MUSIC CONSTRUCTION _ Liesmich (Deutsch von Friedrich Schultz) Der folgende Text stammt von Jimmy Clytch, der Anfang 1991 die der reinen Computermusik verschworenen Gruppe MUSIC SYSTEM neu gegründet hat, nach- dem er nach einem Achtungserfolg Anfang der achtziger Jahre mit CON- STRUCTION PLANT und schließlich mit der Gruppe UNDER CONSTRUCTION dermaßen Schiffbruch erlitten hatte, daß er sich die letzten fünf Jahre in Chicago als Börsenmanager verdingen mußte, um die Schulden abzuarbeiten. Kaum jemand hätte wohl geglaubt, daß er sich jemals wieder in dieser harten und aufreibenden Szene blicken ließe - aber: hier he comes agane. Er hat mich gebeten, seinen Text für das hier vorliegende, speziell für die großartige AMIGA VICE Serie zusammengestellte Demo zu übersetzen. Da ich aber aufgrund meiner griechisch/lateinisch geprägten Schulbildung des Englischen nicht so mächtig bin, hier nur eine kurze Zusammenfassung. Den Anfang sollten Sie am Besten gleich überspringen - es handelt sich um reine Werbung. Sodann ist die Rede vom Start des Player-Menues (das ich übrigens selbst geschrieben habe) und das komfortablerweise gleich die ganzen Musikdaten in die RAM-Disk kopiert, was etwa zwei Minuten dauert und 700 KB an Speicher braucht. Das Programm läuft auch mit weniger Spei- cher (falls schon das Stroh drin gelagert ist und die Kuh danebensteht), verliert dann allerdings den Komfort. Ansonsten erklärt sich das Programm ja von selbst. Sollte es garnicht funktionieren, was ja immer mal passiert, so gehen Sie einfach in die Workbench (dazu brauchen Sie noch nicht mal mit AMIGA VICE zu booten) und klicken in der Module-Schublade den ent- sprechenden Song an, stellen Ihre Sterero-Anlage auf volle Kanne und schon kommen Sie in den Genuß unverhoffter anregender Dialoge mit Ihren Nachbarn. HOT_DRIVE, MINO_DANCE and DELEASE sind einfache Disco-Songs, das ist wahr, aber was Jim da zu WOODBLOC zu sagen hat, ist mir erstens gänzlich unver- ständlich und zweitens schleierhaft. Vor allem weiß doch jeder, daß SONY und PHILIPS mit ihren Tape-Playern im Andromeda-System keinerlei Marktan- teile besitzen und daß, wenn die Bänder wirklich gestohlen worden wären, sie dort niemand hören könnte, da die Zrzql-tsh-3-Norm aus unseren guten alten Compactkassetten bestenfalls Apfelmus macht. Ich glaube eher, daß es sich da wieder einmal um einen von Jims faulen Public-Relation-Tricks handelt. Die kunstbesessenen Andromedians hatten das Schweizer Messer natürlich gebraucht, um einige Halme des Roggenfeldes - quasi als letzten Schliff - noch um ein paar Millimeter umzulegen. Beispiele dazu können Sie im Standardwerk "Kreisrunde Zeichen" von Delgado und Andrews (Zwei- tausendeins-Verlag 1990) auf den Seiten 139-144 finden. Noch schlimmer ist wohl Jims Anmerkung zu SNAPP7. Ist ja nett, daß er das Stück bei Nacht komponierte, während im Fernseher bei CNN der Krieg stattfand. Aber was hat das denn bitteschön mit dieser Musik zu tun ? Derartig verklemmte politische Kommentare sollte uns der Gute doch lie- ber ersparen. Und dann kein Wort zu der etwas seltsamen Struktur dieses immerhin 7:47 Minuten langen Songs. Und wer ist denn eigentlich Husky ? Wir (das heißt Walf, mein wirklich süßer Hof- und Garagenhund und ich) hoffen dringend, daß dieses Problem in der nächsten Folge geklärt wird. Bis dahin möchte ich Sie noch mit einem kurzen Zitat aus dem kürzlich erschienen GOLF-Journal der TAZ vertrösten, das meiner Meinung nach die Lage prägnanter und besser beschreibt, als es mein Freund Jim jemals formulieren könnte (Seite 3): << Als hätte es nie die Kunst der Diplomatie gegeben, werden alle Kriegsvermeidungsstrategien über den Haufen geworfen, die ge- waltsame Durchsetzung eines völkerrechtlichen Anspruchs wird als höchste Stufe der Aufklärung ausgegeben.Als hätte es nie eine bürgerliche Öffentlichkeit gegeben, werden Zehntausende Tote, Hunderttausende Verletzte und Obdachlose, Millionen Flüchtlinge systematisch weggeleugnet. Im Zeitalter einer weltweiten Medientransparenz, die Kulturen erschüttert und Regierungen stürzt, bewirkt eine beinahe totale Medienzensur, daß wir über die Panzerschlachten des Februar 1991 weniger wissen als über die Siegeszüge Alexanders des Großen. Mit Hilfe der Zensur gelang General Schwarzkopf bei der westli- chen Öffentlichkeit das, was er bei den Irakern durch die