#Titel Politik / Greenpeace / Schröder soll Pläne... #Logo gadget39:Pinsel/AG.Politik #Font topaz 8 #C10 Presseerklärung vom 18. Februar 1999 #Font Losse 16 #C31 Greenpeace: Bundeskanzler Schröder soll Pläne für Atommüll-Ostexporte stoppen #Font topaz 8 #C10 Wirtschaftsmisere Russlands nicht für Atommüllgeschäfte missbrauchen #C21 Hamburg, 18.2.1999. Unmittelbar vor dem heutigen EU-Russland-Gipfel in Moskau fordert Greenpeace von Kanzler Schröder, in seiner Funktion als EU-Ratspräsident allen Plänen für eine Atommüllentsorgung von Ländern der Europäischen Union in Russland eine klare Absage zu erteilen. Laut Tagesordnung des Gipfels hat das Thema Atommüllentsorgung dabei "höchste Priorität". Greenpeace warnt in einem Schreiben an Schröder davor, Russland zu einer internationalen Atommüllhalde zu machen. Im Mittelpunkt des Moskauer Gipfels steht die westliche Hilfe für die Entsorgung radioaktiv verseuchter Atomanlagen in Rußland. Es ist zu befürchten, dass die EU als Gegenleistung von Russland erwartet, westeuropäischen Atommüll nach Russland zu importieren und dort endzulagern. Greenpeace veröffentlichte in den letzten Wochen interne Papiere, die bereits laufende Verhandlungen zwischen Vertretern der russischen Regierung und der westeuropäischen Atomindustrie dokumentieren. Darin hatte Russland angeboten, westlichen Atommüll zu importieren, im Land wiederaufzuarbeiten oder endzulagern. Tobias Münchmeyer, Atomexperte von Greenpeace: "Während sich die EU um die Sicherheit russischer Atomanlagen sorgt und umfangreiche Finanzhilfen erwägt, verhandelt die Atomindustrie mehrerer westlicher Staaten über den Export von Atommüll in das krisengeschüttelte Rußland. Das ist absurd und gefährlich. Jedes zusätzliche Kilo Atommüll, das nach Russland gebracht wird, verschlimmert die dortige katastrophale Situation." Nach Greenpeace-Recherchen ist der Zustand der infrage kommenden Atomanlagen in Russland besorgniserregend. Das trifft besonders auf die desolaten und als Quelle radioaktiver Verseuchung bekannten Anlagen in Majak und Krasnojarsk zu. Das russische Atomministerium Minatom hat bereits mit Firmen oder Regierungsvertretern von Deutschland, Spanien, der Schweiz, Südkorea und Japan über die Atommüllentsorgung in Russland verhandelt. Weitere von Greenpeace veröffentlichte Dokumente belegten, dass Moskau bereits mit Hochdruck an der Änderung entsprechender Gesetze arbeitet. Künftig soll das Umweltgesetz die Einfuhr von Atommüll zur Zwischen- und Endlagerung erlauben. Die Gesetzesänderung wird für die kommenden Wochen erwartet. Tobias Münchmeyer: "Bundeskanzler Schröder muss in Moskau als EU-Ratspräsident unmissverständlich klarstellen, dass Westeuropa kein Interesse an Atommüllexporten nach Russland haben darf. Die europäische Nuklearindustrie muss bei ihren verantwortungslosen Atomgeschäften ausgebremst werden." Greenpeace fordert für die Mitgliedstaaten der EU nationale Entsorgungskonzepte für ihren Atommüll. Die Atommüllentsorgung muß nach dem Verursacherprinzip geregelt werden. Auch Deutschland muss ein eigenes Konzept für eine Entsorgung von Atommüll im Inland entwickeln.