Das Terrarium : Nachgestellte Natur
Das Terrarium zeigt den speziell angepassten Lebensraum seiner Bewohner.
Entscheidend sind dabei die artgerechte Umgebung und die notwendigen
klimatischen Bedingungen, in der sich die Tiere wohlfühlen. Jedes Terrarium
ist ein Stück nachgestellter, speziell abgestimmter Natur.
Tips zur Haltung von Terrarientieren zu geben ist nicht immer leicht, da selbst
Tiere der gleichen Art hinsichtlich ihrer Aktivität, ihrer Freßlust
und ihrer Scheu vor dem Menschen grundverschieden sein können.
Sie sollten sich schon vor dem Kauf von Terrarientieren passende Literatur
besorgt UND gelesen haben, anderenfalls sollten sie das in ihrem und im
Interesse ihrer Tiere nachholen.
Die Kosten des Terrariums, der Einrichtung und des Zubehörs
übersteigen die Anschaffungskosten für manche Terrarientiere selbst um
ein Vielfaches, das kann bei einem Anschaffungspreis von z.B. 800,--DM dann ganz
schön ins Geld gehen.
Sie sollten sich darüber im Klaren sein, daß Sie mit dem Kauf von
Tieren Verantwortung übernehemen und ihnen alles bieten sollten, was sie
brauchen, da sonst Rückschläge unvermeidlich sind.
Terrarientiere sind kein Spielzeug und gehören niemals in die Hände
von Kindern, auch wenn die Schildkrötenbabies noch so niedlich sind.
Schnelle und hastige Bewegungen sind zu vermeiden, unnötiges Anfassen
sollte unterbleiben. Nach der Fütterung brauchen die Tiere
grundsätzlich Ruhe. Es ist jeden Tag auf sauberes, frisches Wasser zu
achten.
K E N N T N I S S E
Um es gleich vorweg zu sagen, Terrarienliebhaber brauchen entsprechend gute
Kenntnisse über ihre Pfleglinge und deren Lebensart. Wer aber Freude an
Naturbeobachtungen hat, kann sich leicht dafür begeistern. Denn Reptilien
und Amphibien sind im Hinblick auf die Entwicklungsgeschichte der Lebewesen
außerordentlich interessante Tiergruppen.
Schildkröten,
Echsen,
Schlangen,
Frosch- und
Schwanzlurche
sind die klassischen Bewohner, die jedoch aufgrund des Artenschutzes nur sehr
eingeschränkt erhältlich sind. Aus Gründen des Artenschutzes
sollten sie beim Kauf von Tieren auf Nachzuchten achten, da diese nicht der
Natur entnommen worden sind.
T E R R A R I E N A R T E N
Der erste Schritt ist nicht der Kauf der Tiere, sondern die Einrichtung des
Terrariums. Dazu muß man natürlich wissen, welche Bewohner man
ansiedeln möchte, denn es gibt unterschiedlich Terrarientypen. Eines haben
aber alle gemeinsam: die darin lebenden Tiere müssen ausreichend mit Licht,
Luft, Wasser und Wärme versorgt werden. Die Wohnstatt muß leicht
sauber zu halten sein und natürlich auch das Auge des Betrachters erfreuen.
Das eigentliche Terrarium, so wie man es kaufen kann, berücksichtigt alle
Erfordernisse bereits im Rahmen seiner Konstruktion. Es geht darum, nun mit dem
notwendigen Zubehör die kleine, maßgeschneiderte Welt zu schaffen.
Wüstenbewohner brauchen viel Wärme, Sumpfbewohner viel Feuchtigkeit.
Im Prinzip unterscheidet man drei Terrarienarten: Das Aquaterrarium, das
Halbtrockene und das Wüstenterrarium. Weiterhin unterteilt man in Freiland-
und Zimmerversion.
Z I M M E R T E R R A R I E N
Das am häufigsten eingesetzte Zimmerterrarium sollte ein möglichst
großes Platzangebot haben. Dabei ist zu bedenken, daß viele Bewohner
innerhalb kurzer Zeit eine respektable Größe annehmen, denn gekauft
werden sie meist als Jungtiere.
In der Regel ist das Terrarium ein Glasbehälter, der hygienisch,
ausbruchsicher, wärmehaltend, licht- und luftdurchlässig sein
muß. Ein Seitenteil ist meist aus engmaschigem Material für einen
ungehinderten Luftaustausch im Bodenbereich. Spezielle Lampen und/oder
Leuchtstoffröhren versorgen es zusätzlich mit ultraviolettem Licht,
Infrarotstrahler und Bodenheizung mit der richtigen Temperatur.
G E S T A L T U N G
Tiere, die an feuchtwarmes Klima gewohnt sind, bekommen meist eine kleine
Wasserzone, und ihre Behausung wird regelmäßig mit einem
Wasserzerstäuber benetzt. Mit Tillandsien, Begonien, Efeu oder Philodendron
kann man den Wohnbereich in einen kleinen Tropenwald verwandeln.
Als Bodengrund verwendet man, je nach Art, Sand, Steine, Lava, Rindenhumus oder
auch lehmige Gartenerde. Torf oder anderes leicht klebendes, oder faulendes
Material ist nicht zu empfehlen.
Für beheizte Trockenterrarien eignen sich auch manche Kakteen zur
Landschaftsgestaltung, es dürfen aber nur solche Pflanzen sein, an denen
sich die Insassen nicht verletzen können. Schön sind auch
Fettblattgewächse oder kleine Agaven.
Wie der Name schon sagt, spielt beim Aquaterrarium der Wasserbereich eine
wichtige Rolle. Wassertiefe, Sumpfzone und Uferbereich richten sich nach dem
Bedürfnis der Bewohner, sollten aber in aller Regel großzügige
Dimensionen haben. Tiere, die gerne schwimmen, brauchen mehr als ein
Planschbecken.
E R N Ä H R U N G
Die verschiedenen Terrarientiere haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse.
Im Zoofachhandel gibt es für einige Arten ausgewogenes Fertigfutter. Die
Reptilienbörsen haben meist ein umfangreiches Angebot an Lebendfutter
für die Insekten- und Fleischfresser. Hier sollte man sich vorher
allerdings mit einem spezialisierten Terrarianer unterhalten und sich beraten
lassen.
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RAPTOR-MAG Ausgabe 1