ðððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððð Erfahrungsbericht: WINNER Floppy-Changer Hardware-Test: ðððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððððð Wer sich einen der neuen A1200 von Amiga Technologies gekauft hat, wird ziemlich bald festgestellt haben, daß die dort verwendeten Laufwerke in manchen Fällen nicht mehr ganz kompatibel zu denen aus Commodore-Zeiten sind. Viele bekannte Diskettenspiele (wie z.B. Fears oder Aladdin), Demos und auch das Kopierprogramm XCopy versagten den Dienst. Doch da sich seitens AT außer Schuldabweisungen nichts tat, wurde von anderer Seite "The Real Floppy Fix" entwickelt. Für knapp 50,- DM sollte man in den vollen Genuß des 1200ers gelangen, und der Einbau wurde auch als Bakatelle angegeben. »...nur 8 Schrauben lösen. Komplette Umbauzeit ca. 3 Minuten« Wir haben eine spezielle Ausführung von Vesalia, den WINNER Floppy-Changer getestet, welcher für nur 29,- DM angeboten wird. Ob sich der Kauf lohnt, wie kompliziert der Einbau ist und ob die Vesalia- Version gleichwertig mit dessen Konkurrenz ist, sollte dieser Test verraten. Die Hardware setzt sich aus zwei Leiterplatten zusammen, welche mit einem Draht miteinander verbunden sind. Beigefügt ist eine sehr spärlich ausgefallene, für Neulinge in diesem Bereich (wie mich) ziemlich komplizierte Anleitung auf einem einzigen Blatt Papier und ohne irgendein Bild. Und damit wären wir schon bei der ersten Differenz zwischen den beiden "Wandlern", die "The Real Floppy Fix" zugehörige Anleitung soll schon wesentlich ausführlicher sein. Nachdem man durch Entfernung der fünf Gehäuseschrauben des Rechners Innereien zu Gesicht bekommt, müssen drei Stecker allein der Tastatur wegen entriegelt werden. Brav der Anleitung folgend suchten wir nun zehn Minuten lang nach einer in der Mitte des Abschirmblechsbefindlichen Blechabdeckung, welche, wie wir durch Zufall in diversen Amiga-Magazin-Ausgaben erfuhren, aufgrund der eingebauten Festplatte überhaupt nicht mehr vorhanden ist. Als die erste Schwierigkeit also überwunden war, hatten wir die Verbindung des Diskettenlaufwerkes zum Motherboard zu lösen und das Hauptstück des Floppy- changers dazwischenzuquetschen. Als nächstes mußte die IC-Fassung, das zweite Teil des Floppy-Changers, auf den CIA-Baustein 8520 gesetzt werden. Doch daß eine ca. 5mm große Fassung nicht durch eine ca. 2,5mm große Lücke, die das Abschirmblech bis zum Gehäuseboden läßt, paßt, weiß selbst Adam Riese. Aber tröstender Weise wußte die Bedienungsanleitung hierzu ja einen Ausweg. Diesen befolgend bogen wir das Blech also gewaltsam nach oben, so daß die Fassung durchpasste. Wir konnten zwar mit viel Mühe die IC-Fassung in die entstandene Lücke befördern, doch ein festes Andrücken an der richtigen Stelle (über dem CIA-Baustein 8520) war schier unmöglich. Also blieb uns nichts anderes übrig, als die komplette Gehäuseabdeckung zu entfernen, was mit sich brachte, daß wir das Diskettenlaufwerk ausbauen mußten und wieder einige Scharauben, neun Blechzungen und sämtliche Kabel zu lösen hatten. Doch noch immer ließ sich die Fassung nicht auf den 8520 (auch als U7 bezeichnet) befördern. Zwar paßte es größenmäßig, doch "wackelte" es noch besorgniserregend stark. Und daß sich »hierbei das Fassungsinnenteil von selbst lösen sollte«, haben wir auch nicht feststellen können (mal abgesehen davon, daß wir überhaupt nicht wußten, was das bedeuten sollte). Gutgläubig dachten wir mal, »des ghört so« (Nein, das war kein Zitat aus der Bedienungsanleitung!) und machten uns daran, den Compi wieder zusammenzubasteln. Gar nicht so einfach, wenn einem beim anfänglichen Öffnen erst einmal eine Festplatte entgegengeschossen kam und uns ein von selbst herausgesprungenes Tastatur-Flachbandkabel begrüßte. Nicht zu vergessen ist, daß während unserer Arbeiten eine Metallfederung -befestigt auf dem Gehäuse des Disk-Drives durch zufälliges Berühren abgefallen war und an der gleichen Stelle wieder angeklebt werden mußte (seitdem stank alles nach gräßlichem Zwei-Komponenten-Kleber (und das bedeutet nach FISCH! 