Der folgende Artikel erschien in der dritten Ausgabe des Jugendmagazins "Spunk". Dr. Drug's Drogenwelt - Teil 1 Wir leben in einem Land, das mit die meisten Psychopharmaka erzeugt und in dem 90 % der Bewohner die Psyche verändernde Substanzen nehmen wie z. B. Kaffee, Tee, Alkohol, verordnete Medikamente und im zuwachsenden Maße Cannabis. Ja, das Bedürfnis des Berauschtseins scheint eines der Grundbedürfnisse der Menschheit zu sein, kleine Kinder drehen sich oft lange im Kreis bis ihnen schwindelig wird, sie drücken sich auf den geschlossenen Augen herum, um farbige Muster zu sehen oder tun sonst etwas, um ihren Bewußtseinszustand zu verändern. In unse- rer Welt verhält es sich doch so: Ich darf mich an ein großes Gummiband binden und von einer Brücke oder gleich mit einem Fallschirm bewaffnet aus einem Flug- zeug springen, ich darf mich täglich besaufen, mit 200 km/h auf der Autobahn fahren, mir mit lauter Musik das Trommelfeld platzen lassen, aber wenn ich mir eine bestimmte Pilzsorte auf unseren Wiesen suche, muß ich vielleicht in Haft. Ich behaupte nicht, daß Drogen keine Risiken in sich bergen, man denke nur an die ca. 100.000 Personen, die in unserem Lande an dem Genuß von Tabak sterben. Ich warne außerdem vor übermäßigem Gebrauch aller Drogen und stelle auch die Gründe wie z. B. den Gebrauch von Alkohol auf Feten in Frage, doch Verbote ändern nicht viel sondern sind meist nur noch ein zusätzlicher Anreiz. Niemals sollten einer Person ohne deren Wissen Drogen (z. B. in Form von Tee oder Pilz- suppe oder sonstwie) verabreicht werden. Solche Taten führen manchmal sogar zu stationärer psychatrischer Behandlung. Schwangere, Kinder und Menschen mit Herz- oder Leberschäden sollten überhaupt keine Drogen nehmen. Menschen die unter psychischem Druck stehen oder Angst vor solchen Substanzen haben sei auch abgeraten. Doch nun zum Wesentlichem. Ich hoffe, alle Angaben über die Dosie- rung der folgenden Substanzen sind richtig (ich habe sie teilweise noch nicht ausgetestet und verlasse mich dort auf die Zuverlässigkeit von Dritten). Dies hier soll auch keine Anleitung zum Drogenkonsum sein, sondern dient ausschließ- lich zur Information. Beschreibung von Pflanzen: ------------------------------------- 1. Paullinia cupana oder auch Guarana ------------------------------------- Die Guarana-Pflanze wird schon seit Jahrhunderten von Menschen im Regenwald am oberen Amazonas und am Orinoco in Brasilien gebraucht. Von dieser Lianenart werden die Samen verwendet. · Verwendung: die gemahlenen Samen werden verspeist (1 g) · Inhaltsstoffe: Koffein (bis 5 %) und Gerbstoffe (Tetra-Methyl-Xanthin, Theophylin, Theobromin; bis 25 %). Sie werden langsam und gleichmäßig abgegeben. · Wirkung: anregend und fitmachend für lange Nächte; angeblich sexuell stimulierend, gegen Kopfschmerzen und Fieber · Gefahren: wie bei allen koffeinhaltigen Substanzen kann es bei übermäßigem Gebrauch zu Herz-Kreislaufstörungen und Nervosität kommen · Bezug : Tankstellen (sehr teuer, 6 g ca. 15 DM) und Bio-Läden (10 g ca. 5 DM). Gemahlener Samen ist zu empfehlen im Gegensatz zu irgendwelchen Getränken -------------------------------- 2. Piper methysticum - Kava-Kava -------------------------------- Kava-Kava ist die Wurzel eines Strauches aus der Südsee und dort ein traditio- nelles Rauschmittel. Es wird z. B. auf den Fidschi-Inseln verwendet. · Verwendung: die Wurzel (15-30 g) wird in 500 ml Wasser 5 Minuten gekocht und dann einen Tag in den Kühlschrank gestellt, es wird abgesiebt und getrunken (die Wurzel kann auch pulverisiert und mitgetrunken werden) · Inhaltsstoffe: Kavapyrone · Wirkung: ähnlich dem Alkohol doch ohne Kater, Betäubung des Mundes, Hunger, veränderte Wahrnehmung, aphrodisierend, dabei geistig klar · Gefahren: schlechter Geschmack, gelegentlich Übelkeit, Betäubung des Mundes, bei übermäßigem Gebrauch psychische Abhängigkeit ohne Entzugserscheinungen · Bezug: Kräuterhändler und Apotheken (50 g ca. 8 DM) --------------------------------- 3. Myristica fragrans - Muskatnuß --------------------------------- Die Muskatnuß ist der Samen eines immergrünen Baums in Indien und wurde, wie viele eigentlich wissen, auch von Nostradamus verwendet. Sie war im 15. Jahr- hundert eines der wichtigsten Handelsgüter. Ein Mitglied der Kommission für narkotische Drogen der Vereinten Nationen wollte die Muskatnuß verbieten las- sen, sehr interessant, oder? · Verwendung: 5-20 Gramm der frisch gemahlenen Nuß werden gegessen. Am Anfang sollte man vorsichtig mit der Dosierung sein. · Inhaltsstoffe: Myristicin, Elemicin, Safrol · Wirkung: die Wirkung wird oft wie die eines Marihuanarausches beschrieben, aber auch ähnlich dem Alkohol und dauert 12 Stunden · Gefahren: Safrol ist krebserregend und leberschädigend. Erbrechen und Herz- beschwerden kommen vor. Die Muskatnuß ist ein MAO-Hemmer und sie sollte nicht zusammen mit Alkohol, Beruhigungsmitteln, Kakao, Bananen, Ananas, altem Käse, Tee, Kaffee, Guarana, Kola, Fisch, Geflügelleber, Pferdebohnen, Anthistaminika oder Meskalin verwendet werden, da sonst Vergiftungen entstehen können. Über MAO-Hemmer berichte ich nächstes mal. · Bezug: Lebensmittelgeschäfte Zum Abschluß möchte ich noch eine Schrift von Ralph Metzner empfehlen, mit dem Titel ,Sucht und Transzendenz'. Sie handelt von der verschiedenen Möglichkeiten der Bewußtseinsveränderung durch Drogen als Erweiterung und Verengung der Sichtweisen des Lebens und ist bei Werner Pieper's MedienXperimente Nachtschat- ten Verlag erschienen. Ein Gruß an alle Hanffreunde, und wer es noch nicht weiß, ab 1996 werden in Deutschland wieder legale Hanffelder blühen. Bis zum nächsten Mal, Fu Aga Collins