga Community. Since the demise of Commodore, the ownership and future of the Amiga has been continually uncertain. The only thing that has remained constant is the loyalty of Amiga users. It is with respect to this loyalty that we feel it necessary to let YOU know the current state of affairs and what QuikPak is doing to see that the Amiga has the successful future it so deserves. Back when Amiga Technologies was owned by Escom, QuikPak was selected to manufacture the complete A4000T and components for the A1200. During the collapse of Escom and the subsequent negotiations with VisCorp, QuikPak continued manufacturing and servicing Amiga Computers. Throughout this time of uncertainty, QuikPak continued to support the platform, placing ads in the North American publication Amazing Computing, forging alliances with Amiga developers and supporters, and developing new products of our own. Recently, at AmigaFest in Toronto, we unveiled two new computers and we have been shipping the 060 Accelerator for the A4000T. We believe this product development clearly demonstrates our commitment to the Amiga. It now appears evident that negotiations between VisCorp and Amiga Technologies have reached a standstill. As a creditor of Amiga Technologies, QuikPak has a vested interest in seeing the future of the Amiga handled properly. To this end, QuikPak has placed an offer in front of the German liquidator for Amiga Technologies, and we are awaiting further information regarding this. What does this mean to you, the end user? QuikPak believes that there is more to the Amiga than a simple set top box. We believe that the A4000 and its successors have a place in the market. We believe that a model along the lines of the A1200 also can play an important role in the future of the Amiga. We further believe that products currently under development at QuikPak can bring the Amiga back to the forefront in innovation. We believe that working closely with developers, other manufacturers, distributors, and dealers is necessary to make the Amiga a success. And, perhaps most importantly of all, we believe in listening to you, the person who has kept this platform alive. We hope that the new year will allow us to bring you good news, that QuikPak will be successful in our negotiations with the German liquidator. We trust that the liquidator will move quickly, and justly, to see these events through. We encourage any and all input from the Amiga Community - let us know what you want to see. And, finally, we encourage those responsible for handling the Amiga Technologies' assets to be as open as we at QuikPak are striving to be. Sincerely, Dave Ziembicki C.E.O QuikPak Corporation Dan Robinson Director of Business Development of Amiga Computers QuikPak Corporation" Fazit: Kaum ist VIScorp aus dem Rennen, schon wird mit QuikPak ein neuer Kandidat für die AMIGA-Übernahme bekannt. Sollte das Unternehmen sein Ziel wirklich erreichen (Gerüchten zufolge soll es noch mehrere andere Interessenten geben), bleibt zu hoffen, daß dann endlich der Preis für den A 4000T stark gesenkt wird, der ja von QuikPak selbst hergestellt wird. c) Top-Thema: pOS - die Details "proDAD News 1996 Pro Digital Animation Development Die Einsatzgebiete Der exklusive Vorteil: AMIGA Ursprung und Wünsche Kompatibilität Die Philosophie, die dahinter steht Multitasking und Kommunikation Netzwerkfähigkeiten Grafikausgabe/RTG Erscheinungsbild DOS Was bedeutet pOS in der Praxis für Entwickler? Was ist pOS ? pOS ist ein neues Betriebssystem mit modernster Konzeption. So existieren, im Gegensatz zu den meisten anderen OS, keine generationsbedingten Nachteile oder aufgeblähten Sources, sondern eine schlanke Form und innovative Leistungsmerkmale. Preemptives Multitasking, HAL-Prinzipien oder intuitive Bedienelemente garnieren diese Grundlage zum effektiven Hardwareeinsatz - denn hierzu ist ein Betriebssystem ja in erster Linie gedacht. Ob beispw.. als Einsatz in Settopboxen oder als Alternative bzw. optimale Ergänzung zu bestehenden Betriebssystemen, pOS besticht durch eine logisch gegliederte Konzeption mit teils bewährten , besonders aber innovativen Leistungsmerkmalen. Die Einsatzgebiete pOS wird zunächst in einer Version für 68k-Amigas (einschließlich des »Draco«) und in einer Version für PowerPCs erscheinen. Für AMIGA-Anwender