#Titel Politik / Greenpeace / Proteste gegen TBT #Logo gadget42:Pinsel/AG.Politik #Font topaz 8 #C10 Presseerklärung vom 6. Oktober 1999 #Font Losse 16 #C31 Nordseeweite Proteste gegen Dauergift TBT #Font topaz 8 #C10 Aktion in Belgien und Strafanzeigen in Deutschland ›0m #C21 Antwerpen/Hamburg, 6.10.1999. Entlang der Nordseeküste hat Greenpeace heute seine Proteste gegen das Dauergift TBT verstärkt. Im Hafen von Antwerpen behindern über 30 Aktivisten der Umweltorganisation seit dem Morgen das Auslaufen des Schiffes MSC Carmen aus dem Dock "Shiprepair". Die Umweltschützer aus aller Welt haben das Schiff, das TBT-Farbe trägt, besetzt, Kletterer seilten sich an den Rumpfwänden ab und hängten Spruchbänder mit Slogans wie "Kein Gift ins Meer" auf. Zugleich stellte Greenpeace Deutschland Strafanzeige gegen die Lloyd-Werft in Bremerhaven und die Thyssen-Werft in Emden. In allen Fällen geht es um die Verwendung der Chemikalie Tributylzinn (TBT) in Schiffsfarben. TBT ist schon in sehr kleinen Mengen tödlich für Wasserorganismen und kann Abwehrkräfte beim Menschen schwächen. TBT wird in der Schifffahrt eingesetzt, um den Bewuchs mit Muscheln und Algen zu verhindern, obwohl es alternative Farben mit Silikon oder Kupferoxid gibt. "Wir müssen diesen Gift-Kreislauf endlich unterbrechen", sagt Greenpeace- Meeresexperte Dr. Ralf Sonntag. Greenpeace hat Schlamm und Schlick aus deutschen und anderen europäischen Nordseehäfen untersucht und kam zu erschreckenden Ergebnissen. Durch die Verwendung von TBT sind Hafensedimente hoch mit diesem Dauergift belastet. In Zeebrügge und Antwerpen lagen die Werte bei bis zu 10.000 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) Schlick. In Deutschland fand Greenpeace nahe der Lloyd-Werft in Bremerhaven mit 48.000 µg/kg Schlick die höchste Belastung, in Emden lag der Wert bei 3990 µg/kg Schlick. Die Strafanzeigen lauten auf "schwere Umweltgefährdung". Ab 100 µg/kg TBT muss Schlamm in Niedersachsen normalerweise an Land deponiert werden. In Belgien ist die Verwendung von TBT ganz verboten. Trotzdem sind Hafensedimente stark mit dem Gift belastet, was darauf hin deutet, dass das Gift weiter verwendet wird. Die Europäische Union hat bisher die TBT-Verwendung nur für kleine Schiffe bis 25 Meter Länge verboten.