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Zucht des Surinam-Perlfisches

Geophagus surinamensis


Die Zuchttiere

Aus einem Bestand von 2,2 Wildfängen bildet sich nach über zwei Jahren das Zuchtpaar heraus. Die Größe beträgt 20cm bzw. 17cm beim Weibchen. Das Männchen besitzt auffällig verlängerte Flossenspitzen.

Das Becken

Ein 210l Vollglasaquarium mit 120cm Seitenlänge. Die Wasserwerte: T=27grdC, pH=7, GH=14, KH=3.
Die Einrichtung: große Sand- und Lavasteine, eine Moorkienwurzel, Kies-Sand-Gemisch; die Einrichtung ist sehr stark veralgt.
Technik: Luftausströmer, gelegentlich wird eine alte Turbelle 1000 mit Wattefüllung eingesetzt, 40W Tageslichtröhre, Morgensonne (tolle Technik ;)
Mitbewohner: 1,1 G.surinamensis(15cm), 0,1 G.cf.surinamensis(13cm), 0,0,3 Panaque spec., 0,0,1 Pseudogastromycon spec.

Zucht

Tag X: Das Paar laicht in den Morgenstunden ab. In 3 Stunden werden ca. 200 orangegelbe Eier von 2-3mm Durchmesser abgelegt. Das Paar laicht auf einem hügeligen Sandstein, der vorher nur schlampig gesäubert worden ist. Der Gelegedurchmesser beträgt ca. 40cm. Die Eier haften schlecht und fallen zum Teil herunter. Der Brutbereich wird -für Geophagus-Verhältnisse- intensiv verteidigt: die sehr gutmütigen Tiere bringen es tatsächlich fertig, 8cm-Welse zu vertreiben! Früh am Nachmittag beginnt die Eiaufnahme. Sehr bedächtig natürlich, praktisch jedes aufgenommene Ei wird individüll einsortiert. Gegen Abend ist aufgrund dieser zeitraubenden Massnahme erst die Hälfte des Geleges aufgenommen worden. Die dreistesten Mitbewohner konnten in den verstrichenen Stunden bereits den Laich probekosten.

1.Tag: Beide Elterntiere kauen, auf dem Substrat befinden sich nur noch wenige Eier, von denen das Männchen hin und wieder noch eines aufnimmt. Der Brutbereich von 40cm Durchmesser wird in der üblichen gutmütigen Weise verteidigt. { Glücklicherweise sind keine Malawibarsche oder Schlimmeres im Becken!}

2.Tag: Wieder Maulbrutpflege der Eltern. Am letzten verbliebenen Ei auf dem Substrat lässt sich die beginnende Embryonalentwiklung beobachten. Bei der Fütterung mit Trockenfutter manövrieren die Elterntiere die Nahrung durch ständiges Umschichten und Herumkaün durch den Mundraum. Während der Nahrungsaufnahme sind die Tiere agressiver als sonst.

3.Tag: Beide Tiere halten sich im Brutrevier auf. Das Weibchen hat z.Z. wohl die meisten Eier. Bei einem Blick ins Maul lässt sich eine dunkle Pigmentierung der Embryonen feststellen. Auf das typische Sandkauen verzichten die Tiere völlig.

6.Tag: Das Männchen brütet hauptamtlich und hat fast den gesamten Anteil des Weibchens mit übernommen. Es stösst das Weibchen öfter in die Flanken, sogar Maulzerren ist zu beobachten; vielleicht soll das Weibchen die Brut übernehmen, damit das Fressen leichter fällt ? Artfremde Mitbewohner werden zunehmend geduldet, ein Brutrevier existiert nicht mehr: die Tiere halten sich an den schon vorher bevorzugten Unter- ständen auf.

8.Tag: Das Weibchen trägt jetzt alle Embryonen; sie tragen noch einen deutlichen erkennbaren Dottersack.

10.Tag: Immer noch das Weibchen mit allem Nachwuchs, das Männchen wird ihm gegenüber zunehmend aggressiver. { Endlich nehme ich den Filter wieder -über Nacht- mit voller Leistung in Betrieb, vorher hatte ich Angst, die Jungen anzusaugen }

12.Tag: Gegen Mittag ist die Anzahl der Jungtiere merklich reduziert, abends sind alle verschwunden und das Weibchen frisst wieder normal. Ein Gefressenwerden der Jungtiere konnte ich nicht beobachten. Das Männchen ist weiterhin agressiv gegenüber dem Weibchen.

Ursachen

keine Ahnung; vermutlich fehlte es den Eltern aber noch an Erfahrung ;)

Zucht

Etwa alle 5-6 Wochen bereiten die Zuchttiere eine neü Eiablage vor. Nach drei erfolglosen Aufzuchten haben sie mittlerweile genügend Erfahrungen gesammelt und kooperieren besser. Die direkten Nahrungskonkurrenten, die pro Tag 20-50 Jungtiere gefressen haben, werden jetzt entfernt, es verbleiben nur noch die Welse im Aquarium.