und -Entwickler besonders wichtig: Das System läßt sich parallel zum gewohnten Amiga-OS installieren. Es ist aber natürlich auch möglich, pOS völlig eigenständig zu betreiben. Auch der Einsatz in Settop-Boxen ist aufgrund der Kompaktheit problemlos. Bereits seit 2 Jahren in der Entwicklung, wird es 1997 erste Anwendungen geben, die auf diesem modernen Betriebssystem basieren - ob Settop-Box oder PCs zur Videobearbeitung, zur Bildtelefonie, zur einfachen Abwicklung des Bestellwesens großer Verlage, zur Internet- und T-Online-Anwendung, zum Fernsehprogrammabruf - mehrere Hersteller sind bereits interessiert oder arbeiten bereits im Dialog mit proDAD, da die Kompaktheit und die moderne Konzeption Grundlagen bieten, die einzigartig, preisgünstig und unkompliziert sind. Die Tatsache, daß dieses OS parallel zu bestehenden Betriebssystemen laufen kann und Schnittstellen zur Außenwelt bestehen, erleichtert es Entwicklern, Software hierauf zu portieren und Anwendern, die neuen Vorteile nach und nach mehr zu genießen, ohne auf gewohnte oder noch nicht erhältliche Dinge (ältere Software) verzichten zu müssen. Der exklusive Vorteil AMIGA pOS entstand auf dem Amiga, einem Rechner, der aufgrund seiner Konzeption ideal für die Entwicklung eines solchen Projekts geschaffen ist. Auch bietet der AMIGA aufgrund des AMIGA-OS die Möglichkeit, sehr einfach beide Betriebssysteme im Multitasking laufen zu lassen. Somit konnte die Entwicklung des OS mit den gewohnten Tools auf Amiga-OS-Seite realisiert werden, ein Vorteil, der übrigens noch heute jedem Entwickler zugute kommt. Ein immenser Vorteil ist dies jedoch auch für Anwender, die nicht weiterentwickelte Software weiterhin und wie gewohnt auf dem Amiga-OS benutzen können, während sie innovative Neuheiten- Entwicklungen unter pOS mit Ausnutzung aller Vorteile parallel betreiben. Der Ein-/Umstieg auf dieses Betriebssystem erfolgt also absolut soft. Ursprung und Wünsche Wir als traditionelles Amiga-Softwarehaus verfolgen die Entwicklung um den Amiga und auch die Wünsche von Anwendern und Entwicklern schon seit langer Zeit. So sind bereits von Commodore bestimmte innovative Dinge sehr früh angedacht, aber nie oder nur sehr halbherzig umgesetzt worden. Beispiele hierfür sind RTG oder das Datatype-Konzept. Stets als Entwickler denkend, waren diese Dinge natürlich auch für unsere Applikationen sehr nützlich, dessen bisherige Realisation jedoch weniger... Deshalb ist pOS auch als moderne Grundlage zur Umsetzung solcher und vieler anderer individueller Wünsche, sowohl innerhalb, als auch außerhalb von proDAD, zu sehen. Negativ-Beispiele, die hauptsächlich in der fehlenden Weiterentwicklung des Amiga-OS begründet sind, stellen natürlich einen weiteren Anreiz zur Realisation eines solchen Projektes dar. Die unflexible Grafikausgabe beispielsweise, die veralteten Druckertreiber, oder die fehlende integrierte Netzwerkfähigkeit sind alles Dinge, die Quasi-Standards zur Folge haben und so teilweise für Verwirrung sorgen. Auch hier ist unsere Rolle als Software- Entwickler wieder Grundlage zur Konzeption. Denn wenn WIR uns mit Mehraufwand auseinandersetzen müssen, so ergeht es ANDEREN Entwicklern nicht anders, alle haben mehr oder weniger das gleiche Schicksal. Deshalb hier der Versuch zur Verbesserung von Umgebungsbedingungen. Kompatibilität Die Tatsache der Kompatibilität wird sehr hoch bewertet. Andere Ansätze zeigten aber, daß die Kompatibilität auf Ebene des Anwenders überwiegend Nachteile mit sich bringt, insbesondere werden Nachteile mit portiert. Deshalb wird hier auf einer Ebene darunter, nämlich bereits beim Entwickler angesetzt. Durch ca. 2/3 Kompatibilität zum AMIGA-OS kann eine im Standard ANSI C bzw. C++ geschriebene AMIGA-Software durch einen einzigen Compiler-Durchlauf bzw. nur geringen Modifikationen auf pOS laufen, womit bereits von allen Vorteilen profitiert werden kann. Dieser Vorteil existiert natürlich exklusiv für Programmierer von AMIGA- Applikationen. Unser Partner, Haage & Partner in Rosbach, bietet hierfür bereits heute die passende Compilerumgebung mit Power-PC- Option. Warum also heutzutage noch eine Software neu für PowerPC erstellen, die dann durch Emulation im OS erst noch ausgebremst wird? Für die Portierung auf 68K-Software kann jedoch auch Ihre gewohnte Umgebung, sogar vom Amiga-OS aus zur Crossportierung