8-§ ). Und bezüglich des zur Tastatur führenden Flachbandkabels bemühten wir uns, es mit brachialer Gewalt wenigstens soweit reinzustecken, daß es immerhin nicht von alleine abfiel. Wie wir im Nachhinein in Erfahrung brachten,hätte man nur den Steckerverbinder auf der Tastatur etwas nach oben (in Richtung Himmel!) ziehen müssen, aber wer sagt das einem schon. Na immerhin hatten wir nach eineinhalb Stunden den Rechner wieder zusammengeschraubt vor uns stehen! Zwar gab es einige Spannungen in dem Gehäuse, doch mit Gewalt lassen sich bekanntlich alle Schrauben schließen. Beim Einschalten erlebten wir nun den ersten Schock. Statt daß eine fein säuberliche Workbench auf dem Bildschirm aufblitzte, blinkte nur die LED verrückt und sonst tat sich gar nichts. Doch das lag, wie wir bei erneutem Aufschrauben feststellten, ausschließlich an dem nicht tief genug befestigten Tastatur-Folienkabel. Den Rechner danach wieder angeschaltet und uns schon auf eine Partie Lemmings freuend mußten wir jedoch feststellen, daß sofort nach Einschalten des Rechners die Floppy-LED dauer-brannte, was sich auch danach auch nicht mehr ändern wollte. Und daß sie nicht ansprechbar war, klang natürlich auch nicht so besonders doll. Also nochmals mehr als acht Schrauben lösen, mindestens sieben Kabel entfernen, an neun Stellen beordern, daß einem eine Blechzunge herausgestreckt wird, wiederum die Blechabdeckung abnehmen, den Floppy-Changer entfernen und den Rechner wieder Zuschließen. Natürlich wieder mit Hoffen-daß-Festplatte-nicht-herausfällt und einem verbitterten Kampf um eine standhafte Verbindung zwischen Tastatur und Motherboard. Nun endgültig -in der Hoffnung, daß der Amiga nach vier Stunden wenigstens ohne Floppy-Changer noch Dienst tut den Rechner wieder angeschlossen. Doch was geschah? Wer zufällig jemanden kennt, der Murphy heißt, der könnte es euch sagen. Natürlich funktionierte ohne den Changer GAR NICHTS. Anstatt des (vorübergehend eingestellten) Begrüßungs-Rülps der WB, war ausschließlich ein kleines, hohes Pfeifen zu hören. Und auch nach Wiederauf- und Wiederzuschrauben mühte sich die Festplatte keineswegs, in irgendeiner Weise anzuspringen. Nachdem einige Tage vergangen waren, in denen man den Amiga insofern vermißte, daß man nicht das Musik-Modul "Amiga-Hass" abspielen konnte, fand sich dann ein Fachmann, der sich bereiterklärte, sich das Gerät mal unter die Lupe zu nehmen. Dieser baute (natürlich in etwas schneller Geschwindigkeit (aber ebenfalls bei weitem nicht in drei Minuten) den Amiga dann schnell nochmal auseinander und mit Floppy-Changer wieder zusammen. Und siehe da: Obwohl auch Teile der Anleitung nicht so recht zu verstehen vermochte, lief nach seinem Eingriff der Computer wieder! Und zwar inklusive Floppy Changer. Fazit: Wer sich viel mit Diskettenspielen befaßt und auch XCopy am neuen A1200 nutzen will, für den ist der Floppy-Changer ein Muß. Natürlich wird es in den wenigsten Fällen (wie hier beschrieben) länger als sechs Stunden dauern und auch nicht mehrere Tage Systemausfall bedeuten, doch Vesalia hat den Lockruf »Nur 8 Schrauben lösen. Komplette Umbauzeit ca. 3 Minuten« sicherlich nicht umsonst in seiner aktuellen diesbezogenen Werbung komplett gestrichen. Nach drei Minuten hatte ich gerade mal die Anleitung überflogen (und doch nicht kapiert) und war auf der Suche nach einem passenden Schraubenzieher. In der Bilanz ist der (billigere) WINNER Floppy-Changer (so glaube ich doch) "The Real Floppy Fix" gar nichts hinterher. Lediglich die Anleitung ist dort etwas anwenderfreundlicher und einfacher zu kapieren. Wer Probleme damit haben sollte, dem ist der AMag-Artickel zu diesem Thema in Ausgabe 8/96 sicherlich auch eine kleine Hilfe. Der Umbau soll diesem zu Folge bei "The Real Floppy Fix" sogar noch komplizierter gewesen sein, da dort eine Kante der kleineren Leiterplatte abgetrennt werden mußte. Ein Testprogramm zur Überprüfung auf die Funktionsuntüchtigkeit fehlt bei beiden Varianten. Das Probeexemplar wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt (es ging um SEINEN Compi) von STEVEN MC ALLISTER, welcher außerdem bei den Umbauarbeiten behilflich war (was bedeutet, daß ich ihm helfen mußte...) :-) Chrismän