#Titel Forum / Leserbriefe / Uwe Zemke 27.01. #Logo gadget39:Pinsel/AG.Leserbrief #Font topaz 8 #C21 Uwe Zemke Postfach 1215 25700 Meldorf Meldorf, den 27.01.1999 Hallo Andreas! #C10 Moin Uwe ! #C21 Hallo Gadget-Leser! Nun dauert es also nicht mehr lange und die Wende des Jahrtausends (oder war es nur das Jahrhundert?) steht an. In aller Welt werden die großen Partys vorbereitet und Pläne geschmiedet. Aber was hat das alles nun mit dem Gadget zu tun, oder mit einem Leserbrief? Hm, äh, tja, eigentlich nichts, aber es ist wenigstens eine Einleitung. #C10 Und gibt mir die Gelegenheit, in bewährter Angebermanier mit der Zusatzinformation aufzuwarten, dass die Jahrtausendwende natürlich erst vom 31.12.2000 hin zum 1.1.2001 stattfinden wird. Was allerdings in nicht einmal mehr elf Monaten vermutlich niemanden stören wird... #C21 An dem heutigen Tage wurde ja den Opfern des Nazionalsozialismus gedacht und an den öffentlichen Gebäuden waren die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Das ist ja alles nun ganz gut und schön, aber warum wird nicht auch einmal den Opfern gedacht, die durch die Bombenteppiche der Allierten ums Leben gekommen sind? #C10 Wird es das nicht ? Gibt es nicht zum Beispiel den Volkstrauertag ? Und macht es nicht vielleicht Sinn, dass einerseits an einem Gedenktag neutral der durch Krieg und Kriegsfolgen Verstorbenen gedacht wird, an einem anderen (bzw. mehreren anderen) Gedenktag(en) jedoch derjenigen gedacht wird, die durch den damaligen deutschen Staat getötet wurden ? #C21 Damit will ich ja nun weiss Gott nicht das Naziregime und seine Taten auf irgendeine Weise gutheißen, aber waren es nicht Roosevelt und Churchill, die dem Plan des damaligen US-Finanzministers Henry J. Morgenthau zuge- stimmt haben, nach dem Deutschland nicht nur zur bedingungslosen Kapitula- tion gezwungen werden sollte, sondern auch zerstückelt und in einen Kartof- felacker verwandelt werden sollte? #C10 Dazu ein Abschnitt aus Rolf Steininger, Deutsche Geschichte seit 1945, Band 1, Frankfurt am Main 1996: "Warum hat Roosevelt dem Plan zugestimmt? Der amerikanische Präsident war überzeugt davon, dass alle Deutschen Nazis waren und somit die ganze deutsche Nation an einer verbrecherischen Verschwörung gegen die Zivilisation teilgenommen hatte und dafür bestraft werden musste. Insofern entsprach der Strafcharakter des Planes seinen Vorstellungen; man kann jedoch bezweifeln, ob er sich über die Konsequenzen des Planes insgesamt - so wie sie Morgenthau intern beschrieben hatte - völlig im klaren war. So schnell, wie er ihn akzeptiert hatte, liess er ihn dann auch wieder fallen, als in der amerikanischen Öffentlichkeit massive Kritik laut wurde; dies war kein Wahlkampfthema. State Department und War Department hatten sich letztlich durchgesetzt. Warum hat Churchill dem Plan zugestimmt? Auf der Konferenz in Quebeck im September 1944 lehnte Churchill zunächst Morgenthaus Vorschläge schroff ab, mit dem Argument, England werde an einen Leichnahm - Deutschland - gekettet. Schliesslich paraphierte er aber mit Roosevelt eine entsprechende Direktive am 15. September - ohne dass das Kabinett davon wusste. Morgenthau berichtet, den Ausschlag für Churchills Kurswechsel habe das Argument gegeben, die Verwirklichung des Planes werde die für Großbritannien gefährliche deutsche Konkurrenz auf dem Eisen- und Stahlmarkt ausschalten. Dieser Plan stand im Widerspruch zu sämtlichen britischen Überlegungen. Das Kabinett hatte ihn denn auch schon am 14. September in einem Telegramm an Churchill abgelehnt: »Eine Politik, die das Chaos fördert, ist nicht schwer; das reicht aber einfach nicht aus. Wir sind nicht für einen >weichen< Frieden gegenüber Deutschland, aber das Leid, das Deutschland erdulden muss, sollte der Preis sein für die von uns angeordneten und kontrollierten Maßnahmen, die von Nutzen sind für die Vereinten Nationen.«" Steiningers Conclusio: "Betrachtet man die amerikanische Deutschlandplanung, so nimmt der »Morgenthau-Plan«, insbesondere beim Thema Zerstückelung und zukünftige Wirtschaft Deutschland, in der Geschichtsschreibung immer noch einen herausragenden Platz ein, der ihm von seiner tatsächlichen Bedeutung her jedoch nicht zukommt. [..] Für die britische Deutschlandplanung blieb der Morgenthau-Plan eine Episode ohne erkennbare Auswirkungen." Persönlich finde ich es immer wieder erstaunlich, wie man heutzutage für Verbrecher (Beispiel: Pädophile) nachgerade drakonische Strafen fordert, sich bei der Geschichtsbetrachtung aber darüber echauffiert, dass die Alliierten, die gerade in einem Weltkrieg unter gewaltigen Verlusten den Aggressor Deutschland