Hartes Wasser: Wasser, das viel "KALK" enthält. Beim Kochen fällt Kalk (CaCO3, Kesselstein) aus, die Schaumbildung bei klassischen Seifen wird verringert. Organische Säuren werden gebunden. Beim Teekochen benötigt man mehr Tee, Wasserflecken hinterlassen "Kalkrückstände".
Weiches Wasser: eben andersherum.
Da wuseln verschiedene Härtearten herum:
bleibende Härte, vorübergehende Härte, temporäre Härte, Gesamthärte, Karbonathärte, Sulfathärte, Nichtkarbonathärte, GH, KH, SH, NKH ...
Dazu noch die folgende Formel:
(Gesamthärte=Karbonathärte+Nichtkarbonathärte, völliger UNSINN !)
Wie passt das alles zusammen ?
Einige Begriffe sind synonym:
- bleibende Härte=Sulfathärte=Nichtkarbonathärte=SH=NKH
- vorübergehende Härte=temporäre Härte=Karbonathärte=KH
Läßt man ein Glas Wasser, woher auch immer, verdunsten, so bleiben Rückstände nach dem Verdunsten zurück, auch wenn vorher das Wasser völlig klar und ohne Bodensatz gewesen ist. Das Wasser enthielt gelöste, vorher unsichtbare Stoffe.
Die im Wasser gelösten Verbindungen sind entweder positiv geladen (Kationen) oder negativ geladen (Anionen). Nicht gelöste Verbindungen sind vorher erkennbar und sie haben keinen Einfluß auf den Härtegrad. Nach dem Verdunsten erkenne ich erst, was alles in dem Wasser gelöst gewesen ist.
Beispiele für Lösungen:
Löse ich Kochsalz (Natriumchlorid, NaCl) in Wasser, so bilden sich Natrium-Kationen Na+ und Chlor-Anionen Cl- . Das entstehende "Salzwasser" kann ich zwar schmecken, aber sichtbar nicht von reinem Wasser unterscheiden.
Löse ich Natron (Natriumhydrogencarbonat, Natriumbikarbonat, NaHCO3) in Wasser, dann bilden sich Natrium-Kationen und HCO3- Anionen.
Unser Oberflächenwasser kommt in der Regel mit Karbonaten in Kontakt, sie enthalten als Kationen Kalzium Ca++ und als Anionen Hydrogencarbonat HCO3- . Auf jeder Flasche Mineralwasser findet man Analysewerte für gelöste Kationen und Anionen. Mineralreiche Wässer schmecken meist besser als Mineralarme, "hartes" Wasser schmeckt besser als "weiches".
noch alles klaro?
dann kann es ja ins Eingemachte gehen ...
Definitionen:
Ein Grad deutsche Gesamthärte ;) (1°dGH) entspricht einer Lösung von 1g "Kalk" in 100l Wasser.
Zur Erinnerung: Kalk ist chemisch Kalziumkarbonat CaCO3 (löst sich eigentlich (fast) nicht in Wasser, das ist hier aber NICHT gemeint, gemeint ist CaO, Kalziumoxid, also: ein Grad deutscher Härte entspricht 10mg CaO in 1 l Wasser.
Nun aber richtig:
Gesamthärte (GH): alle zweiwertigen Kationen im Wasser sind gemeint, insbesondere das Ca++, aber auch Mg++, Sr++, Ba++ ...
Karbonathärte (KH): nur der reine CO3-- Anteil ist gemeint
Nichtkarbonathärte (NKH): alle Anionen außer CO3-- sind gefragt; da oft Sulfate vorliegen, wird die NKH auch als SH (Sulfathärte) bezeichnet.
Durch Erhitzen des Wassers (die armen Viecher ;) vertreibe ich zwar die KH über das Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem Wasser, an der Gesamthärte ändere ich aber nichts, da die GH ja nur die Kationen wie Ca++ erfasst, nicht aber HCO3-, das vom Kalk herrührende , lösliche Anion
.Beispiele für "falsche" Wasserhärteberechnungen:
exakte Werte werden nicht benötigt. Falls GH, KH, oder SH gemessen werden können, wird einfach eine "1" gesetzt, ansonsten Null "0".
- ich löse so viel wie möglich CaCO3 (KALK) im Wasser, es bilden sich Ca++ Ionen und HCO3- Ionen (CO3-- Ionen leider nicht, ätsch!). Die Gesamthärte ist jetzt gleich der Karbonathärte, die Sulfathärte ist Null.
- ich löse CaSO4 (Gips) in Wasser
- ich löse Kalk(CaCO3) UND Gips(CaSO4)
- ich löse Soda(Na2CO3) in Wasser
- ich löse Kochsalz(NaCl) in Wasser
- ich löse Kalk(CaCO3) UND Soda(Na2CO3) in Wasser
alles klaro ?-)