Aufzucht

1.Tag: Ablaichen der Tiere, sie wirken scheuer als vorher und sind agressiv gegeneinander.

8.Tag: Die Eltern wechseln wie sonst öfter die Brut. Einige Jungtiere werden in entlegene Viertel des Aquariums versprengt. Der Ausströmer mit seiner Strömung übt eine starke Anziehungskraft aus. Vermutlich ist für den Schwimmreflex in die Mundhöhle der Elterntiere auch die Wasserströmung von Bedeutung. Der Filter bleibt ausgeschaltet.

9.Tag: Erste kurze Ausflüge der Jungen. Die Temperatur beträgt 29-30°C. Bei 26°C war das erste Freischwimmen erst nach 11-12 Tagen zu beobachten. Da die Mitbewohner nun fehlen, bringen die Alten die Brut hoffentlich über die Zeit!

12.Tag: Erste Fütterung mit Trockenfutter und Artemia, die sehr gut ankommen ;)

13.-27.Tag: Artemia Fütterung wird beibehalten, täglich werden 10% des Aquarienwassers gegen enthärtetes Wasser ausgetauscht. Die Temperatur beträgt 28°C. Der Filter arbeitet mit sehr geringer Ansaugströmung.

28.Tag: übergang zur Fütterung mit gefrorenen Bosmiden. Die Größe der Jungtiere beträgt jetzt 11-15 mm.

30.Tag: übergang zu Cyclops(gefroren), die gerne gefressen werden.

34.Tag: Das Sandpicken der Jungtiere geht über in echtes Sandkauen (sind eben "Erdfresser" ;-)) Die Größe beträgt maximal 18mm.

36.Tag: Endlich mal wieder Wasserwerte gemessen: pH=7, GH=16°,T=28°, KH nicht gemessen, liegt aber auf jeden Fall über 1°dH.

40.Tag: Die Wassermenge für den Wasserwechsel wird auf 20% angehoben. Im Filtermaterial finde ich vier tote Jungfische, die wohl zu neugierig waren. Die größten Tiere erreichen die 2cm-Marke, die Winzlinge sind erst 12-13mm groß. Verstärkt kann ich eine Zunahme der Flossenfärbung und eine zunehmende Entwicklung irisierender Punkte entdecken. Die Tiere bekommen immer noch Cyclops.

46.Tag: Wieder zwei Jungtiere im Filter. Die Jungen picken jetzt viel an den Alttieren herum, was denen sichtlich unangenehm ist. Die Alttiere, insbesondere das Weibchen, wirken etwas kränklich: Hervorqüllen der Augen und Trübung der Augenhinterseite (Pilz?). Kindererziehung zehrt eben !!-) So langsam verfüttere ich auch ordentlich Trockenfutter, Cyclops sind teuer!

53.Tag: übergang zur Fütterung mit schwarzen Mückenlarven(gefroren), allerdings gibt es hauptsächlich Trockenfutter. Die Tiere sind jetzt maximal 3cm, minimal 1,5cm groß.

54.Tag: Die Alttiere scheinen schon wieder Laichvorbereitungen zu treffen: Das Männchen weist das Weibchen durch Stubsen bei gleichzeitigem Rütteln auf neü Laichplätze hin (auch schon bei Geophagus steindachneri beschrieben), tolle Laichplätze werden sporadisch "angesäubert". Die Temperatur wird auf 26°C gesenkt. Der Wasserwechsel wird auf 30% vergrößert, allerdings wird gleichzeitig das Intervall verlängert (maximal 5 Tage).

Seit einiger Zeit bildet sich Schmieralgen auf dem Fadenalgenrasen, allerdings nur an den hellsten Stellen. Liegt es vielleicht an der zeitweise schwachen Wasserbewegung? Die Turbelle läuft zwar jetzt kräftig, zu Beginn der Aufzucht allerdings nur auf Sparflamme.

56.Tag: Die Elterntiere laichen erneut, abends sind alle Eier vom Weibchen aufgenommen. Nach der Fütterung sind die Eier aber wieder verschwunden !!??

65.Tag: Das Weibchen zeigt deutlich Krankheitszeichen: Schaukeln, Umkippen, Flossenklemmen, Wucherung in der Rückenflosse, an der die Jungtiere auch herumpicken. Die Temperatur beträgt jetzt 25°C.

68.Tag: Die Alttiere werden umgesetzt, zu spät, wie sich herausstellen soll. Der Wasserwechsel wird auf 40% gesteigert.

69.-89.Tag: Wasserwechsel maximal 50%, Zyklus 8 Tage.

93.Tag: Verkauf sämtlicher Jungtiere: 273 Tiere haben es überlebt, ca. 15 Tiere nicht.

FAZIT

Hat man das Glück, daß sich aus einer Jungfischmenge ein harmonierendes Zuchtpaar herausbildet, ist die Aufzucht relativ unproblematisch.

Einige Punkte scheinen mir besonders wichtig zu sein:


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RAPTOR-MAG Ausgabe 2