#Titel Lifestyle / Musik / marillion.com (1) #Logo gadget43:Pinsel/AG.Lifestyle #Font Losse 16 #C31 marillion.com - Die ersten Eindrücke #Font topaz 8 #C21 Vor kurzem hat die - jedem Gadget-Leser inzwischen vermutlich oder besser: hoffentlich! bekannte - britische Combo Marillion ihr neuestes Werk veröffentlicht: marillion.com. Nachdem in Fan-Kreisen schon genug über die Sinnfälligkeit dieses auf den derzeitigen Hype um das Internet anspielenden Titels gestritten wurde (man denke nur daran, dass bereits die Altherren-Rocker von Jethro Tull ihr letztes Album schlicht dot.com benannten), sollen hier zunächst allein die allerersten Eindrücke von Marillions siebenten regulärem Studioalbum mit Frontmann Steve Hogarth wiedergegeben werden. Eine ausführliche und eingehende Rezension wird folgen - verlaßt Euch drauf! ;-) #C12 1) A Legacy #C21 Nach einem langsamen Beginn geht das erste Stück des Albums, "A Legacy" etwas ruppig und eigentlich nicht besonders aufregend weiter. Aber dann: mächtiger E-Gitarrenriff mit Marillion-typischer Keyboardfläche - sehr schön! Nach einigem Gesumme von h weiter mit dem eher verhaltenen Sound vom Songbegin, zunehmend härtere Gitarren-Sounds. Das ganze wird groovy, klasse Schweineorgel im Hintergrund, dann erneut der geradezu klassische (?) Marillion-Sound: Gitarre, fette Keyboards, einfach gut. Insgesamt: Ein Auftakt nach Maß! #C12 2) Deserve #C21 Startet gleich mit Saxophon - Shocking! Wirklich gut, noch besser geht es weiter mit Hogarths Gesang, schlichte, aber sehr eingängige Melodie. Interessanter Text, der von h kommen *musste*. Ein wirklich gelungener Song, der sofort ins Ohr geht. Schließlich taucht auch wieder das Saxophon auf, es passt sehr gut zum Song (man darf auf die Live-Performance gespannt sein). Ein erster Höhepunkt der Scheibe! #C12 3) Go! #C21 Erneut eher seichter Beginn. Atmosphärisch. Tiefe Syntheziserbässe im Hintergrund. Entspannter Rhythmus. Nach einigen Synthezisereffekten ein wiederholter Gitarreneffekt, dann die Solo-Gitarre. Der Song gewinnt an Fahrt. "Upside down", der Gesang von Hogarth erinnert an den Sound der 60er, erneut die Hammondorgel im Hintergrund. Schöner mehrstimmiger Gesang. Insgesamt gleichfalls ein gelungener Song. #C12 4) Rich #C21 Flotter Start mit dem eingängigen Haupt-Riff des Songs: Dibb-De-De-Dibb usw.! Kurzes Bass-Einsprengsel, noch geht es verhalten zur Sache, erste Steigerung und dann... der Refrain! Weltklasse! Absolut tanzbar. Schon früh das Single-obligatorische Gitarrensolo, ebenfalls sehr gut. Sicherlich Marillions Hit-verdächtigste Single der nach-Fish-Ära. Einzig der Schluss dürfte nicht so recht Radio-kompatibel sein, eine wirkliche Hit-versessene Truppe hätte hier das Chart-kompatible Rad vermutlich noch ein wenig weiter gedreht, Marillion hingegen bleibt sich auch hier treu und lässt den Song mit schönen Gitarrenakkorden, -riffs und Schlagzeug ausklingen. Trotzdem bin ich sicher: Diese Single wäre unter anderen Voraussetzungen (richtiges Pushens seitens Plattenfirma, Airplay, gerade angesagte Band und dergleichen) unter Garantie ein Hit geworden, jede Wette. Aber auch, wenn es dieser Song, wie es wohl leider zu erwarten ist, nicht in die Charts schafft (was aber angesichts der übrigen "Künstler", die sich auf diesen Listen mitunter tummeln, vielleicht so schlecht nun auch wieder nicht ist): Zweifellos ein weiterer Höhepunkt dieser Platte, den man allen "Marillion? Das sind doch mit Kayleigh"-Ignoranten wiederholt in den CD-Spieler schieben sollte. #C12 5) Enlightened #C21 Auch hier wieder eher ein langsamer Anfang. Schönes Klavier im Hintergrund, schließlich auch der fette Refrain und das Solo - so soll es sein. Nicht außerordentlich aufregend, aber auch nicht schlecht. #C12 6) Built-in