benutzt werden. Lediglich die Zusätze, die im Rahmen der EpOS Developer-Support erhältlich sind, werden hierzu benötigt. Schließlich wird durch pOS mit einem Compilerdurchgang der aktuelle Stand einer Applikation bereits von den OS- Vorteilen, wie z. B. der Geschwindigkeit oder des Look & Feels, profitieren! Der Anwender führt lediglich ein Update durch und wird begeistert sein von der neuen Leistung des Produkts! In dieser Zeit können die Entwickler bereits die pOS- Innovationen in einige Applikationen integrieren und die Software, allein auf OS-Funktionen, basierend, verbessern. Und sollte dann der Drang auf eine neue Plattform bestehen, so bedeutet dies nur wenig Aufwand für den Entwickler. Durch das Multiplattformkonzept ist nicht maßgebend, für welche Plattform die Applikation geschrieben werden muß, sondern auf welcher Plattform pOS momentan gerade läuft... Multiplattform-Konzeption bedeutet im Falle pOS übrigens auch Multi-Prozessor-Konformität, selbst für diese in Zukunft immer praktikablere Technik ist pOS und dessen Applikationen bereits gerüstet ! Die Philosophie, die dahinter steht ? Durch Multiplattformtechnik im OS wird der Markt größer * für Entwickler (mehr Absatz, bei weniger Aufwand) * für Anwender (weniger Isolation, bessere Orientierung) * für Presse (größerer ansprechbarer Leserkreis) * Die Softwareentwicklung lohnt sich wieder, es muß somit jedoch keine Plattform (und deren Anwender) ausgeklammert werden, die Anwenderschaft wird lediglich erweitert. * Verschiedene Nischenrechner, Anwender und Entwickler für diese Märkte verspüren wieder Aufwind, durch Konzentration auf das Wichtigste - neben der Hardware - das einheitliche OS, als saubere Grundlage für Entwickler und Anwender. * Der Rechner mit der besten Hardware-Leistung wird, auch in Teilbereichen, seine maximale Leistung zeigen können. Somit werden nicht mehr Äpfel mit Birnen verglichen, denn die Basis der Anwendung ist stets dieselbe. Ein Rechner mit z. B. starken Grafikfähigkeiten wird dann diese Fähigkeiten realistisch vergleichbar mit anderen Rechnern demonstrieren können (siehe hierzu auch RTG). Multitasking und Kommunikation Ein Vorteil schlechthin, das preemptive Multitasking, wurde bei pOS weiter optimiert und mit technischen Raffinessen gespickt, was sich sowohl für Anwender als auch für Entwickler angenehm auswirkt. Beispiel: In pOS werden alle häufigen Task-Synchronisationen über Semaphoren erzielt, was zu einem besseren Zeitverhalten führt. Desweiteren wurde eine Regel eingeführt, die besagt, daß der Benutzer immer die höchste Priorität erhalten kann. Weiterhin wurde die »Deadlock«-Gefahr durch Semaphoren-Hierachien beinahe ausgeschlossen. Neben »normalen« Tasks bietet pOS QuickTasks, die etwa dreimal schneller zur Ausführung gelangen. Netzwerkfähigkeiten Die Netzwerkfähigkeit ist bereits vom Betriebssystem garantiert und somit einfach konfigurierbar. Dieser feste Bestandteil erleichtert z. B. Drittherstellern für DFÜ-Software die Erstellung von Software zur Anbindung an globale - oder lokale Netzwerke. Ferner sind somit Projekte zu Konferenzschaltungen über Fernvernetzung wesentlich einfacher realisierbar. Ein Beispiel wäre gemeinsames Konstruieren von verschiedenen Terminals aus. Dies wird selbstverständlich durch die bereits integrierten RTG-Fähigkeiten optimal ermöglicht. So könnte von 3 Rechnern aus an ein und demselben Projekt editiert werden, während 1 Rechner z. B. mit PPC ausgestattet, das Rendering dieses Objektes parallel vornimmt. Eine optimale Aufteilung der internen Abläufe bei bester Hardwareauslastung und maximalem Komfort ist die Folge dieses Netzwerkes, welches bereits vom Betriebssystem koordiniert wird. Peripherie- und Datensharing sind weitere Möglichkeiten, die diese Resourcen einfach zur Verfügung stellen. Die direkte OS-Netzwerkintegrität bedeutet für den Anwender zudem eine einfachere Konfigurierbarkeit. Grafikausgabe / RTG pOS paßt die Grafikausgabe mit Hilfe einer Library automatisch an das Ausgabemedium an. Ganz nebenbei wurde die Grafikausgabe (gegenüber der des AMIGA-OS) 24-Bit-fähig und deutlich schneller. Auch die Monitor-Unterstützung ist wesentlich flexibler geworden: So können beispielsweise mehrere Monitore für eine Benutzer-Oberfläche gleichzeitig verwendet werden. Das Ausgabemedium kann auch ein Teil des Netzwerks oder aber eine