#Titel Lifestyle / Kino / Dobermann #Logo gadget36:Pinsel/AG.Lifestyle #Font topaz 8 #C10 Autsch - da biete ich doch glatt an, was inkompetentes zu `nem Film zusammenzupixeln - na schaun meer mal: #Font Losse 16 #C31 doberman #Font topaz 8 #Y-10 dindingdong oder:- "Even Richard Nixon got heart" #C21 Filme, die in Kino Vier anlaufen, zeigen die Tendenz zur Uncoolheit und landen da wohl nur, weil der allerkleinste Vorführraum gleich nebenan in der 99. Woche mit der jüngsten Grisham-Verflimung besetzt ist. So ging`s Event horizon, so ging`s G. I. Jane, so geht`s jetzt Dobermann. Wenn man aber zum wiederholten Mal in der letzten Reihe altbekannte Kaputtnixe wieder trifft, droht Unheil... Okay, zum Film: den hab` ich mir eigentlich wegen dem Prädikat "ab 18" der Unfreiwilligen Selbstzüchtigung angetan. Ansonsten fiele mir nur noch das coole Poster ein... Und, ja klar, is` nen FRANZÖSISCHER Film und damit eigentlich als Liebling der Kritik aboniert. Dobermann aber wohl eher nicht, wie das schon anderen Comicverfilmungen ergangen ist. Die story ist als solche fast kaum erkennbar und beschränkt sich auf "Gangster überfallen Geldinstitute und Bulle hebt sie auf ner Fete aus", "was ja nicht unbedingt negativ sein muß" (Platon). Allerdings ist die Inszenierung denn doch etwas comicstripmäßig geraten, was wohl Absicht war, der eindimensionalen story aber entweder Rückendeckung oder den Todesstoß versetzen soll - wer weiß? Die beiden Hauptcharaktere sind wenig berauschend und eigentlich jede bescheuerte Nebenrolle aus der Clique von Dobermans Erektionsterroristen hat mehr Profil als beide zusammen, zumal der Titelheld sich auf das kompetente Tragen cooler Sonnenbrille und schwarzer Fummel beschränkt und bisweilen an seiner Magnum rumfummelt. Daraus folgend bleibt auch das Gefühl der ganz ganz großen Coolheit heute aus. Genial dagegen Tcheky Karyo als psychotisch-effektiver Polizist - sein Abgang ist eigentlich nur wegen ihm und nicht dem titelgebenden Dobermann interessant. Naja. Ansonsten stellen sich einige Deja vu`s ein - der Ausstatter nimmt diverse Anleihen bei anderen Genrestandards von Temple of Doom über Jimmy Bond zu Luis Bunuel, den Regisseur Jan Kounen zu lieben scheint. Schlußendlich fehlt dem Film dann doch das "Persönliche (Etwas)" - aber die ganze Zeit über werden plakativ die Hinweise gestreut, daß auch die Grande nation ihre subversive trash-Tradition pflegt - dem postulierten Kultcharakter, den Dobermann in frankophilen Staden haben soll, kann ich nur dementieren, auch wenn die Wumme selbstredend ankommt...-ø> Irgendwie scheint der GENUß dieses Films von den Erwartungshaltungen abhängig zu sein (wieder mal). Als Meilenstein des Gewaltkinos beeindruckt er mich definitiv NICHT. Diverse gute Gags allerdings sind drin, so daß man sich fragt, ob das alles nicht vielmehr komisch gemeint ist. Obligatorischerweise geh ich aber lieber auf die Blut-und-Brägen-Ideologie ein: also, ab 18 is nich verkehrt. Wer jetzt aber coole Gewaltverherrlichung erhofft, wird ziemlich enttäuscht. Da gibt`s lediglich wirklich heftig nur eine coole Szene und 11/2 Szenen von beklemmendem Sadismus. Aus den netten Einzelheiten wird aber leider kein großes Ganzes. Gegen Ende dementiert Doberman nicht die unterschwellige Botschaft, einige Anregung für eine etwas härtere Gangart mit Pseudo-Perversen aller Fachrichtungen geben zu wollen. Wenn uns demnächst also einige Typen mit Hundehalsband am Weisnichwo oder Quadrupelsexuelle in BW-Klamotten begegnen, weiß ich, wo`s langgeht,+* Ob das aber der Sinn und Zweck von KINO ist, sei dahingestellt. Doberman schafft`s gerade so über die Runden - über den Schluß werden sich Kritikergeneration wohl leider nicht die Rübe wunddenken - und belegt mit Christini`s Abgang, daß auch Frankreich offenbar Brazil cooler fand als Contact. Als Resümee wird jeder Kritiker Doberman obligatorisch definieren als die debile Gewaltverherrlichung, die das Publikum offenbar fordert. Allein, der nichtnachweisbare Erfolg scheint dies zu widerlegen... Wirklich genial ist nur der Vorspann, der mal wieder die unplausible Widerwärtigkeit von CGIs konsolidiert. Trotzdem geh ich mit dem definitiven Gefühl leiser Enttäuschung heim - wo eigentlich bleiben die wirklich COOLEN Actionfilme für anspruchslose Gemüter? Oder hat ich mir doch besser Auf der Jagd angetan? Die derzeitige Flaute sollte eventuell Harrison Ford doch dazu bewegen können, seinen Indy ein viertes und fünftes Mal aufzutragen. #C31 © 1998 by Johannes Strauß