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 Forum Amiga (Bruno Jansen) BRETT Film und Musik    Author: Werner Spiro
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Auf den Straßen der utopischen Megacity Begehren Ckaos und Gewalt. Alleine
die Stahlharten Supercops, Polizisten, Richter und Vollstrecker in 
Personalunion garantieren zumindest ein minimum an Recht und Ordnung.
Da jagt Judge Dredd eine rote Nobelkarre auch schon einmal in die Luft,
nur weil der Halter vier Straßenverkehrsordnungsvergehen begangen hat und
einen abgelaufenen Führerschein hat.

Auch in dieser apokalyptischen Finsternis gibt es einen Helden, eben jenen
eben genannten Judge Dredd, gespielt von uns all bekannten Rocky-Rambo-
Balboa-Sly. Er ist der gnadenlose und unbestechliche Arm des gesetztes.
Sein Job ist die Hölle, und die Hölle ist sein ZuHaue. Mal wieder eine
Maßgeschneiderte Rolle für Rambo.

Im Gegensatz zur Comikvorlage, darf Judge Dredd seinen Helm im Film
abnehmen. Darunter erscheint Silverster Stalone. Und der bietet ohne Helm
nur einen Gesichtsausdruck an. Ein frustiertes verbittertes brutales Stück
brutaler Held.

In irgendeinem Interview sagte Stallone, das dies sein packkenster Film
sei, den er je gemacht habe. Die gesamte Gestaltung, das ausgefeilte
Handwerk, die technische Perfektion auch im kleinen sind fantastisch. Ich
selbst saß im Kino und war tief beeindruckt.

Das böse Gegenstück zum aufrichtigen Supercop ist ausgerechnet der eigene
Bruder - die dunkle Seite der selben Medallie. Mit einer fast schon
lächerlich wirkenden furchterregenden alten schäppernden Kampfmaschine
"Willkommen zur Wiedergeburt" will er mit seinem "Leibwächter" die 
Megametropole erobern. 
Doch zu diesem Zweck muß zuerst sein gefährlichster Gegener ausgeschaltet 
werden.

Alte Masche erfolgreiches Drehbuch sei Dank - das gute gegen das böse, und
da sind auch alle Mittel des Bösen auf Seiten des Guten Recht - stolprert
der noch im Comik smart wirkende Held - Im Film ist er eher eine Abklatsch
- in die simple Dramaturgische Falle, wird hurzerhand suspendiert und wird
in das Reich der Gesetzlosen verband.

"Ich wurde für eine Straftat verurteilt, fälschlich verurteilt" gibt der
eingeschnappte DumpfbackenRaudi einem Mithäftling zu verstehen. Und in der
Hölle hat er es denn auch direkt mit einem Stalbekopften Mistkerl zu tun,
der im Haushoch überlegen ist. Aber das Drehbuch wirds schon richten.

Im Gegensatz zu seinem Actionkollegen Arnold Schwarzenegger hat es
Stallone bisher nicht geschafft sein Image und Rollenfach zu erweitern.
Oskar oder wie der Kanbe damals hieß war ja eher eine undichte Pampers.
Die zum scheitern verurteilten Bemühungen des Fratzenschneiders waren wohl
eher komische Nummern. So beschränkt er sich denn was er laut Drehbücher
immer kann. Dummes Gesicht, schwerfällige Dialoge, pubertäre
Barbypuppenerotik, das dann als Actionkost bezeichnet wird. Und das
bewältigt er denn auch nur routiniert, im Kreise gestandener
Charakterdarsteller, die ihrerseitz von der Regie verhunzt werden und nur
abgedroschen Chargieren dürfen. Nun gut auch ein Jürgen Prochnov freut
sich auf gute Verdienste, und einen Kassenschlager.

Die 70Millionen Dollar Utopie der Directors Danny Cannon schlägt zumindest
optisch zu Buche: Megaaction in Megacity. Es erscheint alles gekonnt und
ideenreich umgesetzt. Handlung und Figuren unterbieten jedoch jedes der
bekannten Klichees. Dem Anpruchsvollen Kinogänger kann am Ende dann
wenigstens trösten, dass die Zukunft wenigstens nur ein böser Alptraum
bleibt.

Wie heißt es in einem Satz an Judge Dredd alias S. Stallone:

Ich bin am Leben ... ach du leider auch.


Fazit: Wer Action mag, bittesehr
       Wer Silverster Stallone Fan ist, geht eh ins Kino
       Wer Arnold mag, hat wieder jede Menge an Sly auszusetzen.
       Allgemein: eher wenig berauschend als gutes Kino. Aber Action ist
       nun einmal sehr gern gesehen, da spielt die Handlung nur eine
       magere untergeordnete Rolle.


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 exclusiv für Forum Amiga (Bruno Jansen)                     © Spiro '95
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