Virtual-Reality-Komponente sein. Und das Beste für Programmierer: Nicht er muß prüfen, was die momentane Hardware bietet und aufwendig darauf eingehen - das OS übernimmt dies für den Entwickler und erleichtert so auch an dieser Stelle die Softwareentwicklung bzw. ermöglicht somit spielerisch das Prinzip der konsequenten Nutzung verfügbarer Hardware. Erscheinungsbild Der Komfort und das optische Erscheinungsbild wurden modernisiert, ohne daß diese Neuerungen jedoch zu einer langsameren Arbeitsgeschwindigkeit führen und ohne daß die Funktionalität zugunsten grafischer Spielereien außer acht gelassen wird. Sehen Sie dazu auch unsere Screenshots 1 und 2! Beispiele: Animierte Menüs und Schalter sorgen für mehr Verständlichkeit. Und Fenster lassen sich endlich mit sichtbarem Inhalt verschieben. Das Shell-Fenster hat einen Schieberegler, mit dem sich frühere Ausgaben wieder sichtbar machen lassen, und der Befehlspuffer der Shell ist über eine Aufklapp-Funktion aufrufbar. Dies sind alles Dinge, die den Komfort und der Verständlichkeit beim Anwender unterstützen. Zwar sind diese Features fürs Amiga-OS teilweise auch optional erhältlich, doch treten hier die bereits oben erwähnten Nachteile der veralteten Konzeption, daraus resultierende Geschwindigkeitsnachteile und der unterschiedlicher Mehr- oder Minderkompatibilität in Erscheinung. Auch hier wieder der Versuch, als Entwickler denkend, zukunftskonform eine einheitliche, vernünftige Grundlage für andere Entwickler und nicht zuletzt im Sinne des Anwenders zu schaffen. DOS Das DOS ist hier (gegenüber dem AMIGA-OS) sehr viel schlanker, was zu wesentlich höheren Geschwindigkeiten führt. So ist z. B. das komplette BCPL-System nicht mehr vorhanden.Das Scannen von Verzeichnissen sowie Lese- und Schreibzugriffe läuft ebenfalls sehr viel schneller ab. Auch die Möglichkeit der automatischen Datenkomprimierung und -Dekomprimierung während des Lesens und Schreibens ist in pOS bereits integriert. Die Partitionierungsgrenze liegt übrigens bei 1,09*10^12 Byte oder 1 Terabyte, was im Gegensatz zu den meisten anderen Betriebssystemen die moderne Konzeption wohl eindrucksvoll unter Beweis stellt. Für Multimedia und riesige Datenbanken ist dies ein Vorteil, der mit der Zeit stets mehr an Bedeutung gewinnen wird. Was bedeutet pOS in der Praxis für Entwickler ? Nun, einige Vorteile für Programmierer (ein kleiner, bescheidener Auszug...) wollen wir Ihnen hier aufzeigen: * 99% kompatible Libraries und Devices für bequemes Portieren auf pOS; Klassenverwaltung im OS-Kernel * Ableitungsmöglichkeit zur Laufzeit * sparsame Objektverwaltung bzgl. Speicherplatz und Laufzeit-Overhead * Instanzen werden vom Kernel gefiltert und an den Klassen- Dispatcher gesendet; Vorteil: einfachere Programmierung und somit weniger Fehleranfälligkeit * Grafikflexibilität durch RTG: * Spezifische Anpassung an Ausgabemedium über eine RTG- Library, die in verschiedenen Ebenen die Grafikausgabe steuert, beginnend bei einfachen Grafikoperationen (ohne Clipping) bis hin zur vollständigen Integration der benötigten Grafikfähigkeiten. Diese Unterteilung erlaubt eine schnelle Umsetzung mit geringer Optimierung oder eine vollständig hardwarenahe Programmierung ohne Kompromisse bei max. Leistung. * Flexible Monitor-Unterstützung: Beispw. Multi- Monitorsystem für größere Arbeitsoberfläche und somit mehr Übersichtlichkeit (zur Verfügung gestellt von RTG) * Die Aufteilung der Grafikbereiche oder etwa die Mausposition bei Verwendung mehrerer Bildschirme regelt das Betriebssystem (RTG). * Wesentlich bessere Unterstützung der simple-refreshed Windows durch einfachere und schnellere Clipping-Routinen. Der Refresh eines bereits mehrfach geclippten Bereiches wird durch leistungsstarke OS-Routinen unterstützt und gefördert (bisher zu kompliziert). * Die Programme werden in der Grafikumrechnung (Colors, Maße) von pOS unterstützt. Jede Applikation kann sämtliche Grafikdaten in True-Color bearbeiten und überläßt die nachträgliche Bildschirmdarstellung dem OS. Je nach Grafikausgabegerät (True-Color Bildschirm, 256Color Bildschirm, Netzwerk, Drucker,..) wird der zugehörige Treiber autom. eine Konvertierung vornehmen! * Da pOS in einem AMIGA-OS-Fenster laufen kann (RTG!), stellt sich die Situation der Portierung auf pOS denkbar einfach. Somit wird insbesondere das Entwickeln stark