Wachsmotten und insbesondere deren Larven sind ein gutes und weit verbreitetes Lebendfutter. Die meisten Tiere fressen sie recht gern, manche bevorzugen die Larven, andere jagen mit Vorliebe den Motten hinterher. Viele Tiere bekommt man mit den Maden erst ans Fressen, manchen schmecken sie sogut, daß sie nichts anderes mehr anrühren wollen! Wachsmotten(maden) sind bei vielen Händlern zu erwerben, allerdings zu einem recht schmerzhaften Preis, der bis an die 10,--DM heranreichen kann. Dabei weiß man beim Kauf noch nicht einmal, wie ergiebig der Ansatz sein wird. Zwei Tips zum Einkauf: 1. Einen ergiebigen Ansatz erkenne ich sicher daran, daß das Brutgefäß eine hohe Eigentemperatur aufweist. Wachsmaden erzeugen viel Eigen- wärme. 2. Nach dem Einkauf den Ansatz möglichst in ein ausbruchsicheres Gefäß umfüllen. Nicht, daß die Maden besonders flink sind ;), aber sie finden auch kleinste Schlupflöcher und gehen stiften. Irgendwo in der Wohnung (unter dem Teppich, in Wäschefalten, usw.) verpuppen sie sich dann, was nicht jedermanns Geschmack ist... Es gibt verschiedene Arten von Wachsmotten, beschaffen sollte man sich aber nur die Große Wachsmotte Galleria mellonella, da die Tiere eine ausreichende Größe erreichen. Bei unserem Zuchtansatz Maden bis 4cm Länge und Motten mit beträchtlicher Spannweite ;)).

Z U C H T

Als Behälter eignen sich große Gläser mit Schraubverschluß (öfter mal Gurken essen ;), deren Deckel mit einer feinen Metallgaze versehen wird. Fliegendraht ist zu grob, etwa die Weite von Benzinfiltern sollte man nehmen. Absolut ungeeignet ist Holz oder Kunststoff; das Holz wird von den Maden durchgefressen, der Kunststoff zwar nicht, dafür löst er sich auf, wenn die Maden ihre Puppengespinste daran aufbauen. Offenbar enthält der Spinnfaden vor der Verhärtung eine kunststofflösende Komponente. Man hat dann Löcher im Gefäß, durch die die Maden entkommen... Als Futter eignen sich bebrütete Bienenwaben, die nicht zuviel Honigreste enthalten sollten, da das Futter dann bald gärt und die Maden angesäuselt sind ;). Bienenwaben sind nicht immer zu beschaffen, dann sollte man auf Ersatzfutter ausweichen, das die Maden auch fressen. Rezepte gibt es einige, wir setzen mit Erfolg folgende Mischung ein: 50 g Honig 50 g Glycerin 5 g Korvimin ZVT 20 g Kleie 20 g Magermilchpulver 20 g Vollmehl 40 g Hartweizengries Honig und Glycerin werden getrennt vermischt und zu den anderen, ebenfalls vorher vermischten Zutaten gegeben und verrührt. Man erhält ein krümeliges Substrat, in dem man hauptsächlich den Honig und die Kleie durchschmeckt ;), und das für 5-10 Gläser für etliche Tage ausreicht. Alternativ für Korvimin ZVT empfehlen manche Züchter 10g Trockenhefe, aber dann ist eine Gärung des Substrates nicht auszuschließen, und die Maden sind schon wieder betrunken ;). Der teuerste Bestandteil ist das Glycerin (Apotheke), trotzdem kommt man mit der o.a. Mischung nur auf ca. 9,--DM pro Kilogramm Ersatzfutter. Fachhändler biten ihre Substrate für mindestens das Doppelte an! In die vorbereiteten Zuchtgefäße gibt man dann Wachsmotten oder eben Puppen, die Motten legen ihre Eier ins Substrat ab. Je nach Temperatur kann es dann einige Wochen dauern, bis die ersten Maden sichtbar sind. Bei 30 Grad Celsius oder unseren Hochsommertemperaturen geht es dann schneller, und man ist bald von Hunderten von Maden umgeben...

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RAPTOR-MAG Ausgabe 1