#Titel Politik / Greenpeace / Kanadischer Holz-Frachter #Logo gadget35:Pinsel/AG.Politik #Font Losse 16 #C31 Wegen Urwaldzerstörung: Greenpeace-Aktivisten gegen kanadischen Holz-Frachter #Font topaz 8 #C21 Bremerhaven, 7. April 1998. Aus Protest gegen die Urwaldzerstörung in Kanada haben Greenpeace-Aktivisten am Dienstag den kanadischen Frachter "Saga Wind" beim Einlaufen in den Hafen von Brake (Bremerhaven) massiv behindert. Der Frachter hat rund 2000 Tonnen Zellstoff aus kanadischem Urwaldholz für deutsche Abnehmer an Bord. Dreißig Umweltschützer fuhren mit acht Schlauchbooten an das 200 Meter lange Schiff heran und versuchten, mit Enterhaken an der rund 15 Meter hohen Bordwand hochzuklettern. Andere malten die Forderung "Kein Handel mit Urwald" an die Bordwand. Von Anfang an wurden die Umweltschützer von der Besatzung mit Wasserwerfern beschossen. Drei Aktivisten gelang es, mehrere Meter an der Wand hochzuklettern, bevor die Besatzung die Kletterseile trotz der hohen Fahrtgeschwindigkeit und der gefährlichen Nähe der Schiffsschrauben kappte. Die Aktivisten stürzten ins Wasser, konnten aber unverletzt auf ein Begleitschiff gebracht werden. Einem Aktivist gelang es, sich trotz Wasserwerfern für längere Zeit mit einem Banner am Schiffsanker festzuhalten. Sechs Greenpeace-Aktivisten gelang es schließlich, nach Anlegen des Schiffes auf die rund 20 Meter hohe Ladebrücke zu klettern. Dort entrollten sie ein großes Banner mit der Aufschrift: "Kanadischer Urwald an Bord - Stoppt den Handel." "Die Schiffsbesatzung setzt verantwortungslos Menschenleben aufs Spiel, genauso wird in Kanada verantwortungslos der Urwald zerstört", sagt Greenpeace Wald-Campaigner Thomas Henningsen. "Mit unserer Aktion wollen wir auf die Zerstörung der letzten kanadischen Urwälder hinweisen. Solange mit Urwaldholz Profit gemacht wird, geht auch die Zerstörung der letzten Regenwälder Kanadas weiter. Wir fordern alle Abnehmer auf, die Verträge mit Firmen zu kündigen, die im Great Bear-Regenwald einschlagen," sagt Greenpeace Wald-Campaigner Thomas Henningsen. Der Zellstoff an Bord der "Saga Wind" stammt überwiegend von der Firma Doman/WFP, die seit Jahren die Regenwälder an der kanadischen Westküste kahlschlägt. WFP hat jetzt begonnen, im Great Bear-Regenwald, einem der letzten unberührten Regenwaldgebiete des Nordens, einzuschlagen. Die wasserreichen Täler des Great Bear-Regenwaldes sind ein einzigartiger Lebensraum für Tiere wie Grizzlybären, Wölfe, Lachse, Seeadler und Wale. Sie sind außerdem Lebensraum der indianischen Urbevölkerung, z.B. der Nuxalk-Indianer. Aus Protest gegen die fortschreitende Zerstörung des Lebensraumes seines Volkes nimmt Nuxalk-Häuptling Qwatsinas an der Protestaktion in Bremerhaven teil. "Dieses Schiff hat unseren Wald an Bord. Mit dem Wald verschwindet unsere jahrtausendealte Lebensweise, die untrennbar mit seinen Reichtümern verbunden ist", sagt das Nuxalk-Oberhaupt. An der Aktion in Bremerhaven nehmen überwiegend weibliche Greenpeace-Aktivisten aus Solidarität mit Patricia Fromm teil. Die 34-jährige Greenpeace-Mitarbeiterin war wegen Teilnahme an Protestaktionen in Kanada am Freitag in Vancouver zu drei Wochen Gefängnis verurteilt worden.