erleichtert. Ganz nebenbei dient diese Fähigkeit selbstverständlich auch dem Anwender, da er durch gleichzeitiges Betreiben von z. B. Amiga-OS und pOS einen sanften Übergang von alten - zu neuen Software-Versionen erhält... * Super-Bitmap wesentlich einfacher: Beispw. können auf einer Superbitmap zahlreiche Gadgets plaziert werden, über die hinweggescrollt werden kann. Die Koordinaten- Verschiebung seitens der Grafikausgabe und der Nachrichtenverarbeitung wird komplett vom Betriebssystem übernommen. * Mehrere Layers in einem Window (Tochter-layers): Vorteil: z. B. kann eine Abtrennung einer vorhandenen Gadgetleiste von einem Eingabefeld durchs Betriebssystem erfolgen. Dies dient nicht zuletzt aufgrund des wegfallenden manuellen Umschaltens der Grafikperfomance. * objektorientierter GUI: Alle sichtbaren Elemente, wie Text, Grafik, Animation etc., sind Elemente. Diese Elemente können objektorientiert kombiniert werden, was z.B. sehr einfach die Erstellung eines Menüpunktes mit integrierter Animation ermöglicht (Baukasten-Prinzip). Selbstlayoutende Gadgets,die proportional font-sensitive sind, d.h. keine Koordinaten-Programmierung, sondern Hierarchien. * spezielle pOS Debug-Version: Die Software-Entwicklung wird hiermit enorm vereinfacht, indem viele Fehler bereits im Vorfeld, vor einem etwaigen Systemabsturz, erkannt und angezeigt werden. Somit kann vor einem Absturz sinnvoll und komfortabel die Ursache erkannt werden. * pOS stellt ein Standard-Prefs Programm zur Verfügung. Alle einstellbaren Daten werden über Libraries in den pOS-Prefs editiert. Der Programmierer muß nicht für jeden Einsteller ein vollständiges Programm mit der stets wiederkehrenden Funktionalität kreieren. Die gesamte Verwaltung wird bereits vom pOS-Prefs bereitgestellt, so daß der einzelne Einsteller nur seinen privaten Teil bearbeiten muß. * Einfachere Fehlersuche in Programmen - ein Beispiel. Auszug aus dem Sourcecode: { ... const CHAR *name; pOS_FileHandle *FH; name=NULL; // *** Nullzeiger if(FH=pOS_OpenFile(NULL,name,FILEHDMOD_Read)) { pOS_CloseFile(FH); } ... } Ausgabe im Debug-Window: Current: Task=0x7276170 Name=ShowDebug Error: |pOS_OpenFile| {rp const CHAR*} var: |name| = 0x0 Das Motto: bessere Software durch besseres Debugging, volle Leistung nach Abschluß der Applikations-Entwicklung! Der Programmierer wird bereits vom Kernel bestens unterstützt, was die Qualität der Software steigern soll, bzw. die Entwicklungszeit bedeutend reduziert. Andere OS gehen den anderen, uneffektiveren Weg: * sichere Laufzeit durch umfangreiche Crash-Protection, die Konsequenz: * mehr Overhead: * Laufzeit-Geschwindigkeitsverlust * mehr Rechenleistungs-Bedarf * höhere Memoryanforderungen Sollten Ihnen diese Fakten zusagen, können Sie sich das Entwicklerprogramm EpOS einmal näher betrachten (beiliegend oder erh. bei proDAD)." Fazit: ProDad möchte mit pOS ein hardwareunabhängiges, AMIGA-OS ähnliches Betriebssystem auf den Markt bringen. Ein unter pOS geschriebenes Programm soll auf allen Plattformen lauffähig sein, auf denen das Betriebssystem existiert (Portierungen sind u.a. für den PPC-AMIGA [A\Box] und IBM- kompatible PCs geplant). Die Auswahl des geeignetsten Computers hängt also allein von den benötigten Fähigkeiten ab - eine Textverarbeitung würde man auf einem Intel-basierenden Rechner ablaufen lassen, für Multimedia-Anwendungen wäre die PowerPC-CPU die beste Wahl. Für uns AMIGA-Anwender bedeutet pOS zunächst einmal einen kleinen Rückschritt: Das Betriebssystem ist nicht hundertprozentig AMIGA kompatibel. Laut ProDad soll jedoch die Konvertierung von AMIGA-OS-Programmen nach pOS für den Programmierer sehr einfach sein. Trotzdem hat dieser Punkt einen Schönheitsfehler: Wenn eine Software nicht auf pOS umgesetzt wird (z.B. weil der Programmierer die Entwicklung eingestellt hat), hilft alles nichts, es muß ein AMIGA kompatibles OS (bzw. eine AMIGA-Emulation) benutzt werden. Für uns AMIGA-Anwender stellt sich diese Problematik derzeit nicht - besitzen wir doch alle das AMIGA OS. Aber mit Blick auf die A\Box ist festzustellen: Phase 5 muß sich etwas einfallen lassen. Entweder muß zu diesem Rechner ein AMIGA-OS-3.1 kompatibles Betriebssystem mitgeliefert werden, oder die vielen existierenden AMIGA-Programme müssen sich über eine entsprechende Emulation verwenden lassen. Die "alten" AMIGA-Anwender dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden - schon allein nicht wegen des riesigen Fundus an qualitativ hochwertiger AMIGA-Software. d) Hintergrund: Fusion von AMIGA-Magazin und AMIGA-Games In der Dezember-Ausgabe der AMIGA-Games wurden die Leser darüber informiert, daß das Spiele-Magazin (und damit natürlich auch die AMIGA-Fun) als eigenständiges Heft eingestellt und ab Januar als 32-seitiger Spieleteil im AMIGA-Magazin erscheinen wird. In der Januar-Ausgabe des AMIGA-Magazins wurde die Neuerung bereits auf der Titelseite angekündigt: "Neu! Ab sofort mit AMIGA-Games - großer Spieleteil" stand da zu lesen. Der Spieleteil ist quasi ein Magazin im Magazin, man kann ihn ausheften und getrennt aufbewahren. Am Layout der AMIGA- Games hat sich nichts geändert, auch sind ein Inhaltsverzeichnis, eine Vorschau auf die nächste Ausgabe und ein eigenes Impressum vorhanden - die AMIGA-Games wird nach wie vor im Computec-Verlag produziert, während der andere Teil des AMIGA-Magazins weiterhin vom MagnaMedia- Verlag hergestellt wird. Die meisten Rubriken sind erhalten geblieben (wenn auch in geringerem Umfang), lediglich die Anwenderecke von Andreas Magerl und (für einen Monat) die Kleinanzeigen mußten zugunsten ähnlicher Rubriken im anderen Teil des AMIGA- Magazins weichen. Fazit: Nach dem Niedergang beider deutscher AMIGA- Spielezeitschriften innerhalb von wenigen Monaten stellt sich die Frage: Ist der AMIGA-Spielemarkt am Ende? Es ist kein Geheimnis, daß Nur-Spieler in den letzten Jahren nach und nach auf Windows-PCs und Konsolen umgestiegen sind, und die Auflage und Seitenstärke der AMIGA-Spiele-Magazine immer weiter sank. Eine "AMIGA-Spiele-Schwemme" ist in der nächsten Zeit nicht zu erwarten. Zwar gibt es noch eine relativ lange Liste von Ankündigungen, es muß dabei aber auch berücksichtigt werden, daß die aufgeführten Spiele innerhalb eines Zeitraums von vielen Monaten auf den Markt gebracht werden sollen, und wohl auch nicht jedes in Deutschland erscheinen wird. Ebenso ist es denkbar, daß sich weitere Spiele-Hersteller vom AMIGA-Markt zurückziehen und angekündigte Projekte nicht mehr in die Tat umsetzen. Zwar wird es auch in Zukunft noch einige engagierte Hersteller von AMIGA-Spielen geben, wozu sicherlich Clickboom und Team 17 gehören werden, aber eine Besserung der Situation für Spieler ist nicht in Sicht. Selbst wenn Phase 5 in Kürze die PowerUp-Karten und danach die A\Box auf den Markt bringt, so sind diese Produkte ganz eindeutig dem professionellen Bereich zuzuordnen - eine Stärkung des Spiele-Marktes wird dadurch kaum zu verzeichnen sein. Und auch wenn in absehbarer Zeit ein preiswertes und zugleich leistungsfähiges AMIGA-System erhältlich ist, wie das z.B. von Phase 5 angestrebt wird (Stichwort: Low-End-A\Box für weniger als 1500 DM), muß dies noch nicht unbedingt eine neue Spiele-Welle auslösen. Denn dafür haben sich schon zu sehr der Wintel-PC und die Konsolen (v.a. Playstation) als Spiele-Systeme im Heim- Bereich etabliert. Wenn nicht ständig eine große Zahl an Super-Spielen erscheint, werden abgewanderte Spieler kaum zum AMIGA-System zurückkehren. Solange die Zahl der Spieler jedoch nicht zunimmt, werden sich auch keine weiteren Hersteller dazu entschließen, für das AMIGA-System viele qualitativ hochwertige Spiele zu produzieren - ein Kreislauf, der nur schwer zu durchbrechen ist. Übrigens: Zu dem Schritt, zwei Zeitschriften zusammenzulegen, wurde im Computerbereich schon mehrmals gegriffen, wenn die "Luft knapp wurde". So war es beim Niedergang des Atari-Systems, und auch zeitgleich mit der Einstellung der AMIGA-Games gab es ein weiteres Opfer: Das Mac-Magazin und die Mac-Easy fusionierten kürzlich, um den sinkenden Leserzahlen entgegenzuwirken. e) Kurz & bündig 1. Computer '96 in "Neues... die Computershow" Nicht nur in der AMIGA-Gemeinde hat sich herumgesprochen, daß eine Zeitenwende vor der Tür steht, auch Neues... die Computershow von 3sat ist auf die derzeitigen Aktivitäten verschiedener AMIGA-Firmen aufmerksam geworden: In der Sendung vom 7. Dezember wurden u.a. das PowerUp-Projekt, die Planungen zur A\Box und das neue Betriebssystem pOS vorgestellt. Ebenso war ein Interview mit Petro Tyschtschenko zu sehen. Auch auf der Internetseite zu dieser "Neues..."