zurückgeschlagen hatten, darüber nachdachten, wie dieser zu bestrafen sei. Und wenn ich mir die PDS-Hetze mancher CDU/CSU-Politiker so anhöre, frage ich mich schon, ob angesichts der Karrieren, die Nazis in diesen Parteien bis hin zum Staatssekretär und Ministerpräsidenten machen konnten, die Besatzungsmächte nicht vielleicht zu gnädig waren. #C21 Oder soll mit diesem Tage den gesamten Opfern des zweiten Weltkieges ge- dacht werden? Denn waren nicht auch die Bombenopfer, die Opfer in den Konzentrationslagern und die getöteten Soldaten auf allen Seiten direkt oder indirekt Opfer des Nationalsozialismus? #C10 Du meinst, der überzeugte SS-Frontkämpfer, der am Abend vorher noch schnell ein paar Juden getötet und drei, vier weißrussische Dörfer abgefackelt hatte, ist ein Opfer des Nationalsozialismus ? Ja, das war jetzt polemisch :) #C21 Aber ich wollte ja auch noch einige Worte zum letzten Gadget sagen. Hmm, das Gadget hört mir nicht zu, naja ist ja auch blöd, wenn ich mit der Dis­ kette reden will, lieber sollte ich das wohl in die Tasten kloppen. #C10 Warum nur kommt mir da die Szene aus "Star Trek 4" ins Gedächtnis, in der Scottie versucht, mit einem Apple-Computer zu reden... ? #C21 Also, die Tests waren ja wirklich sehr vielfältig und informativ. Auch konnte man auf Grund des Schreibstiles alle Tests in einem Rutsch durchle­ sen, ohne andauernd vor Müdigkeit und Langeweile vom Hocker zu kippen. #C10 Es war also ganz anders als sonst ? Erschreckend. Aber keine Sorge - wir arbeiten daran ! #C21 (Hmm, hatte ich das nicht schon mal?) #C10 Das kann man gar nicht oft genug bekommen ;) #C21 Die Texte zur Politik waren auch wieder einmal sehr aufschlussreich. Uns so richtig gut waren wieder einmal die Stories, denn hier sieht man mal wieder, welch ein Potential doch immer wieder in den Gadget-Autoren schlummert. Hallo Stephan Hübner /\/\/\/\/\/\/\/\/\/\ Nun, wäre es nicht sinnvoller so eine DNA-Datenbank anzulegen, anstatt jedesmal bei einem Verbrechen, bei dem DNA-Spuren gefunden werden, mehrere hundert Personen um eine Probe zu bitten? Denn ist es nicht egal, ob von einem straffällig gewordenen Menschen neben den "normalen" Fingerabdrücken auch noch der "genetische" Fingerabdruck in einer Datei aufgenommen werden kann? Natürlich sollte vorher zweifelsfrei nachgewiesen sein, dass solch ein "genetischer" Fingerabdruck nicht manipuliert werden kann und wirklich für jeden Menschen einzigartig ist. Durch solch eine Datenbank werden der- artige Verbrechen zwar auch nicht verhindert, aber die Aufklärung würde doch um einiges erleichtert werden. Und falls der "genetische" Fingerab- druck bei jedem Menschen wirklich einzigartig sein sollte, dann könnten durch eine Analyse doch auch zu Unrecht verdächtigte Personen von einem Verdacht entlastet werden. #C10 Das Argument verstehe ich nicht: Wer zu Unrecht verdächtig ist, kann doch jederzeit einen genetischen "Fingerabdruck" von sich machen lassen und so seine Unschuld beweisen. #C21 Der Text von mir, der sich mit der Zumutbarkeit von Arbeiten beschäftigte, war in der Tat recht einseitig. Aber ich habe es mit Absicht so gehalten, damit man etwas nachdenken sollte. Aber man sollte auch einmal in Betracht ziehen, dass in einigen Branchen nun einmal keine Superlöhne gezahlt werden können, da sich der Lohn ja auch im Verhältnis zum Ertrag durch das Produkt bewegen sollte. Damit meine ich, dass z.B. die Landwirte einem Helfer ja nun nicht 25 DM pro Stunde zahlen können, wenn der Kunde z.B. für Erdbeeren nicht 30 DM pro Kilo zahlen soll. Auch wenn ein Arbeitsloser ja anfangs mit seinem Arbeitslosengeld zurechtkommen mag, nach einer bestimmten Zeit ist der Anspruch darauf erloschen und es gibt Arbeitslosenhilfe. Und warum soll man einen Arbeitslosen auch noch motivieren, eine Arbeit anzunehmen, bei der er etwas weniger verdient? Es sollte auch einmal in Betracht gezogen werden, dass auch kurze Arbeitsverhältnisse bei der Höhe der Rente berücksichtigt werden. Und der Mensch kann sagen, dass er sich sein eigenes Geld selber verdient hat und nicht der Gemeinschaft auf der Tasche liegt. Manchmal muss man eben auch mal in seinem Gehaltsdenken kleine Abstriche machen, denn es ist immer einfacher, einen anderen Job zu finden, wenn man arbeitet. Denn die Arbeitgeber sagen doch auch, dass viele Leute die vom Arbeitsamt vermittelt werden, einfach nicht arbeiten wollen. #C10 Was meiner Ansicht nach ein starkes Indiz dafür ist, dass diese Leute geistig absolut gesund sind ;) Helau ! #C21 Also, dann bis zum nächsten Gadget #C10 Ich freue mich jetzt schon auf wieder wunderbar kontroverse Stellungnahmen aus Meldorf ! #C21 Uwe Zemke