Bastard #C21 "There comes the bright-side" murmelt h noch zu Beginn, und tatsächlich, E-Gitarre und Orgel geben sich heftig die Ehre, abgelöst von einer geradezu mittelalterlich anmutenden Gitarre, schließlich geht es mit dem Gesang los. Guter, gitarrenumwehter Refrain. Erneut der Riff vom Beginn des Songs. Ordentlicher Track mit Langzeitwirkung. #C12 7) Tumble Down The Years #C21 Gemütliches Stück mit eingängigem Refrain. #C12 8) Interior Lulu #C21 Wieder ein verhaltener Beginn, eine Gitarrensound, der an amerikanische Krimiserien aus den 70ern Jahre gemahnen läßt. Dann setzt eine astreine und auch sehr originelle Synthesizerfläche, die hervorragend zu Hogarths Gesang paßt, ein - sehr schön. Der Text dreht sich (so verstehe ich ihn bislang) um Ich-Bezogenheit und Einsamkeit - eben um "Interior Lulu". Ein gesellschaftliches Problem, das in Zeiten von Internet (auf das sich der Text denn auch explizit bezieht) und stundenlangen Sitzungen vor dem Bildschirm nicht gerade kleiner geworden ist. Der wohlige Sound wird dann allerdings jäh unterbrochen, heftige Gitarren, verzerrte Sounds vom Synthesizer, was aber sehr gut zu dem Stück und der darin angesprochenen Verzweifelung passt. Erdig und in typischer Marillion-Manier geht es weiter, es erinnert etwas an den das "Happy Ending", den Schlußtrack von "Clutching At Straws" Album - back to the roots? Schließlich tauchen noch ein wunderbares Gitarren-Solo, Akustik-Gitarren, schöne, an Videospiele erinnernde Soundeffekte und und und auf - ich möchte hier nicht zu viel vorwegnehmen! Auf jeden Fall *der* Höhepunkt dieses Albums, ein wirklich fantastischer, äußerst abwechslungsreicher Song und ein weiteres Beispiel für Marillions unübertroffene Fähigkeit, Aussagen eines Songs musikalisch umzusetzen. Kurz: Marillion at its best! #C12 9) House #C21 Tja, solche Töne ist man von Marillion nun wirklich nicht gewöhnt, diesen Song (zumindest seinen Anfang) hätte man eher von Sade als von Marillion erwartet, sehr ruhig und atmosphärisch, Bläser, Trompete, very cool! Sicher kein Song für jede Stimmungslage, eher was für die ruhigen Momente im Leben. Aber auch der letzte Song dieses Albums ist wirklich sehr gelungen. #C31 Fazit: #C21 Erneut ein hervorragendes Album von Marillion, für meinen Geschmack besser als sein Vorgänger "Radiation". Kein einziger misslungener Track auf dem gesamten Album. Es ist wirklich faszinierend, wie Marillion es immer wieder schafft, neue und spannende Sounds und Songs mit immer neuen Stilrichtungen auf Platte zu bannen und dabei dennoch dem eigenen Stil treu zu bleiben, es dürfte nicht viele Bands mit einem solchen Spektrum der Möglichkeiten geben. Gelungen ist auch das Cover, das eigentlich nur zwei Fragen aufwirft: Erstens warum vorher noch niemand auf die geniale Idee gekommen ist, von den Fans Passfotos anzufordern und diese im Booklet abzudrucken, und, zweitens, warum zum Donnerwetter habe ich eigentlich kein Foto hingeschickt?! Böse Zungen behaupten übrigens, das Foto eines prominenten Herausgebers eines deutschen Diskettenmagazins sei - neben 731 anderen - gleichfalls im Cover abgedruckt - womit sich wohl auch Marillions letzte Chart-Hoffnungen erledigt haben dürften... ;-) Selbstverständlich darf abschließend der Hinweis nicht unterbleiben, dass niemand Geringeres als Simon Heyworth, der schon an der Aufnahme der legendären "Tubular Bells" von Mike Oldfield maßgeblich beteiligt war, auch diese CD gemastered hat. Ein Meisterwerk, wie etwa "Brave"? Das wird man endgültig erst nach einiger Zeit und öfterem Hören beantworten können, die Tendenz dazu ist allerdings nach meinem Dafürhalten ohne jeden Zweifel da. Um die allerletzte Liedzeile des Albums zu zitieren: "but we try again" - hoffentlich! #C31 (C) Axel Sodtalbers