-Ausgabe wurde eine entsprechende AMIGA-Bilanz gezogen: "Und glauben Sie uns - er lebt!!". Mittlerweile sind unter http://www.3sat.com/nfinfdez.htm auch Informationen zu den vorgestellten AMIGA-Produkten im einzelnen abrufbar. 2. AMIGA Magic in McDonald's-Kinonews zu gewinnen In der letzten Ausgabe des McDonald's-Kinonews-Magazins gab es im Rahmen eines Musik-Wettbewerbs neben anderen Preisen auch ein AMIGA-Magic-Paket zu gewinnen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob dieser Preis von AMIGA Technologies i.K. oder einem anderen Unternehmen gestiftet wurde. 3. Delfina-DSP-Karte erhältlich Seit wenigen Wochen ist die Delfina-DSP-Karte für Zorro- AMIGAs offiziell erhältlich und kann direkt bei Petsoff / Finnland bezogen werden. Durch den mit 40 MHz getakteten Digitalen Signal-Prozessor (DSP) werden 16 bit- Effektgenerierungen in Echtzeit möglich. Die Karte wird bereits von mindestens einem AMIGA-Programm unterstützt, dem Audio Hardware Device (zu finden im Aminet). Ob es für das nicht ganz billige Produkt einen deutschen Distributor geben wird, ist noch nicht bekannt. 4. Blittersoft kündigt Software-Pentium-Emulator PCx an Die Softwareschmiede Blittersoft hat einen Pentium-Emulator für 68K-AMIGAs auf Softwarebasis angekündigt. Es werden sowohl die Pentium- und 686-Befehle als auch die undokumentierten P5-Befehle unterstützt. Die Geschwindigkeit von Windows z.B. soll mit PCx, so der Name des Produkts, dreimal höher sein als mit Emplants e586DX-Emulation. Unter MS-DOS soll PCx mehr als 50 Prozent schneller sein. Der Emulator ist auf allen AMIGAs mit 68020- oder höherem Prozessor lauffähig. Der Endkundenpreis beträgt in Europa £ 49.95 und in den USA und Kanada $ 59.95. Für Emplant-Kunden gibt es ein Cross- Update zum halben Preis. Eine Demo-Version ist auf der Internetseite http://blittersoft.wildnet.co.uk/pcx.htm oder gegen Diskette und Rückporto bei mir (Adresse oben) erhältlich. 5. PC Communications bietet PCMCIA-ATAPI-Kit an / 120-MB-Floppy für AMIGA im Gespräch Auch die Firma PC Communications aus Hong Kong bietet jetzt einen Adapter an, um ATAPI-CD-ROM-Laufwerke an der PCMCIA- Schnittstelle der A 1200 und 600 anzuschließen. Unterstützt werden 2x - 12x-Laufwerke. Das Unternehmen erwägt außerdem, eine Art Diskettenlaufwerk mit 120 MB Speicherkapazität pro Medium für den AMIGA auf den Markt zu bringen, wenn genügend Interesse besteht. Anfragen sollen an http://eExpert.com/pcom-hk/pc_mail.htm geschickt werden. 6. Neue Version von AWeb erhältlich Ab sofort ist der bekannte WWW-Browser in der Version 2.1 erhältlich. Im Aminet (oder bei mir gegen Diskette und Rückporto) ist eine eingeschränkte Demo-Version erhältlich. Zu den Neuerungen zählt u.a. die HTML3.2-Unterstützung. Das Update ist kostenlos. 7. MagnaMedia-Verlag kommt nicht in die Gewinnzone Das Ziel, 1996 wieder in die Gewinnzone zu kommen, hat der MagnaMedia-Verlag nach eigenen Angaben nicht erreicht. Gründe seien "marktbedingte Umsatzrückgänge" beim AMIGA- Magazin und "erhebliche Investitionen" in die Power-Play. Fazit: Der MagnaMedia-Verlag macht es sich in der Begründung der Verluste sehr leicht. Unbestritten sind die Leserzahlen des AMIGA-Magazins rückläufig, was auch - aber nicht nur - auf die derzeitige Marktsituation zurückzuführen ist. Denn es wurde ein weiterer entscheidender Faktor verschwiegen: Die fest angestellten Redakteure der MagnaMedia-Zeitschriften unterliegen einer Art Rotations- oder besser Aufstiegsprinzip: Nach und nach wechseln die Redakteure zur Zeitschrift mit den nächst höheren Verkaufs- bzw. Erfolgszahlen: Vom 64'er-Magazin zum AMIGA-Magazin und vom AMIGA-Magazin zur PC-Go. Daß dies nicht gerade zu einer besseren Fachkenntnis beim AMIGA-Magazin führt, dürfte einleuchtend sein. Ein kleiner Vergleich: Heute arbeitet nur noch ein Redakteur beim AMIGA-Magazin, der auch schon vor 3 1/2 Jahren dort tätig war. Der Chefredakteur hat in dieser Zeit zwei Mal gewechselt - stillschweigend, als wäre das für die Leserschaft ohne Bedeutung. Die Redaktion der AMIGA-Plus hat sich dagegen während dieser Zeit wesentlich weniger stark verändert. Wohl nicht ohne Grund ist die durchschnittliche Seitenzahl des AMIGA-Magazins innerhalb der letzten drei Jahre um etwa 80 Seiten gesunken, die der AMIGA-Plus dagegen nur um ca. 20 Seiten. Im Moment können beide Zeitschriften mit durchschnittlich 116 Seiten aufwarten. (Übrigens: Die Cover-Disk der AMIGA-Plus 2/97 wird einen ganz besonderen Leckerbissen beinhalten: Die Vollversion von Personal Paint 6.4!) 