Zerstö- rung ihrer militärischen Kommunikationsstruktur erreichte: sie "blind zu machen". Niemals zuvor war die globale Vernetzung so groß, waren entfernte Regionen so nahe, die Live-Schaltungen so perfekt und dennoch das Publikum so wenig "im Bilde" wie wäh- rend dieses Golfkrieges. Ein vorgeschobenes Sicherheitsinteresse bverwandelt die blutige Realität der Operation "Wüstensturm" in klinisch saubere High-Tech-Angriffe, die Fernsehzuschauer erleben den Raketenabschuß aus der Cockpitperspektive. Die abstrakte Optik der Video-Clips macht aus Mördern Helden. Denn das Ab- strakte läßt kühl, nur das Individuell Verstandene macht, daß man außer sich gerät. >> MUSIC CONSTRUCTION _ Readme (by Jimmy Clytch) This is a compilation of five music tracks composed by Jimmy Clytch in collaboration with the band MUSIC SYSTEM. These are short Demo Versions (total playing time now 16:31 min). The whole will be available soon as LP/MC/CD 395 293-1. Final mix using Atari TT, Roland V300, Aiwa TX 734, Sony Pro 44 DAT. Amiga Version assembled with FTM (Face the Music), THE music editor for the Amiga. All songs are fully synthetic, except WOODBLOC which was recorded live in Paris, 1979. After starting the player, the program will try to shovle all data including the C-directory into ram-disk. This is due to a more comfortable selection of the pieces during playtime and will take two minutes. If you happen to have an Amiga with less than 700 kB of free memory you might not be able to archive this, but the programm will play anyway (hope- fully). If it comes to the worst you can still switch to the Workbench, open the Module-drawer and click the icons by hand. The player itself is written using THE DIRECTOR. Thanks to Friedrich Schultz for undertaking the effort of writing and drawing the nice menu. HOT_DRIVE, MINO_DANCE and DELEASE are simple disco songs without any vocal tracks yet. MINO_DANCE uses C-minor chords which might be disgusting for some listeners. Don't worry - you still can use the disk as a good frisbee in your backyard. In DELEASE the rhythmic structure somehow ran out of control and never came back again and - I suppose - it WILL never come back. WOODBLOC will sound kind of old-fashioned to you and really: it is. Played at the legendary but still desastrous VersLeSoleil-concert in Paris, Oct. 12th 1979 at La Salle de deGaulle by the then so-called group CONSTRUCTION PLANT. ROBBING CRISTLE, PAIR UBE and the UNNYMOON KILLERS were with them. Great times these times. We sourly regret that most tapes from this concert were lost in that tragic car accident, when our van crashed into object TH-8975.322 which was drawing another circle in a rye field outside Nancy, France that night. Nothing serious happened to the driver Frank Whitney, accept he remembered having spent the night with Spiderwoman. That must be a joke since we all know that this girl had died at a serious lack of attention in Hollywood 1932. Anyway - the tapes and a swiss army knife from underneath Frank's seat disappeared and probably now circulate in the Andromeda System, somewhere between Alpha Markab and Beta Scheat. Let me finish the story by affirming that this excellent and unique piece had been saved just because Frank had played the tape to his girlfriend Lauranne in Nykobing, Denmark via phone just before leaving Paris. Thanks to Eddie Dumb, drums, Thomas Hartlaub, woodbloc, Anette Smyrnjic, egitar, Gino Varese, electric violin, La Choire Eccentrique de Reims, and not to forget me, the bass player. We all have had a great time these days... Now Gino sold his violin, Thomas is driving taxi and Anette married a Canadian oil engineer. But the show must go on. SNAPP7 is a new piece, created at night watching CNN during the Gulf war in Febrary 91. This song is dedicated to whatever causes these kinds of war between the capitalist world and the third world. We are so terribly in fear of losing our hereditary markets that we need to carefully watchout for any starving despotic countries trying to gain power. The song consists of ten small parts which can seperately be edited by the player programme if you like. This is -in fact- the reason why I decided to let the player work with the ram-disk. Otherwise you will not enjoy immedi- ate action - the disk operation simply takes too long. Have fun, Jim.