Dieser Text erscheint in der zweiten Ausgabe des Jugendmagazins "Spunk".   Shell will Plattform versenken Etwa 100 Tonnen Ölschlämme, etliche Tonnen schwach radioaktiver Abfälle, erheb- liche Mengen hochgiftigen PBCs und Schwermetalle befänden sich in der Müllde- ponie Atlantik - wenn Greenpeace dies nicht mit der Besetzung der britischen Ölplattform "Brent Spar" zunächst verhindert hätte. Ginge es nach der Betrei- berfirma Shell, so würde das ausgediente, 14.500 Tonnen schwere Objekt sofort 200 Seemeilen vor der schottischen Westküste versenkt werden. Die Entscheidung des Shell-Konzerns, den die umweltgerechte Entsorgung 34 Mio. britische Pfund mehr kosten würde, erfuhr eine Bestätigung vom britische Ener- gieministerium, das die Genehmigung zur Versenkung erteilt, dabei aber gegen zahlreiche internationale Umweltabkommen verstoßen hatte. Die Besetzer mußten aber zunächst von der Plattform entfernt werden. Nachdem am 21. Mai der erste Versuch mißglückte, konnte am 23. Mai die Räumung durchge- führt werden. Greenpeace fürchtet, daß der Fall "Brent Spar" einer Versenkung von weiteren 100 Nordsee-Plattformen Tür und Tor öffne. Greenpeace wendet sich nicht gegen die Versenkung an sich - die Wracks stellen vielmehr künstliche Riffe dar - sondern gegen die fehlende Entsorgung der Schadstoffe. Die Umweltorganisation setzte ihren Kampf mit anderen Mitteln fort. So wurde zum Beispiel der Shell-Hauptsitz in Den Haag blockiert und an Shell-Tankstellen wurden Infozettel verteilt. taz-Redakteur Hermann-Joseph Tenhagen empfiehlt den Zeitungslesern, ihren Restmüll doch auf der nächsten Shell-Tankstelle abzula- den. Schließlich handele es sich dabei doch um eine Verdünnung ähnlich des Son- dermülls im Atlantik. Wie die Situation bei Erscheinen des Spunks aussieht, weiß ich leider nicht. Protestbriefe können an Rt Hon Mr T. Eggar, Minister for Industry and Energy, Department of Trade and Industry, Ashdown House, 123 Victoria St., London SWIE 6RB in Großbritannien geschickt werden. Spenden an Greenpeace können auf das Konto 2061-206, BLZ 200 100 20 (Postgiroamt Hamburg) überwiesen werden. h.h.rutz