8. Gewinneinbruch bei Motorola Der Gewinn des Prozessorherstellers ist nach eigenen Angaben um die Hälfte gesunken. Dies läge vor allem an den sinkenden Macintosh-Verkaufszahlen und am Wegfall der AMIGA- Produktion. Laut Motorola würde man es sehr begrüßen, wenn es endlich wieder zu einem starken AMIGA-Markt käme. 9. Neues vom PC-Joker Der PC-Joker versucht offenbar, mit einem außerordentlichen Preis-/Leistungsverhältnis neue Käufer zu finden: Für weniger als 8 DM bekommt der Käufer monatlich ein Heft mit CD-ROM, auf der sich u.a. mindestens eine Spiele- Vollversion befindet. In der Januar-Ausgabe handelt es sich um Battle Isle 2, auf der CD der Februar-Ausgabe sollen sich sogar drei Spiele-Vollversionen befinden! Die Auflage des neuen PC-Joker Heft & Spiel wurde übrigens von 100.000 auf 250.000 Exemplare erhöht. Fazit: Wer das beschönigende Vorwort "zwischen den Zeilen liest", erfährt, wie schlecht es um den Verlag bzw. die Zeitschrift - denn um mehr handelt es sich ja nicht - steht: Dort wird offen zugegeben, daß man die übrigen Zeitschriften (AMIGA- Joker, Online Kompakt und Insider) eingestellt hat, um genügend Ressourcen freizumachen. Auch seien umfangreiche Verhandlungen mit der Bank geführt worden. Im übrigen mußte der Verlag in ein vergleichsweise kleines Büro in 85598 Baldham umziehen und leitet nun von dort aus die Geschicke des PC-Jokers. Für mich erscheint die drastische Auflagenerhöhung wie ein Alles-oder-nichts-Spiel. Entweder steigt der Absatz wirklich enorm an, so daß der PC-Joker wohl vorerst überleben könnte, oder aber der Verlag hat sich verrechnet. Dann allerdings würde ein baldiger Konkurs immer wahrscheinlicher. 10. Neue Anti-Wintel-Usergroup gegründet Kürzlich hat sich unter dem Namen "Convergence International" eine neue Usergroup für Non-Wintel-Computer formiert. Die Gruppe will u.a. die Anwender der alternativen Systeme unterstützen, die Interkompatibilität zwischen den Systemen vorantreiben und die Non-Wintel-Plattformen insgesamt stärken. Unterstützt werden folgende Systeme: Acorn, AMIGA, Apple, ARM, BeBox, NCs, Pios, PowerPC, Psion, STBs. Für die Kontaktaufnahme gibt es folgende Möglichkeiten: WWW http://www.parabbs.demon.co.uk/convergence/ E-Mail convergence@rocket.demon.co.uk Adresse Convergence International 49, St Gilberts Road Bourne Lincs PE10 9XD United Kingdom (Bitte SASE für Antwort beifügen) IRC #Converge (EFnet), sonntags & mittwochs (22.00 MEZ) 11. Neue GIF-Richtlinien in Kraft Unisys hat seine GIF-Politik geändert: So müssen nun auch die Programmierer von FD- (freely distributable) -Software eine Lizenz erwerben, außer es handelt sich um eine "wohltätige Organisation". Shareware-Programme müssen zwei Einschränkungen besitzen: Die GIF-Komponente darf erst in der registrierten Version verwendbar sein UND das unregistrierte Programm muß sich nach 30 Tagen selbst unbrauchbar machen. Das große WWW-Konzil W3C hat daraufhin das PNG-Format zum neuen Grafikstandard gewählt. Ursprünglich als Ersatz für GIF gedacht, besitzt es demgegenüber mittlerweile eine Reihe von Vorteilen: So sind PNG-Dateien um etwa 30 Prozent kleiner und können sowohl Bild-Informationen als auch Text enthalten. f) AMIGA-Händlerverzeichnis (zum letzten Mal) Mein Ziel war es, ein Verzeichnis von Händlern zu erstellen, die bei den NoCover-Lesern als "empfehlenswert" angesehen sind. Leider ist die Beteiligung (trotz einiger positiver Ausnahmen) mehr als dürftig. Deshalb ist die Rubrik das letzte Mal in AMIGA aktuell zu finden (mehr dazu im Vorwort). Empfehlenswerte Händler (nach Postleitzahl geordnet): 31785: G & B AMIGA Shop, Kaiserstr. 43, 31785 Hameln, Tel. 05151/54790, Fax 05151/54791 47167: AMIGATeam Milinski & Sauder, Gartenstr. 54, 47167 Duisburg, Tel. 0203/510995, Fax 0203/512380 g) Zum Schluß - das Nachwort Mit der letzten und dieser Ausgabe von AMIGA aktuell dürfte jeder Leser mit ausreichenden Informationen über die "Next- Generation"-Projekte von Phase 5 und ProDad ausgestattet worden sein. In den letzten Wochen ist leider teilweise ziemlicher Unsinn dazu geschrieben worden - auch in der NoCover. Ich will keine Beispiele nennen, hoffe jedoch, daß die drei Erklärungen über PowerUp, A\Box und pOS zu mehr Klarheit geführt haben. Bis zur Februar-Ausgabe, Carsten Schröder