#Titel Politik / Greenpeace / Deutsche Firmen fordern.. #Logo gadget36:Pinsel/AG.Politik #Font topaz 8 #C10 Presseerklärung vom 12.6.98 #Font Losse 16 #C31 Deutsche Firmen fordern Schutz für Kanadas letzte Regenwälder #Font topaz 8 #C21 Düsseldorf, 12. Juni 1998. Ungewöhnlicher Besuch für das kanadische Konsulat in Düsseldorf: Vor der Ländervertretung sind am Vormittag als kanadische Mounties (Gebirgspolizisten) verkleidete Greenpeace-Aktivisten auf vier Pferden vorgeritten. Die Reiter haben die Unterschriften von 330 deutschen Firmen im Gepäck, die die kanadische Regierung in einem gemeinsamen Appell auffordern, sich für den Erhalt der verbliebenen Regenwälder des Landes einzusetzen. Am Eingang des Konsulats haben die Umweltschützer zwei Banner mit der Aufschrift "Deutsche Firmen fordern: Kanada, schütz' Deine Regenwälder!" in deutscher und englischer Sprache entrollt. Bei den Unterzeichnern handelt es sich um Unternehmen und Organisationen aus dem ganzen Bundesgebiet, die geschäftlich oder auf sonstige Weise mit Kanada in Verbindung stehen. Die meisten Firmen sind Reisebüros und Veranstalter von Kanada-Reisen. Zudem haben Outdoor-Ausstatter und Importeure kanadischer Lebensmittel, aber auch Insitutionen wie das Museum für Völkerkunde in Leipzig oder das German-American-Institute in Tübingen den Aufruf unterschrieben. Die 330 Unterschriften wurden von Greenpeace-Gruppen innerhalb von nur vier Wochen gesammelt. In dem gemeinsamen Appell heißt es: "Wir alle - ob Reisebüros oder Handelspartner für kanadische Produkte verschiedenster Art - sind direkt oder indirekt mit den Naturschönheiten und dem `grünen Image' dieses faszinierenden Landes verbunden. Deshalb wenden wir uns heute gemeinsam gegen die drohende Zerstörung der letzten nördlichen Regenwälder in Kanada. Wenn der Einschlag dort so schnell weitergeht wie bisher, wird die Vielfalt dieser Küsten-Urwälder bald für immer verschwunden sein. Wir wollen auch in Zukunft mit Kanada gute Beziehungen unterhalten. Die kanadische Regierung muß uns allen aber durch Taten zeigen, daß sie den Schutz der Urwälder wirklich ernst nimmt. Kanada darf kein Name für Urwaldzerstörung sein!" Die Regenwaldgebiete an der Westküste Kanadas sind die letzten gemäßigten Regenwälder der nördlichen Halbkugel. Im Great Bear-Regenwaldgebiet zwischen Vancouver Island und Alaska (Provinz British Columbia) finden sich die letzten von der Holzindustrie noch nahezu unberührten Urwaldgebiete. Diese Urwälder machen nur ein Prozent der Waldfläche Kanadas aus, beherbergen aber eine immense Artenvielfalt: über 1000 Jahre alte Bestände an Zedern, Tannen und Fichten, lachsreiche Fjorde, Grizzly-Bären und die nur dort vorkommenden weißen Spirit-Bären neben zahllosen anderen Tier-und Pflanzenarten. Bedroht ist zugleich der jahrtausendealte Lebensraum der indianischen Ureinwohner. Gerade diese Urwaldgebiete werden zur Zeit von kanadischen Holzkonzernen für den Einschlag "erschlossen". Von den ursprünglichen 353 Regenwaldtälern gelten nur noch 69 als unberührt. "Die Regierung von British Columbia darf diese einzigartigen Naturdenkmäler nicht zur Abholzung freigeben. Die Erhaltung der Regenwälder liegt im Interesse Kanadas: Es geht nicht nur um den Tourismus, sondern auch darum, daß Kanada als eines der reichsten Länder der Welt ärmeren Staaten ein Vorbild im Umgang mit dem Naturerbe sein sollte. Wir wollen diese Urwälder nicht gegen, sondern zusammen mit Kanada erhalten", sagt Greenpeace- Sprecherin Andrea Gieseke. Daß der Druck von Greenpeace und anderen Umweltgruppen wirksam ist, zeigt die Ankündigung des größten kanadischen Holzkonzerns MacMillan Bloedel. Am Mittwoch verkündete der Konzern, als erstes Holzunternehmen sukzessive auf Kahlschläge zu verzichten und Urwaldschutzgebiete einzurichten.