Einleitung
Um Terrarientiere erfolgreich pflegen zu können, benötigt man neben der Kenntnis der biotischen Faktoren auch Informationen über die abiotischen Faktoren, zu denen auch das Licht zählt.
Nicht nur Aussagen über die Tageslänge sind hierbei von Interesse, sondern eben auch Angaben über die spektrale Zusammensetzung des Lichtes. Während sich die Tageslänge und somit die Beleuchtungsdaür leicht aus der geographischen Lage des Herkunftlandes ermitteln läßt, sieht es bei der Ermittlung der spektralen Zusammensetzung schon düsterer aus.
Am günstigsten ist es, die Tiere bei Sonnenlicht zu halten, damit kommt man auch in unseren Breiten der Lichtzusammensetzung am Herkunftsort der Tiere schon recht nahe. Das bedeutet aber eine Freilandhaltung, und die können nur die wenigsten Terrarianer ihren Tieren bieten, und auch nur wenige Tiere sind für eine Freilandhaltung in unseren Breiten geeignet.
Also behilft man sich mit Kunstlicht und ist dabei auf Händlertips, Geldbeutel und persönlichen Geschmack angewiesen. Ob man den Tieren und den Pflanzen des Terrariums mit seiner Beleuchtung einen Gefallen tut, ist manchmal fraglich.
In der Natur erleben die Tiere zwischen Sonnenaufgang und -untergang ein Wechselspiel der Lichtintensität und der spektralen Zusammensetzung des Lichtes, leicht erkennbar an der subjektiven Farbveränderung der Sonne im Verlauf des Tages. Zumindest zur Mittagszeit ist das natürliche Licht so hell, daß wohl kaum eine Beleuchtung diese Lichtintensität aufbringt. Gleichzeitig sind Morgen- und Abendsonne recht schwach mit einem hohen Rotanteil, während mittags der Blauanteil im Sonnenlicht stark vertreten ist.
Physikalische Grundlagen
....Licht ist eine Welle....
Licht ist physikalisch gesehen eine (elektromagnetische) Schwingung, die sich von der Qülle kugelförmig in alle Raumrichtungen ausbreitet. Anschaulich kann man sich die Ausbreitung vorstellen, indem man einen Stein in einen Teich wirft: Die entstehende Welle breitet sich kreisförmig aus.
Im menschlichen Auge (und natürlich im Wirbeltierauge ;) verursachen die Lichtwellen einen Sinnesreiz, der als Farbe mit einer bestimmten Intensität empfunden wird. über die Farbe entscheidet jetzt die Wellenlänge des Lichtes, über die Farbintensität die Höhe dieser Welle.
Die Wellenlängen des Lichtes sind sehr klein, sie liegen im Nanometer(nm)-Bereich, das heißt in der Größenordnung von 1 Milliardstel Meter. Licht mit 400nm wird als violett, Licht mit 750nm als tiefrot empfunden. Zwischen diesen beiden Werten tummeln sich alle anderen Farbwerte. Alle Farben ergeben zusammen die Regenbogenfarben, die ja wohl jeder schon einmal gesehen hat ;).
Licht mit Wellenlängen kleiner als 400nm kann der Mensch nicht sehen, es wird als Ultraviolett (UV) bezeichnet. Viele Tiere können aber UV-Licht sehen, am bekanntesten ist die Biene, aber auch Fische sehen UV-Licht.
Licht mit Wellenlängen größer als 800nm ist für den Menschen ebenfalls unsichtbar, es wird als Infrarot (IR) bezeichnet. Viele Tiere "sehen" auch dieses Licht, so zum Beispiel die Grubenotter. Alle Regenbogenfarben zusammen, im richtigen Intensitätsverhältnis, ergeben weißes, oder besser "unbuntes" Licht.
Die spektrale Zusammensetzung des Sonnenlichtes beginnt bei etwa 200nm (hartes UV) und geht sehr weit über den IR-Bereich hinaus.
Das Intensitätsmaximum des Sonnenlichtes liegt bei ca. 480nm, also im grünen Bereich. Das harte UV-Licht <300 nm erreicht die Erde normalerweise (Ozonschicht) nicht.
Zumindest für Bewohner der freien Landzonen ist also eine sonnenähnliche spektrale Zusammensetzung der Beleuchtungskörper anzustreben.
Ende Teil 1